17. März 2006

Fahrbericht Hyundai Santa Fe steigt auf

Der Hyundai Santa Fe
Der Hyundai Santa Fe © Foto: Werk

Hyundai veredelt die zweite Generation des Santa Fe. Der verschlankte, aber gewachsene Offroader greift die etablierten Modelle im Premium-Segment an. Das schlägt sich leider auch im Preis nieder.




Von Thomas Flehmer

Hyundai strebt ein anderes Image an. Statt Billigmarke wollen die Koreaner mehr Qualität bieten. Dafür steht ab sofort die zweite Generation des Santa Fe. «Wir haben unseren neuen Sportsroader in Richtung Premium-SUV positioniert. Hier sind vor allem eine hochwertige Optik, ein elegantes Design, eine gute Ausstattung sowie ausgeprägte Onroad-Eigenschaften von großer Bedeutung», sagte Hyundai-Produktmanager Marcus Hahn bei der Präsentation des neuen Santa Fe in der Nähe von Innsbruck.


Babyspeck abgelegt

Den Baby-Speck des Vorgängers hat der neue Santa Fe abgelegt, sodass der SUV von außen seine Bestrebungen hinsichtlich des Premium-Segments unterstreicht. «Der aktuelle Santa Fe hat mit dem Vorgänger nur noch den Namen gemeinsam», so Hahn. In der Tat: Der Neue ist viel schnittiger geworden. Ein weiterer Beleg des Heranwachsens macht sich auch in der Größe bemerkbar. In der Länge ist er um 18 Zentimeter auf 4,68 gewachsen, in der Breite um 4,6 Zentimeter (1,89 Meter) und an Höhe hat er um 6,5 Zentimeter auf jetzt 1,80 Meter zugelegt. So ist genügend Platz für die Personen auf den ersten beiden Sitzreihen vorhanden.

An Wertigkeit zugelegt

Da auch der Radstand um acht Zentimeter zugelegt hat, haben die Autobauer gleich auch innen eine für 1490 Euro optionale dritte Sitzreihe eingebaut, die aber ausschließlich den Kleinkindern vorbehalten ist. Nehmen Großgewachsene dort Platz, sind ihnen längere Ausflüge nicht zuzumuten. Wird die dritte Reihe versenkt, wächst das Kofferraum-Volumen auf insgesamt 1582 Liter an. Und auch der Innenraum hat an Wertigkeit zugelegt. Zwar gibt es weiterhin nur Holzimitationen an den Armaturen, doch das Gesamtbild ist stimmig und übersichtlich. Viele Ablagemöglichkeiten sorgen für Ordnung im Cockpit und auch den hinteren Sitzen.

Unter Haube schieben ein 2,2 Liter Commonrail-Diesel mit 110 kW/150 PS und 335 Nm Drehmoment oder ein 2,7 Liter V6-Benziner mit 139 kW/189 PS und 253 Nm den 1,7 Tonnen schweren SUV an - entweder als Fronttriebler oder als Allradler. Bei dem von uns gefahrenen Diesel mit Fünfstufenautomatik musste die Tiptronic aber auch schon bei kleineren Steigungen häufiger als einem lieb war benutzt werden.

Leises Motorgeräusch

Das Cockpit des Santa Fe
Das Cockpit des Santa Fe © Foto: Werk

Auf gerader Strecke reihte sich der Santa Fe nahtlos in den Verkehr ein. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn schnurrt der Südkoreaner angenehm leise. So kommt der Offroader dort auch eher zur Geltung, als in seinem eigentlich angedachten Einsatzort - dem Gelände. Während der Benziner dabei die Euro 4-Norm erfüllt, bleibt der Diesel zunächst bei Euro 3. Ab September geht es dank Partikelfilter eine Stufe aufwärts. Wer jetzt schon den Diesel ordert, erhält einen Gutschein zur kostenlosen Nachrüstung.

Den Premiumanspruch erfüllt die zweite Generation nicht nur in seinem Auftreten, sondern schlägt sich auch im Preis nieder. Die Einstiegspreise für die frontbetriebenen Benziner und Diesel liegen mit 29.490 Euro rund 10.000 Euro über denen der Vorgänger. Der 2.2 CRDi GLS Allradantrieb kostet 31.990 Euro, der Benzin-Allradler 500 Euro mehr. Dafür ist die Ausstattung bei den Einsteigern bereits üppiger als bei den deutschen Konkurrenten.

Wer das Comfort-Paket für 2990 bzw. 2590 Euro ordert, nähert sich dem BMW X 5 oder der ML-Klasse von Mercedes preislich an, ohne in Reichweite zu gelangen. Mit gut 10.000 Euro unter dem Einstiegspreis der Konkurrenten bleibt selbst die Comfort-Ausstattung ein günstiges Angebot im Premium-Segment.






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