19. Juni 2007

Fahrbericht Mit Flex-Fix auf Kundenfang für Opel Antara

Der Opel Antara
Der Opel Antara © Foto: Werk

Opel hat den Antara aufgewertet. Der Geländewagen wird neuerdings mit einem integrierten Fahrradträgersystem angeboten. Doch es gibt noch weitere Neuerungen.




Von Frank Mertens

Ungeachtet der Diskussion um eine Verringerung des klimaschädlichen C02-Ausstoßes bis zum Jahr 2012 auf 130 Gramm pro Kilometer stehen schwere Geländewagen bei den Kunden hoch im Kurs: Statt in den Keller zu gehen oder zu stagnieren, haben die Verkaufszahlen der SUV´s in den ersten fünf Monaten zugelegt. «Mit Blick auf einen rückläufigen Gesamtmarkt und die CO2-Diskussion hat auch uns diese Entwicklung überrascht», sagte Opel-Markenchef Alain Visser bei der Vorstellung des Antara in Frankfurt.


Wachsendes Segment

Mit Blick auf das Segment der Geländewagen rechnet Opel mit weiterem Wachstum. Glaubt man aktuellen Erhebungen, dann sollen SUV´s bis zum Jahr 2011 einen Marktanteil von 7,4 Prozent bei insgesamt 1,4 Millionen verkauften Einheiten ausmachen. Im Jahr 2006 lag dieser Wert noch bei 6,6 Prozent (1,2 Millionen). An diesem Wachstum will natürlich auch Opel teilhaben, nachdem im Produktportfolio nach dem Auslaufen des erfolgreichen Frontera lange ein Lücke klaffte.

Starke Konkurrenz

Das Cockpit im Opel Antara
Das Cockpit im Opel Antara © Foto: AG/Mertens

Doch in Rüsselsheim hat man bereits seit Herbst des vergangenen Jahres mit dem Antara einen Nachfolger im Programm. Mit ihm stellt sich Opel so starker Konkurrenz wie einem BMW X3 oder einem Toyota RAV4. Damit dieses Unterfangen auch erfolgreich ist, bietet Opel den Antara nicht nur mit einem überarbeiteten 2.0 CDTI-Motor mit 110 kW/150 PS an, sondern versucht mit zusätzlichen Features die Aufmerksamkeit freizeitorientierter Käufer auf den Antara zu lenken.

Der Blick in den Innenraum des Antara
Der Blick in den Innenraum des Antara © Foto: AG/Mertens

Dazu bietet man nun auch für den Antara Flex-Fix an. Hinter diesen zwei Worten verbirgt sich ein Fahrradträgersystem. Das hört sich profan an, stimmt. Ist es aber nicht. Denn beim Flex-Fix-System handelt es sich um ein ausgesprochen innovatives Produkt. Denn im Gegensatz zu herkömmlichen Fahrrad-Trägersystemen muss man es nicht erst mühevoll am Heck oder auf dem Dach montieren. Das System ist ins Fahrzeug integriert, befindet sich fast unsichtbar im hinteren Stoßfänger. Wird es benötigt, fährt es nach dem Lösen des Entriegelungshebels an der rechten Gepäckraumkante heraus.

Leichte Montage

Felx-Fix ist im Stoßfänger integriert
Felx-Fix ist im Stoßfänger integriert © Foto: Werk

Mit einigen Handgriffen ist der zusammengefaltet gerade einmal acht Zentimeter hohe und 70 Zentimeter lange Träger in Betrieb zu nehmen und mit zwei Rädern zu bestücken. Das geht genial einfach und dauert, wenn man es zwei- dreimal probiert hat, kaum fünf Minuten. Der Preis dafür ist angemessen: er liegt bei 650 Euro. Alternativ zu Fahrrädern kann auch ein Cargo-Box angebracht werden.

Zum Einsatz kommt Flex-Fix bereits beim Corsa. Hier liegt die Ausstattungsquote bei zehn Prozent. Opel wird Flex-Fix nach und nach auch bei anderen Modellen anbieten. Ohne Frage ist Flex-Fix ein nettes Feauture. Die Kaufentscheidung für einen Antara wird das System jedoch kaum entscheidendend beeinflussen. Dafür muss der Geländewagen schon selbst sorgen.

Das GM-Gemeinschaftsprodukt - bei Chevrolet heißt der baugleiche Wagen Captiva -sieht von außen betrachtet ohne Frage gut aus. Als Crossover macht der Fünftürer eine gute Figur. Und wie fährt er sich? Nachdem beim alten 2.0 CDTI-Motor die Anfahrtsschwäche beklagt wurde, haben die Opel-Ingenieure dem Antara eine neue Getriebeabstufung verpasst und das Motormanagement verändert.

Anfahrtschwäche behoben

Zwei Räder finden Platz
Zwei Räder finden Platz © Foto: AG/Mertens

Dadurch ist der Antara zwar immer noch nicht zum Sportler mutiert, aber groß zu bemängeln gibt es beim Losfahren nichts: Seine Beschleunigungswerte sind akzeptabel. Den Sprint von 0 auf 100 km/h legt der Antara in 10,8 Sekunden zurück. Sein maximales Drehmoment von 320 Nm stellt er ab 2000 U./min. zur Verfügung. Die Geschwindigkeit endet indes bei bescheidenen 180 km/h. Die Geräuschentwicklung des Aggregats könnte deutlich dezenter ausfallen.

Wenig überzeugend ist das Fünfgang-Getriebe: die Gänge lassen sich nur leicht hakelig einlegen. Ein Sechsgang-Getriebe ist nicht im Angebot. Überzeugend dagegen ist das Fahrverhalten des 4x4 angetriebenen Antara, der zudem über einen ausgesprochen großen Fahrkomfort verfügt. Selbst flott gefahrene Kurven stellen den Antara vor keine großen Probleme. Zwar bewegen nur die wenigsten SUV-Kunden ihr Gefährt Offroad, doch wer es will, der kann dies tun. Der Antara verfügt über eine Watttiefe von 45 Zentimetern.

Viel Platz im Innenraum

Bietet ausreichend Platz
Bietet ausreichend Platz © AG/Flehmer

Ausgesprochen viel Platz bietet der Innenraum den Passagieren. So haben die hinteren Mitfahrer eine sehr komfortable Beinfreiheit. Darüber hinaus macht der Innenraum einen wertigen Eindruck. Gewöhnungsbedürftig waren bei unserem Testwagen indes die braunen Lederbezüge. Sie passen so gar nicht in ein lifestyleorientiertes Gefährt.

Insgesamt bietet Opel den Antara in drei Motorisierungen an. Neben dem von uns gefahrenem 2.0 CDTI gibt es noch den 2,4 Liter (103 kW/140) und den 3.2 V6 (167 kW/227 PS). Im Herbst wird Opel zudem noch einen 127 PS starken Einstiegsdiesel auf den Markt bringen. Der Preis für den 2.0 CDTI beläuft sich auf 31.930 Euro.

Die Seitenansicht des Antara
Die Seitenansicht des Antara © Foto: AG/Mertens

Vom Antara hofft Opel europaweit 40.000 Fahrzeuge absetzen zu können. Das sind die Planungen. Um diese Zahlen letztlich auch erreichen zu können, müssen die Verkäufe indes zulegen. In den vergangenen fünf Monaten dieses Jahres verkaufte sich vom Antara in Deutschland nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes 2740 Stück. Mal sehen, wie die Entwicklung mit den jetzt vorgestellten Neuerungen weitergeht.






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