19. März 2012

Fahrbericht Geräumiger Innenraum Renault Grand Modus: Kleiner Franzose ganz groß

Der Renault Grand Modus ist 16 Zentimeter länger als der Modus. Fotos ▶
Der Renault Grand Modus ist 16 Zentimeter länger als der Modus. © AG/Mertens

Der Renault Grand Modus ist im Vergleich zum kleinen Bruder Modus 16 Zentimeter länger. Das hört sich nicht viel an, ist es aber. Der Innenraum bietet ausreichend Platz für vier Personen. Was der Franzose kann, zeigt unser Test.




Von Frank Mertens

Was? Das soll ein Kleinwagen sein? Ja, soll er. Aber das fühlt sich gar nicht so an! Gut so. Wer das erste Mal im Renault Grand Modus Platz genommen hat, dem wird es ähnlich gehen. Denn dieses Modell der Franzosen neigt zum Understatement. Aber besser so als anders. Mit seinen 4,03 Metern ist der Grand Modus nicht nur 16 Zentimeter länger als sein kleinerer Bruder, der Modus, sondern verfügt auch über einen um 9,3 Zentimeter längeren Radstand.


Keine Kompromisse im Renault Grand Modus

Gut, der Längenzuwachs von 16 Zentimeter mag sich nicht überragend anhören, er ist es aber. Er sorgt dafür, dass selbst Großgewachsene jenseits der 1,80 Meter im Fond des Grand Modus bequem Platz nehmen können. Sie brauchen sich dabei weder über zu wenig Knie- noch Kopffreiheit beklagen. Es passt – und das ohne Kompromisse. Der Aufpreis von 1000 Euro für den Grand Modus ist also gut investiertes Geld.

Die Seitenansicht des Renault Grand Modus
Die Seitenansicht des Renault Grand Modus © AG/Mertens

Die Wohlfühlatmosphäre im Grand Modus wird übrigens durch seinen lichtdurchfluteten Innenraum gesteigert. Dafür sorgen zum einen die tief nach unten gezogenen Seitenscheiben, zum anderen das Panorama-Glasschiebedach. In der Ausstattungsvariante Night & Day gehört es zur Serienausstattung.

Dass die Franzosen durchaus auf Funktionalität und Variabilität Wert legen, sieht man auch im Grand Modus. Er verfügt nicht nur über ausreichend Ablageflächen in den Seitentüren und im Fußraum (hier lässt sich Kleinkrams vor neugierigen Blicken unter einer kleinen Klappe verstauen), sondern auch über eine verschiebbare Rückbank. Eine nette Sache: So lässt sich der Kofferraum den individuellen Bedürfnissen anpassen. Je nach Position der Rückbank lässt sich so zwischen 305 bis 410 Liter Gepäck unterbringen, ein guter Wert für einen Kleinwagen.

Gute Übersicht dank erhöhter Sitzposition

Aufgrund seiner hohen Bauart ist das Einsteigen in den Grand Modus eine recht bequeme Angelegenheit. Hat man auf den indes etwas mehr Härte vertragenen Sitzen erst einmal Platz genommen, fühlt man sich wohl: die erhöhte Sitzposition verschafft einem ein erhabenes Gefühl.

Der Innenraum im Modus gibt wenig Anlass zur Kritik. Es wurde zwar viel Kunststoff am Armaturenbrett verbaut, doch dafür sieht das alles noch recht anständig aus. Wie bei vielen Franzosen sind auch im Modus die Instrumente mittig angebracht. Das ist zwar ungewohnt, doch daran gewöhnt man sich ebenso schnell wie an den digitalen Tachometer mit seinen aufdringlichen großen Ziffern. Nicht gewöhnen mag man sich indes an die Bedienung des Radios. Der Lautstärkeregler ist so klein, dass man schlichtweg Mühe hat, ihn mit den Fingern eines Erwachsenen zu betätigen. Das geht besser. Besser geht es auch mit den Sitzen im Fond – sie könnten für größere Mitreisende etwas mehr Auflageflächen für die Oberschenkel gebrauchen.

Ausreichende 103 PS

Das Heck des Renault Grand Modus
Das Heck des Renault Grand Modus © AG/Mertens

Doch kommen wir zu den Fahreindrücken des von uns getesteten im Grand Modus mit dem 1.2 Liter-Benziner mit 103 PS. Das Aggregat macht seine Sache ordentlich, auch wenn er kein Ausbund an Sportlichkeit ist und voll beladen doch Mühe hat, in Fahrt zu kommen. Doch für den Alltag in der Stadt und für kurze Ausfahrten mit der Familie reicht er allemal. Sein maximales Drehmoment von 145 Nm steht bei 3000 Umdrehungen an, entsprechend muss der 1,2 Tonnen schwere Grand Modus flott geschaltet werden.

Doch das manuelle Fünfganggetriebe verrichtet dabei einen guten Job. Die Lenkung könnte zwar etwas direkter ansprechen, aber sie ist durchaus akzeptabel. Das kann man auch von der Straßenlage sagen: Trotz seines erhöhten Aufbaus neigt der Modus kaum zur Seitenlage – so macht es Spaß in der Stadt und auf der Landstraße unterwegs zu sein.

Weniger Spaß macht der Blick auf den Bordcomputer: Renault gibt einen Durchschnittsverbrauch von sechs Litern an (CO2-Ausstoß 139 g/km), doch mit der Realität hat das wenig gemein: Hier genehmigte er sich während der Testfahrten locker 1,4 Liter mehr. 7,4 Liter sind schlicht zu viel. Der Preis des von uns gefahrenen TCe 100 in der Ausstattungsvariante Night & Day beginnt bei 16.700 Euro. Darin enthalten sind dann schon elektrische Fensterheber für hinten und vorn, das besagt Panorama-Glasschiebedach, aktives Kurvenlicht und eine Klimaautomatik.






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