14. März 2013

Fahrbericht Premiere des 1.6er Turbobenziners Opel Cascada: Wow-Effekt aus Rüsselsheim

Der Opel Cascada kommt im April auf den Markt. Fotos ▶
Der Opel Cascada kommt im April auf den Markt. © Opel

Opel setzt seine Produktoffensive unverändert fort. Ab April kommt nun das Mittelklasse-Cabrio Cascada auf den Markt. Im neusten Modell der Rüsselsheimer feiert der neue 1.6 Turbobenziner seine Premiere.




Von Frank Mertens

Das ist sie nun, die Rückkehr von Opel ins Segment der Cabrios. Und mit dem im April zu den Händlern rollenden Cascada setzt der Rüsselsheimer Autobauer seinen mit dem Geländewagen Mokka begonnenen Weg fort, sich neue Segmente zu erschließen. Der Opel Cascada gehört dazu, denn mit seiner Länge von 4,70 Metern ist er der Kompaktklasse deutlich entwachsen – und drängt damit in die Mittelklasse vor.

"Bislang gab es kein Cabrio eines Volumenherstellers in der Mittelklasse", stellte Opel-Vertriebschef Matthias Seidl bei der Präsentation des Cascada fest. Dort stellt sich der Cascada dann auch so illustrer Konkurrenz wie einem BMW 3er oder eines Audi A3 oder Audi A5 – Autos von Premiumanbietern. "Doch wir bieten den Cascada mit 25.945 Euro zu einem Preis an, für das man sonst nur ein Kompaktklasse-Cabrio bekommt."


Alltagstaugliches Cabrio

Wer als Volumenhersteller den Mut hat, sich freiwillig der Konkurrenz von Premiumanbietern zu stellen, muss schon sehr überzeugt von seinem Produkt sein. Opel ist es und zeigt dies in diesen Tagen selbstbewusst. Mit Blick auf den Cascada kann man sagen, dass man zu Recht zufrieden mit seinem neusten Modell ist. Das Cabrio der GM-Tochter sieht nämlich nicht nur optisch richtig gut aus, sondern lässt auch sonst wenige Wünsche offen.

Schicke Ledersitze sind optional zu haben
Schicke Ledersitze sind optional zu haben © Opel

So präsentiert Opel mit dem neuen Cascada einen vollwertigen Viersitzer (auf der Rückbank können auch zwei mittelgroße Erwachsene durchaus bequem sitzen), der ohne weiteres auch zum Erst-Auto taugt. Dazu trägt nicht nur das gute Platzangebot im Innenraum für die vier Passagiere bei, sondern auch ein anständiges Kofferraumvolumen: es reicht von 280 Litern bei geöffneten und 380 Litern bei geschlossenem Verdeck.

Stoffverdeck mit guter Geräuschdämmung

Apropos Verdeck: Opel hat sich beim Cascada für ein Stoffverdeck entschieden. Es öffnet sich nicht nur bis immerhin Tempo 50 in flotten 17 Sekunden, sondern bietet auch eine gute Geräuschdämmung. Zumindest trifft das auf das Premiumverdeck zu, mit dem unser Testwagen ausgestattet war. Es bietet für einen Aufpreis von 390 Euro (Serie in der Ausstattungsvariante Innovation) ein um bis zu 33 Prozent gesenktes Geräuschniveau, wie Andreas Haefele berichtet, der Chefingenieur des Cascada. Beide Verdecke sollen zudem nicht zum so genannten Balloneffekt neigen, den man von vielen anderen Cabrios kennt. Mit Blick auf das Premium-Verdeck kann man sagen, dass das zutrifft.

Nette Feature: das Verdeck lässt sich per Fernbedienung mit dem Fahrzeugschlüssel öffnen. Wenn es denn etwas zu mäkeln gibt, dann ist es das winzige Heckfenster. Entsprechend sieht der Kunden sich genötigt, sich eine Rückfahrkamera (Aufpreis 1200 Euro) zu ordern, will er denn ohne Schäden einparken. Immerhin bekommt man für dieses Geld den Tot-Winkel-Warner gleich mitgeliefert.

Wer mag und 2500 Euro übrig hat, dem sei die Wahl der Sitze mit Nappaleder empfohlen. Sie sehen nicht nur gut aus, sondern fühlen sich auch so an. Aber nicht nur das: sie absorbieren auch teilweise die Hitze, wenn die Sonne direkt in den geöffneten Innenraum scheint. Daneben bekommt man für diesen Mehrpreis nicht nur die immer wieder zu lobenden Ergonomiesitze mit dem Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken, sondern auch eine Sitzventilation. Ein derartiges Feature kennt man sonst nur aus dem Premiumbereich. Mit Blick auf die Wertigkeit der Verarbeitung und der verwendeten Materialien muss man den Opelanern durchaus ein Kompliment zollen.

