22. Juli 2006

Fahrbericht Renault Trafic: Französischer Sprinter

Der Renault Trafic
Der Renault Trafic © Foto: Werk

Peugeot, Citroen und Fiat erneuern ihre Transportergeneration. Renault hat sich seit fünf Jahren mit dem Verwandlungskünstler Trafic in der Sparte der leichten Nutzfahrzeuge voll etabliert.




Von Thomas Flehmer

Renault ist mit dem Trafic der Einbruch in die etablierte Spitze leichter Nutzfahrzeuge gelungen. Während Peugeot, Citroen und Fiat ihre gerade 25 Jahre alt gewordene Transportgeneration einer Gesichtserneuerung unterziehen, hat sich der mit dem Opel Vivaro und Nissan Primastar baugleiche Trafic bereits nach fünf Jahren als Volltreffer erwiesen. Dem Multivan kommen dabei seine vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten als Bus, VIP-Shuttle oder Kleintransporter zugute. Insgesamt 70 verschiedene Versionen sind von dem gemeinsam mit General Motors entwickelten Trafic erhältlich.


Äußerst agil

Besonders für Handwerksbetriebe bietet sich der von uns gefahrene Kastenwagen mit Hochdach an. Der 2.5 dCi 140 Commonrail-Diesel mit 99 kW/135 PS ist dabei vor allem für die gedacht, die über längere Strecken unterwegs sind. Trotz seiner zwei Tonnen Leergewicht erweist sich der Trafic äußerst agil. Das Drehmoment von 310 Nm fasst bereits bei 1750 U/min. - Verkehrshindernisse sehen anders aus.

Auch auf der Autobahn macht der Trafic eine gute Figur und kann es mit dem Kollegen aus Stuttgart aufnehmen. 163 km/h versprechen die Franzosen als Höchstgeschwindigkeit, die Tachonadel schlug aber noch einige Stundenkilometer weiter aus. Doch dann nahm - bedingt durch das Hochdach - die Windanfälligkeit erheblich zu. Dagegen erwies sich eine Geschwindigkeit um die 150 km/h als äußerst angenehm. Auch der Geräuschpegel im Innenraum war bei dieser Geschwindigkeit dank spezieller Dämmstoffe und dem Sechsgang-Getriebe nicht sehr hoch. Der Verbrauch pendelte sich bei knappen zehn Litern Diesel ein, das Fahrwerk vermittelte nicht unbedingt den Eindruck, in einem Kleinlaster zu sitzen.

Navi mit Schwächen

Übersichtlicher Innenraum
Übersichtlicher Innenraum © Foto: Werk

Der Innenraum selbst ist für die gängige Praxis ausgestattet. Analoge Instrumente, viele Ablagemöglichkeiten, alles in schwarzer und grauer Plastik, der Schalthebel in der Mitte durch seine erhöhte Position gut erreichbar - Handwerkerherz, was willst du mehr. Etwas fummelig ist das Navigationssystem, dass während der Testfahrten gleich zwei Mal seinen Dienst versagte und jeweils rund eine Stunde Pause einlegte. Auch die Ablage in den Türen für bis zu Zweiliterflaschen ist nicht optimal, da man sehr weit heruntergreifen muss, ehe man die gewünschte Sache erlangt. Hier besteht dann die Gefahr, dem Verkehr die nötige Aufmerksamkeit zu zollen.

Ansonsten bietet die Fahrgastkabine, die auch als Doppelkabine mit fünf bzw. sechs Sitzen erhältlich ist, genug Komfort für die Fahrt. Die Beifahrerbank ist für eine Person mehr als ausreichend, aber auch zwei Personen müssen nicht um Zentimeter kämpfen.

Praktischer Laderaum

Gut zu beladen
Gut zu beladen © Foto: Werk

Ebenso praktisch präsentiert sich der Laderaum. An den senkrechten Wänden sind je nach Radstand sechs oder acht Verzurrösen angebracht. Von den 4,78 Metern Gesamtlänge entfallen 2,40 Meter auf den Laderaum, der durch eine niedrige Ladehöhe gut von hinten oder von einer oder beiden Seiten erreichbar ist. An den Seiten könnten aber auch Regale montiert werden, um dort das stetig gebrauchte Werkzeug zu lagern. Bei der Hochdachversion können auch viele Nutzer aufrecht stehen. Insgesamt 1,91 Meter stehen zur Verfügung und bieten so insgesamt ein Volumen von sieben Kubikmetern. Die maximale Nutzlast liegt bei 1074 kg.

Die Karosserie des von GM im britischen Luton gefertigten Masters fällt neben der an sich schon außergewöhnlichen Kastenform durch seine vorderen und hinteren Stoßfänger auf, sowie durch die keilförmigen Seitenschutzleisten, die nicht nur der Kunst gewidmet sind, sondern bei kleineren Kollisionen mögliche Schäden in Grenzen halten.

Gute Sicherheitsausstattung

Auch von der Seite bestückbar
Auch von der Seite bestückbar © Foto: Werk

Bereits ab 18.560 Euro steht der Kastenwagen in der Basisversion des kleinsten Diesel mit 66 kW/82 PS bereit. Der von uns gefahrene 2.5 dCi 140 mit Hochdach beginnt ab 22.310 Euro. Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrische Fensterheber und Außenspiegel sowie ABS und Fahrerairbag gehören zur Serie, kosten Klimaanlage (920 Euro), das Navigationssystem Carminat 2+ mit optischer und akustischer Fahrempfehlung sowie einem Farbbildschirm inklusive zwei Mal 15 Watt CD (1800) und Sitzheizung (bei Beifahrersitzbank nur für Fahrer) werden extra berechnet.






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