21. Januar 2014

Fahrbericht Leiser Dieselmotor Opel Meriva: Unauffälliger Souverän

Trotz Auffrischung bietet Opel den Meriva günstiger an. Fotos ▶
Trotz Auffrischung bietet Opel den Meriva günstiger an. © Opel

Von außen betrachtet fällt der überarbeitete Opel Meriva vor allem durch die gegenläufig zu öffnenden Türen auf. Doch der Mini-Van bietet auch im neuen Modelljahr zahlreiche Qualitäten, die ihn aus der Masse herausstechen lassen.




Von Thomas Flehmer

Design ist einer der häufigsten Gründe, nach denen deutsche Autofahrer ihr zukünftiges Gefährt aussuchen. Damit wäre die Geschichte für den gelifteten Opel Meriva, der ab dem 25. Januar beim fast schon traditionellen Angrillen der Opel-Händler in den Verkauf kommt, fast schon beendet. Doch ist Design kein Ausschlusskriterium für andere Charakterzüge eines fahrbaren Untersatzes, von denen der nach der Überarbeitung – aber auch schon davor - weiterhin optisch eher unauffällige Opel Meriva eine Menge bietet.


Opel Meriva Bester im TÜV-Report

Doch zunächst zu den Kosmetika, mit denen die Rüsselsheimer ihren Minivan, der 2003 das Segment gründete, auffrischten. Ein neu gestalteter Kühlergrill sowie in Chrom gefasste Nebelscheinwerfer und auf Wunsch LED-Tagfahrlicht hübschen die Front auf. Eine pfiffige Sicke im Kantenverlauf der Türscheiben der zweiten Reihe sorgt für einen besseren Ausguck, am Heck wird ebenfalls mit LED geleuchtet.

Insgesamt recht unauffällige Accessoires, die aber genau zum Meriva passen, der seine Qualitäten fast nebenher auszuspielen scheint. So wurde der 4,30 Meter lange Meriva gerade im TÜV-Report als Bester der Zwei- bis Dreijährigen geadelt und auch der ADAC stellt in der Pannenstatistik ein sehr gutes Zeugnis aus, auch wenn dieses Lob in diesen Tagen eher verhalten behandelt wird.

Neuer Diesel für den Opel Meriva

Daneben gilt die hohe Sitzposition besonders bei der Generation 50+ als gutes Pfund. Der flexibel einzurichtende Innenraum, der aus dem Fünfsitzer einen Vier- oder Zweisitzer macht, kommt dagegen besonders bei Familien gut an. Hinzu kommen 31 Ablagen und natürlich die gegenläufig zu öffnenden Türen, die den Ein- und Ausstieg bei Jung und Alt erleichtern. Nicht zu vergessen ein geräumiger Kofferraum mit 400 Litern Fassungsvermögen und das Flexfix-System, mit denen Fahrräder am Ende aufgebockt werden können. Und für wohl eher Jung als Alt steht das IntelliLink-System zur Verfügung, mit dem das Smartphone an das Infotainmentsystem angeschlossen werden kann.

Das Cockpit des Meriva folgt der neuen Opel-Designlinie
Das Cockpit des Meriva folgt der neuen Opel-Designlinie © Opel

Die wichtigste Neuerung, die bei Facelifts äußerst selten eingesetzt wird, aber zugleich unterstreicht, dass der Designfaktor nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist der neue Diesel aus Vollaluminium, der bereits im letzten Sommer beim großen Bruder Zafira Tourer debütierte und Euro 6 auch ohne Harnstoff schafft. Der 1,6 Liter große Selbstzünder mit 100 kW/136 PS löst den bisherigen 1.7 CDTI im Laufe der Zeit ab, ein später folgender gleich großer Diesel mit 120 PS dann den noch aktuellen 1.3 CDTI.

Opel Meriva 1.6 CDTI bleibt unter 100 Gramm CO2

Das Türkonzept des Opel Meriva erleichtert Ein- und Ausstieg
Das Türkonzept des Opel Meriva erleichtert Ein- und Ausstieg © Opel

Mit 4,4 Litern soll sich der 1.6 CDTI der neuen Motorengeneration zufrieden geben, was einem CO2-Ausstoß von 116 Gramm pro Kilometer entspricht. Der kleinere Vertreter soll gar nur 99 Gramm ausstoßen, was einem Verbrauch von 3,8 Litern entspricht.

Ausgestattet mit 320 Newtonmetern gibt der 1,5 Tonner dabei nicht die Jutetasche, sondern wird dank einer gut und schnell funktionierenden Sechsgangschaltung (die Automatik verschwand im Diesel, wird dafür jetzt bei den Benzinern eingesetzt) recht kraftvoll innerhalb von 9,9 Sekunden Richtung 100 km/h gejagt. Der Motor selbst – von Opel als "Flüsterdiesel" tituliert - ist dabei kaum vernehmbar und nur anhand des Drehzahlmessers ist zu erkennen, dass ein Diesel unter dem Blech arbeitet.

Opel Meriva 1.6 CDTI ab 23.350 Euro

Die Rücklichter leuchten mit LED-Technik
Die Rücklichter leuchten mit LED-Technik © Opel

Unaufgeregt verrichtet der Diesel also seine Arbeit bis zu einer mehr als ausreichenden Geschwindigkeit von 197 km/h. Das Fahrwerk ist dabei gewohnt komfortabel und gut ausgerichtet, die Sitze traditionell gut, besonders wenn sie für 390 Euro Aufpreis mit dem Gütesiegel "Aktion Gesunder Rücken" versehen sind – einer langen Fahrt steht also nichts im Wege.

Vor allem deshalb nicht, weil der neue Meriva im Basispreis um knapp 700 Euro gesenkt wurde und in den anderen Variationen gar um 1000 Euro günstiger ausgefallen ist. So beginnt der Meriva 1.6 CDTI in der zweiten Ausstattungsvariante "Edition" bei 23.350 Euro, für die höchste Variante "Innovation" werden weitere 1500 Euro verlangt. Da bleiben dann noch ein paar Taler übrig, um neben dem Meriva beim Angrillen noch die ein oder andere Wurst einzunehmen.






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