15. März 2013

Fahrbericht Der Limousinen-Kombi BMW 3er GT: Krönung der Baureihe

Der GT ist die Krönung der BMW 3er-Baureihe. Fotos ▶
Der GT ist die Krönung der BMW 3er-Baureihe. © BMW

Mit dem 3er GT hat BMW einen kleinen Ableger des monströsen 5er GT geschaffen. Doch während das große Schlachtschiff polarisiert, avanciert der 3er GT als gelungener Mix aus Limousine und Kombi zur Krönung der Baureihe.




Von Thomas Flehmer

Die Vorbehalte waren bei vielen vorhanden. Zu stark hatte sich besonders das überdimensionierte Heck des 5er GT im Gedächtnis vieler festgesetzt – nicht immer positiv und vor allem so stark, dass mit Skepsis an die kleinere Variante , den BMW 3er GT, herangegangen wurde. Doch was beim großen Vorläufer je nach Sichtweise schon ins Protzige geht, wurde bei dem ab dem 15. Juni erhältlichen Dreier-Abschluss zum gelungenen Mix aus Limousine und Kombi, dessen beider Vorzüge der 3er GT verinnerlicht hat.


BMW 3er GT als schönere Limousine

So ist das Heck der dritten 3er-Variante zwar immer noch recht präsent, ordnet sich aber der gesamten Karosserie unter und ist so als fließender Abschluss einer edlen Limousine anzusehen. Lediglich der Heckspoiler, der bei Tempo 110 ausfährt und für eine bessere Dynamik sorgen soll, sieht ein wenig angeflanscht aus, ohne aber aus dem Rahmen zu fallen.

Ansonsten mutiert der 3er GT optisch zu der schöneren Limousine im Dreier-Bereich. Die so genannte Haifischnase und die lange Motorhaube gehören zu den Traditionsgenen der Münchner. Mit breiteren Nieren, Lufteinlässen, Scheinwerfern sowie Bremslichtern und Stoßfängern als Limousine oder Touring unterstreicht der Gran Turismo seine Vorherrschaft in der Baureihe.

BMW 3er GT 20 Zentimeter länger als Touring-Version

Viel Platz im Kofferraum des BMW 3er GT
Viel Platz im Kofferraum des BMW 3er GT © BMW

Der Anspruch wird auch von den Abmessungen abgeleitet. Gleich 20 Zentimeter länger als die Kombiversion misst der 4,82 Meter lange 3er GT. Mit sechs Zentimetern an gewonnener Höhe befindet er sich auf Augenhöhe mit dem X1 und streift so nebenbei noch das SUV-Segment. Bedingt durch den Zuwachs besitzt auch das Kofferraumvolumen den Titel "Bester der Baureihe". Von 520 Litern auf 1600 Liter erweiterbar distanziert der 3er GT den Kombi um 25 Liter.

Zwar ergeben die umgeklappten Rücksitze im Verhältnis 60:40 keine ebene Ladefläche, doch ist der Anstieg zu den Rückenlehnen der Vordersitze so dezent ausgefallen, dass die Ladekapazität Kombiqualität aufweist. Geschäftsleute mit sperrigen Gütern brauchen also keinen Bogen um den neuen 3er machen. Und auch die verstellbaren Rückenlehnen der Rücksitze sorgen für Variabilität zwischen Menschen und Gepäckstücken.

Wohlfühlcharakter im BMW 3er GT

Komfort, Komfort, Komfort
Komfort, Komfort, Komfort © BMW

Der Längenzuwachs kommt natürlich auch dem Radstand zu gute. Bei 2,92 Metern erfreuen sich vor allem die bis zu drei Personen in der zweiten Reihe über so viel Beinfreiheit, wie sie in diesen Abmessungen bisher nur der Skoda Superb bieten konnte.

Dass der Innenraum des 3er GT ebenso komfortabel gestaltet ist wie bei der Limousine und dem Touring, sollte nicht überraschen. Mit den drei Ausstattungslinien Sport-, Modern- und Luxury-Line oder dem M Sport Package kann der Wohlfühlcharakter ebenso gesteigert werden wie mit den zahlreichen Sonderausstattungen vom Mediasystem bis zum Internet-Anschluss – je nachdem, wie gefüllt der Geldbeutel ist.

Der BMW 320d GT ist besonders für Geschäftskunden interessant
Der BMW 320d GT ist besonders für Geschäftskunden interessant © BMW

Unter der Haube arbeiten die bereits bekannten Motoren, die auch bei den anderen beiden 3er-Modellen zum Einsatz kommen. Als Volumenmodell erwartet BMW den 320d mit 135 kW/184 PS, der mit seinen Fahrleistungen vollkommen ausreicht. In 7,9 Sekunden erreicht der mit Achtgang-Automatik ausgestattete 320d GT Tempo 100 und hält bis 226 km/h mit. Das auf der Limousine basierende Fahrwerk hält auch den GT souverän in der Spur. Und 4,9 Liter Diesel auf 100 Kilometern sind auch für die anderen Mitbewerber im Premiumsegment eine Ansage, auch wenn im Alltag wohl sicher noch ein Liter hinzukommt, was aber immer noch einen sehr guten Wert darstellt.

Wer lieber auf sechs Zylinder setzt, wird mit dem 335i und 225 kW/306 PS gut bedient. Hier wird bereits nach 5,4 Sekunden der dreistellige km/h-Bereich überschritten und bei 250 km/h eingelenkt. Ausgestattet mit einem sportlichen Sound ist der Topbenziner der Sportler unter den insgesamt angebotenen drei Benzinern und zwei Dieseln. Hier avanciert die Verbrauchsangabe von 7,7 Litern zu einem sehr theoretischen Wert, da das Motto "Aus Freude am Fahren" ständig reizt. Mit zweistelligen Verbrauchszahlen sollten die Sechszylinder-Fahrer schon rechnen.

Wer aber mindestens 49.350 Euro auf der hohen Kante hat, den werden die Verbrauchszahlen wenig stören. Mit weiteren Annehmlichkeiten wird wohl nur selten ein 335i unter 60.000 Euro die Verkaufsräume verlassen. Anders kann es sich beim 320d verhalten, der ab 41.400 Euro zur Verfügung steht und damit 3100 Euro kostspieliger ist als das 318d-Einstiegsmodell.

Hier werden besonders die Geschäftskunden zugreifen, die mit einem Aufpreis von 3000 Euro im Vergleich zur Limousine und 1500 Euro im Vergleich zum Touring die Vorteile beider Konzepte in einem Auto vereinigen und nicht nur mit einem für diese Klasse sehr guten Verbrauch belohnt werden, sondern auch ein edel gestaltetes Fahrzeug fahren können – und das ganz ohne Vorbehalte.






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