20. Juli 2017

Fahrbericht Erster Pickup der Marke Mercedes X-Klasse: Komfortabel durch den Matsch

Die X-Klasse von Mercedes scheut keine Fahrten ins Gelände Fotos ▶
Die X-Klasse von Mercedes scheut keine Fahrten ins Gelände © AG/Flehmer

Mercedes fährt mit der neuen X-Klasse ganz komfortabel ins Gelände. Die Basis bildet der Nissan Navara – die Stuttgarter haben den Pickup aber noch weiter aufbereitet. Die Autogazette fuhr schon mal im Gelände mit.




Von Thomas Flehmer

Die Arbeiter werden salonfähig. Hatte im vergangenen Jahr VW den Amarok vom Nutztier in einen komfortablen Lastesel verwandelt, so wandelt jetzt Mercedes mit der X-Klasse auf den Spuren des Mitbewerbers.

Den Stuttgartern kommt dabei die Partnerschaft mit der Renault-Nissan-Allianz zu Gute. Sie bedienen sich für die X-Klasse beim erprobten Nissan Navara als Basis und führen den Pickup in seiner höchsten Ausführung zum luxuriösen Vertreter im Segment.


Mercedes X-Klasse nur mit Doppelkabine

Bereits die äußerst bullige Front des 5,34 Meter langen Pickups unterstreicht die Ambitionen. Während der obere Teil des typischen Zwei-Lamellen-Kühlergrills mit dem Stern in der Mitte sowie den Scheinwerfern auf die Geländegänger der Mercedes-Familie hinweist, setzt sich der untere Teil der Front von der SUV-Familie ab.

Die nur als Doppelkabine erhältlich X-Klasse folgt anschließend den Formen des Genspenders, setzt aber am Heck mit eigenen Leuchten neue Akzente. Auch der Innenraum wurde nach Mercedes-Art gestaltet und weist besonders in der höchsten Ausstattungslinie „Power“ Lifestyle-Charakter auf, während bei der Basisvariante „Pure“ der Name Programm ist.

Komfortables Ambiente im Innern

Wohlfühlaroma in der Topausstattung
Wohlfühlaroma in der Topausstattung © AG/Flehmer

Diverse Zierteile bringen Farbe in den Raum, Kunstleder erhöht die Wertigkeit, Ziernähte sorgen für den sportlichen Touch. Wie im Pkw-Bereich führt Mercedes die Individualisierung nun auch bei den Lasteseln ein. So sind zwei Ledervarianten bestellbar und auch den Dachhimmel gibt es in verschiedenen Farben. Und die Vernetzung darf nun auch bei den Pickups nicht fehlen. Über „Mercedes me Connect“ ist der Fahrer per Smartphone mit dem Fahrzeug verbunden und kann neben diversen Informationen auch den Standort der X-Klasse angeben.

Das Interieur der X-Klasse bleibt aber trotz Individualisierung hinter den Einrichtungen der Pkw-Flotte und auch der SUV zurück, was aber auch an dem Pickup-Charakter liegt, der halt sein eigentliches Image nicht abstreifen kann.

Beeindruckende Qualität im Gelände

Keine Probleme für die X-Klasse
Keine Probleme für die X-Klasse © AG/Flehmer

Denn allein die Ladefläche, die Gewicht bis zu 1,1 Tonnen aufnehmen kann, steht immer für Arbeit, egal, ob ein Hardtop die Ladefläche abdeckt oder sonstige Accesoires den Offroad-Charakter unterstreichen. Und gerade im Gelände zeigt die X-Klasse die Offroad-Qualitäten in beeindruckender Weise.

Mercedes hat dafür das Fahrwerk optimiert. Eine breitere Spur als der Navara sowie eine optimierte Feder-Dämpfer-Abstimmung sorgen dafür, dass der X-Klasse keine Probleme bei Fahrten abseits des Asphalts entstehen. 60 Zentimeter Watttiefe ermöglichen Wasserdurchfahrten. Der noch nur zuschaltbare Allradantrieb – später folgt ein permanenter – ist mit Sperrdifferential an der Hinterachse sowie Low-Range-Unterstützung ausgestattet, sodass Stock und Stein keine Hürden bedeuten und auch steile Abfahrten das Fahrzeug quasi im Alleingang bewältigen kann. Im Innenraum bekommen Fahrer und Beifahrer die Unwegsamkeiten kaum mit – es sei denn, das Fahrzeug steht so schräg, dass man fast schon mit dem ausgestreckten Arm den Boden berühren könnte.

Eigener Motor kommt im kommenden Jahr

Doch die derzeitige Topmotorisierung X 250 d – im kommenden Jahr schiebt Mercedes einen eigenen Sechszylindermotor hinterher – zeigt in Verbindung mit Fahrwerk und Progressivlenkung sportliche Qualitäten. Der 140 kW/190 PS starke Diesel von Nissan ist dabei zwar vernehmbar, doch werden die Motorengeräusche von den quietschenden Reifen übertönt, wenn der Xer sich dynamisch in die Kurven legt oder der Sprint dynamisch angegangen werden soll, um innerhalb von 11,8 Sekunden Tempo 100 oder die Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h zu erreichen. Diverse Fahrsicherheitsassistenten fangen den Übermut des Fahrers ein.

Mit der Topausstattung gelingt der X-Klasse der Übergang vom reinen Nutzfahrzeug zum Lifestyle-Mobil. Auch die Preise deuten diesen Weg an. Mercedes hat bisher nur den Preis der Basisvariante genannt, die bei 37.294 Euro startet. Für die Topausstattung können weitere 10.000 Euro fällig werden, um die Salonfähigkeit des einstigen Nutzfahrzeugs erfahren zu können.






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