Neuer Motor feiert Premiere

Ein neuer 1.6er Turbobenziner kommt im Cascada zum Einsatz
Ein neuer 1.6er Turbobenziner kommt im Cascada zum Einsatz © Opel

Das trifft auch auf die Fahrdynamik zu. Dank des bereits aus dem Opel Insignia OPC bekannten Hochleistungsfederbeins Hyper-Strut für die Vorderachse sorgt auch ein Sportfahrwerk dafür, dass man mit dem Cascada sehr, sehr sportlich unterwegs sein kann. Und wem das noch nicht reicht, der kann die Fahrwerkskontrolle Flex-Ride ordern, die einem drei Modi bietet: Standard, Sport und Tour. Damit ist man für jede Situation gut gerüstet. So gut wie das Fahrwerk ist auch das manuelle Sechsganggetriebe, das sich knackig schalten lässt.

Erstmals zum Einsatz kommt im Cascada der 1.6 Liter Turbobenziner mit Direkteinspritzung zum Einsatz. Das Aggregat, mit dem Opel seine Produktoffensive auch bei den Motoren fortführt, leistet 170 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 280 Nm zur Verfügung. Der 1.6er präsentierte sich dabei im bergigen Hinterland von Nizza als ausgesprochen souverän – und vor allem laufruhiges Aggregat. In 9,6 Sekunden beschleunigt es den 1,7 Tonnen schweren Cascada auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 222 km/h erreicht.

BiTurbo folgt im Sommer

Das Heck des Opel Cascada
Das Heck des Opel Cascada © Opel

Laut Herstellerangaben soll sich der Turbobenziner auch dank des gut funktionierenden Start-Stopp-Systems mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 6,3 Litern begnügen (CO2-Wert 148 g/km). Bei den Testfahrten standen am Ende nach durchaus etwas flotterer Fahrweise 9,4 Liter auf dem Bordcomputer. Daneben stehen für den Cascada noch der bekannte 1.4 Turbobenziner mit 120 und 140 PS und der 2.0 CDTI mit 165 PS zur Auswahl. Noch im Sommer folgt der 2.0 BiTurbo CDTI mit 195 PS. Der Preis für den Cascada mit dem 1.6er-Turbobenziner beginnt bei 28.245 Euro.

Auch wenn der neue Cascada kein Volumenmodell ist, wird er Kunden in die Showrooms der Händler bringen, die den Kauf eines Opels bislang nicht erwogen haben. Sie können sich auf ein Auto freuen, mit dem Opel nicht nur wegen des attraktiven Preises Akzente in der Mittelklasse setzt und beweist, dass die Marke mit dem Blitz immer für positive Überraschungen gut ist.






Mehr zur Marke Opel

Sanierungsplan vorgelegtPSA-Chef Tavares: Opel schützt nur gute Performance

Carlos Tavares hat die Opel-Mitarbeiter auf ein hohes Tempo beim Umbau des Unternehmens eingestellt. Man habe auf dem Weg zurück in die Gewinnzone nur fünf Prozent geschafft, sagte der PSA-Chef bei der Vorlage des Sanierungsplans.


Zukunftsplan wird präsentiertJetzt: Opel Pressekonferenz im Livestream

Opel stellt um 9.15 Uhr seinen Zukunftsplan in Rüsselsheim vor. Verfolgen Sie den Auftritt von Opel-Chef Michael Lohscheller und PSA-Chef Carlos Tavares im Livestream.


Strategieplan Pace vorgelegtOpel verzichtet auf Kündigungen

Opel will bis 2020 wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Dank Synergiegeschäfte innerhalb der PSA-Gruppe sollen Kosten ebenso gesenkt werden wie auch bei den neuen Lohnmodellen. Auf betriebsbedingte Kündigungen soll verzichtet werden.



Mehr aus dem Ressort

Japaner polarisiertHonda Civic Type R: Fast and Furios

Dieses Auto polarisiert: Die einen fahren auf das Design des Honda Civic Type R ab, für die anderen wirkt es schlicht prollig. Dabei hat der Japaner abseits seines Aussehen viele Stärken.


Der Fiat Fullback Cross fühlt sich abseits der Straßen sehr wohl
Baugleich mit dem Mitsubishi L200Fiat Fullback Cross: Das Problem mit der Verwandtschaft

Das Segment der Pickups bildet noch eine kleine Community in Europa. Der Fiat Fullback Cross trifft dabei auf eine große multikulturelle Verwandtschaft der Lastenträger.


Ssangyong hat den Rexton komplett neu gestaltet
Vierte Generation des FlaggschiffsSsangyong Rexton: Neue Proportionen

Ssangyong fährt den Rexton in die vierte Auflage. Dabei hat das Flaggschiff eine komplette Umwandlung erhalten, bei der nur noch der Name übrig blieb.