22. Mai 2014

Fahrbericht Ab 12. Juli BMW X4: Kleiner ist feiner

BMW erweitert das Angebot der Xer-Baureihe. Fotos ▶
BMW erweitert das Angebot der Xer-Baureihe. © BMW

Im Juli erweitert BMW seine Xer-Baureihe. Der X4 sieht aus wie der kleine Bruder des X6, ist aber in der Nähe zum X3 angesiedelt.




Von Thomas Flehmer

Mit dem X6 hat BMW so manchen Kunden in Deutschland verschreckt, dafür im südlicheren Europa und den USA neue Freunde hinzugewonnen. Nun sollen auch die Freunde auf dem Heimatmarkt in den Bann des eigenwillig gestalteten Modells mit einer kleineren Ausgabe hinzugewonnen werden. Wie beim Verhältnis zwischen dem ebenso polarisierenden 5er GT und der verkleinerten und dezenteren Ausgabe 3er GT läuft auch der ab 12. Juli erhältliche X4 dank seiner überschaubareren Maße dem seit 2008 erhältlichen X6 den Rang ab – auch wenn Design weiterhin Geschmacksache bleibt.


BMW X4 etwas länger als X3

Dabei ist der X4 mit seinen 4,67 Metern Länge auch nicht gerade klein ausgefallen, gibt aber zugleich mit dieser Länge ein Statement an. Zwar ist der X4 optisch der kleinere X6, aufgrund seiner Länge aber gerade mal 1,4 Zentimeter länger als der X3. So soll er die Verwandtschaft zwischen der 3er- und der im letzten Jahr neu geschaffenen 4er-Reihe weiter fortführen, auch wenn die äußere Schale zunächst etwas anderes vorgaukelt.

Denn die Hülle wurde fast 1:1 vom X6 übernommen. Hüben wie drüben bildet das Heck den charakteristischen Höhepunkt, der durch die abfallende Linie hinter der B-Säule eingeleitet wird und den Coupé-Charakter des kleineren Geländewagens betont. Dafür wurde auch das Dach im Vergleich zum X3 um 3,6 Zentimeter auf 1,62 Meter abgesenkt.

Von innen schließbare Heckklappe des BMW X4

Das Cockpit des BMW X4 wirkt aufgeräumt
Das Cockpit des BMW X4 wirkt aufgeräumt © BMW

Im Innenraum sitzen Fahrer und Beifahrer zwei Zentimeter tiefer als im X3. So soll der Coupé-Charakter weiter verstärkt werden. Die Ledersitze lassen sich dabei auf den jeweiligen Körper konturengenau einstellen. Die Instrumente sind gut ablesbar, das Headset liefert die nötigsten Informationen auf die Frontscheibe, ohne dabei zu stören. Per Radio Professional mit iDrive Controller und Zentraldisplay ist die Knöpfevielfalt verbunden und wird über ein Touchpad gesteuert, auf dem auch mit dem Finger Buchstaben eingegeben werden können.

Neu ist das die Kofferraumklappe per in der Türverkleidung integrierten Schalter nicht nur geöffnet, sondern auch geschlossen werden kann. Wer sich vollbepackt dem Auto nähert kann die Heckklappe per "Fußtritt" öffnen, wenn der Schlüssel in der Nähe ist. Das Kofferraumvolumen ist mit 500 Litern, die auf 1400 Liter erweitert werden können, etwas kleiner als der X3 ausgefallen, aber das ist verschmerzbar.

Das Heck des BMW X4 polarisiert nicht so wie das Heck des X6
Das Heck des BMW X4 polarisiert nicht so wie das Heck des X6 © BMW

Dagegen werden die bis zu drei Gäste auf den Rücksitzen bei längeren Fahrten nicht alles genießen können. Trotz der Coupé-Form ist allerdings nicht die Kopffreiheit das Thema, sondern die zu kurz ausgefallenen Sitzflächen, sodass juvenile oder erwachsene Mitfahrer ihre Oberschenkel nicht richtig absetzen können. Bei BMW spricht man von einem Kompromiss, der eingeangen werden musste.

Und für längere Fahrten ist der X4 ausgelegt. Denn für die Kurvenräuberei auf der Landstraße ist selbst die kleinere Coupé-SUV-Variante zu schwer ausgefallen. Zwischen 1815 und 1890 Kilogramm müssen bewegt werden. Selbst für den Topbenziner X4 xDrive 35i mit seinen 225 kW/306 PS sind die Anstrengungen in den Serpentinen zu merken, auch wenn das Fahrwerk erneut prächtig ausgefallen ist.

BMW X4 ab 45.600 Euro

Ein richtiger Geländegänger ist der BMW X4 nicht
Ein richtiger Geländegänger ist der BMW X4 nicht © BMW

Und auch die Fahrt ins Gelände sollte nicht unvorsichtig angegangen werden, vor allem dann nicht, wenn die Geländeeigenschaften abseits von Schotter und Gras liegen. Dann hilft auch der Allradantrieb nicht aus dem Sand. Auf der Autobahn dagegen erreicht der Topbenziner bereits nach 5,5 Sekunden Tempo 100 und zieht bis 247 km/h hoch. Hier ist der X4 in seinem Element, wird dann aber mehr als die angegebenen kombinierten 8,3 Liter auf 100 Kilometern durch die Schläuche jagen.

Allerdings müssen für die Topversion auch schon 58.000 Euro angelegt werden. Und dann sind keine Komfortelemente oder Sicherheitsassistenten mit an Bord. Wer auf den 184 PS starken X4 iDrive 20i zurückgreift, muss mindestens 46.100 Euro investieren. Bei den drei verfügbaren Dieselmotoren beginnen die Preise bei 45.600 Euro. Auch das macht den X4 letztendlich feiner als den großen Bruder.






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