Suzuki Swift 4×4: Japanischer Gelände-Mini

Der Suzuki Swfit © Foto: press-inform

Mit dem aktuellen Swift kam der Erfolg zu Suzuki zurück. Der sehenswerte Einsteiger ist mittlerweile nicht nur als Rallyeableger Swift 1600, sondern auch mit Allradantrieb zu bekommen. Die Bergvölker wird es freuen.

Von Stefan Grundhoff

Kleinwagen mit Allradantrieb waren vor Jahren echte Exoten. Nachdem der lange Jahre von Steyr-Puch gebaute Fiat Panda 4x4 der alten Generation eingestellt wurde, hielt im Segment allein der Subaru Justy die Offroad-Fahnen hoch. Mittlerweile sind eine Reihe von kleinen Kletterkünstlern zu bekommen. So sportlich wie der Suzuki Swift ist dabei kaum ein Modell positioniert.

Konkurrenz für Mini

Auch der 4x4-Swift spielt gekonnt mit Attributen und Designelementen, die sonst fast nur der Mini für sich verbuchen kann. Besonders Frauen bekommen bei dem rund 3,80 Meter langen Flitzer große Augen. Sportliche Backen, ein schneidiges Gesicht und das sehenswerte Hinterteil - das kommt an. Nur der kleine 4x4-Schriftzug am Heck zeugt vom modifizierten Antriebskonzept und einer erhöhten Wintertauglichkeit.

Gerade in den Alpenregionen Süddeutschland, Norditalien, Österreich und der Schweiz verspricht sich die europäische Suzuki-Zentrale einiges vom feschen Nebendarsteller. Insbesondere der Startpreis von 14.790 Euro macht den Swift 4x4 interessant.

Kleine Maschine reicht aus

Schnuckliges Hinterteil Foto: press-inform

Für 1.200 Euro Aufpreis gegenüber dem Serienmodell bekommt man beim fünftürigen Suzuki Swift eine Viskokupplung, die die Motorleistung variabel an Vorder- und Hinterachse verteilt. Auch wenn es zunächst überraschen mag, dass man sich nicht für die stärkere 1,5-Liter-Version entschieden hat, kann der kleinere Vierzylinder durchaus überzeugen. 1,3 Liter Hubraum, 68 kW / 92 PS und 116 Nm Drehmoment sorgen für zufrieden stellende Fahrleistungen. Viel mehr bringt auch der 1500er kaum auf die Straße.

Für den Preis gibt es nicht nur eine Teilzeitkraft an der Hinterachse, sondern auch Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Lederlenkrad, Nebellampen und Sitzheizung für das werte Befinden im Innenraum. Das Kofferraumvolumen bleibt durch den zusätzlichen Heckantrieb unverändert. Bei aufgestellter Rückbank stehen karge 213 Liter, bei umgeklappter Lehne 562 Liter zur Verfügung. Leider sorgt der 4x4-Antrieb für ein reduziertes Tankvolumen von nur 40 Litern.

Keine Probleme dank Viskokupplung

Frontantrieb auf trockener Fahrbahn Foto: press-inform

Auf trockener Fahrbahn wird die Kraft komplett an die Vorderachse geleitet. Verlieren die Vorderräder den nötigen Griff, macht die Viskokupplung zu und verteilt einen Teil der Kraft nach hinten. Das bringt gerade im Grenzbereich deutliche Vorteile. Bei der flotten Hatz über trockene Bergstraßen und verschneite Kehren bleibt das Heck stoisch ruhig - auch wenn die Kraft mit einiger Verzögerung im Heck ankommt.

Beim Anfahren an einem verschneiten Berg oder dem Herausschaukeln aus einem teils verschneiten Parkplatz erspart einem das 4x4-Konzept das Herbeirufen von engagierten Helfern, die einen aus der Bedrängnis heraus schieben. Ob das 1.200 Euro wert ist, sollten allein die Lage des Wohnortes oder das Freizeitverhalten entscheiden. Einfach die Rückbank umgelegt und die Skier hinten rein - und ab geht es zum Skifahren an den Wilden Kaiser.

ESP nicht im Programm

Gute Fahreigenschaften Foto: Werk

Da sich der Mehrverbrauch (6,3 statt 6,2 Liter Super auf 100 Kilometern) im Rahmen hält und der Aufpreis überschaubar ist, sind es allein die Fahrleistungen, die etwas enttäuschen. Statt der üblichen 175 km/h Spitze schafft der trägere Allrad-Swift nur 167 km/h. Da dürfte es ruhig etwas mehr sehr.

Auch das Spurtvermögen ist mit elf gegenüber 12,8 Sekunden deutlich schlechter. Grund ist insbesondere das um rund 80 Kilogramm höhere Gewicht, das bei einem Fahrzeug der Kleinwagenklasse spürbar ist. So wiegt der Swift 1.3 4x4 leer knapp 1.200 Kilogramm. Weder bei Front- noch bei Allradler zu bekommen ist ein elektronisches Stabilitätsprogramm. So beschränkt sich die Sicherheitsausstattung auf ABS, Front-, Seiten- und Kopfairbags sowie Isofixhalterungen und Gurtstraffer.