14. Juli 2006

Fahrbericht Hyundai Getz 1.1: Idealer Cityflitzer

Der Getz von Hyundai
Der Getz von Hyundai © Foto: Werk

Der koreanische Autobauer Hyundai hat eine breite Modellpalette. Doch ein Auto ist und bleibt der Bestseller: der Getz. Der Kleinwagen überzeugt mit einem niedrigen Einstiegspreis und einer guten Serienausstattung.




Von Stefan Zaumseil

Wer Hyundai hört, denkt an 4x4, SUVs und beliebte Geländewagen. Doch so sehr der koreanische Hersteller in den vergangenen Jahren sein Allradimage gepflegt hat: Das erfolgreichste Modell ist der kleine Hyundai Getz.


Kompakte Abmessungen

Seit seiner Markteinführung 2002 avancierte der Hyundai Getz zum erfolgreichsten Modell des koreanischen Herstellers. Von dem Kleinwagen wurden weltweit bisher über eine halbe Million Einheiten verkauft. Seine kompakten Abmessungen von 3,83 Metern Länge und 1,67 Metern Breite machen den Getz zum idealen Cityflitzer. Durch den vergleichsweise langen Radstand von knapp 2,46 Metern und seine Höhe von 1,49 Metern finden auch groß gewachsene Personen Platz. Die großzügige Kopf- und Beinfreiheit auf allen Sitzen - am Klassenstandard gemessen - bringen den Getz weg vom Zweitwagen-Image und machen ihn zum vollwertigen Erstwagen für Kunden mit einem kleinen Geldbeutel.

Der Innenraum des Hyundai Getz
Der Innenraum des Hyundai Getz © Foto: Press-Inform

Gerade nach der jüngsten Modellpflege kombiniert der Getz seinen niedrigen Einstiegspreis mit einer umfangreichen Serienausstattung. Außen hat sich wenig getan. Die Veränderungen beschränken sich auf Details. Auffallend allein die Mandelaugen und der V-förmige Grill. Wem fallen schon neue Metallic-Lackierungen, größere Seitenschutzleisten, oder neu gestaltete und Rückleuchten auf? Im Innenraum jedoch ist man bei Hyundai endlich weg mit dem tristen Grau, der Getz präsentiert sich im Innenraum farbenfroh. Neue Materialien und Farben sorgen für eine peppige Note. Dazu die bewährten Einzelheiten wie die griffigen Sitze, über 20 Ablagen sowie das ordentliche Armaturenbrett. Außerdem gibt es bunte Farbeinsätze in den Türtafeln, am Schalthebel und am Lenkrad. Wem das alles zu bunt ist, kann sich ein satt-schwarzes Interieur ordern.

Übersichtlicher Innenraum

Nach dem Einsteigen findet man sich sofort zurecht, alle Schalter und Knöpfe sind gut positioniert. Die hohe Sitzposition sowie eine kurze Frontpartie und das Steilheck sorgen für eine nahezu perfekte Rundumsicht, die Kopffreiheit ist auch für Menschen jenseits der 1,80 Meter ausreichend.

Den vorderen Sitzen fehlt es jedoch an Verstellmöglichkeiten, die Sitzflächen sind für größere Fahrer eindeutig zu kurz. Auch dem Lenkrad fehlt die axiale Verstellmöglichkeit, trotzdem ist der Sitzkomfort vorn gut. In der zweiten Reihe geht es da enger zu, zumindest mit langen Beinen ist man hier schlecht aufgehoben. Der Kofferraum fasst 254 Liter und kann, für einen Urlaub zu zweit oder Extrem-Shopping, auf beachtliche 977 Liter vergrößert werden. Dann allerdings ist die Beinfreiheit im Fond gleich Null, da die Rücksitzbank hierfür ganz nach vorn gehoben werden muss. Für eine ebene Transportfläche kann man diese dann noch falten und hochklappen ohne die Kopfstützen entfernen zu müssen.

Die Seitenansicht des Getz
Die Seitenansicht des Getz © Foto: Press-Inform

Der getestete Hyundai Getz 1.1 stellt die Basismotorisierung der aktuellen Generation dar und leistet 67 PS bei 5500 U/min. Obwohl das eine handvoll mehr Pferde als beim Vorgänger sind, sollte man auf spektakuläre Überholmanöver verzichten. Für Tempo 100 braucht der kleine Motor endlose 15,6 Sekunden auf dem Papier und gefühlte 30 Sekunden im Alltag. Bei Tempo 150 ist Schluss mit dem Tatendrang. Die Enthaltsamkeit bezog sich jedoch allein auf den Vortrieb. Denn beim Testverbrauch langte der Getz 1.1 kräftig zu. Durchschnittlich knapp acht Liter Kraftstoff sind auf 100 Kilometern zuviel, selbst wenn es Normalbenzin ist. Der kleine Getz präsentiert sich vor allem als Stadtauto. Mit einer leichtgängigen und direkten Lenkung kommt er problemlos in jede Parklücke. Die straffe und trotzdem komfortable Fahrwerksabstimmung schluckt anstandslos Schlaglöcher; lediglich kurze Bodenwellen bringen die Hinterachse aus dem Tritt. ABS ist Serie, ESP nicht einmal gegen Aufpreis zu bekommen. Das Fünfganggetriebe erledigt die leider zu oft nötigen Schalteingriffe leichtgängig.

Gute Serienausstattung

Die Serienausstattung der aktuellen Getz-Generation kann sich sehen lassen: Sechs Airbags, Servolenkung, ABS, höhenverstellbare Kopfstützen und Dreipunkt-Sicherheitsgurte auf allen fünf Sitzen, Isofix-Kindersitzhalterungen hinten, elektrische Fensterheber vorn, 60:40 umklappbare Rücksitzbank und Zentralverriegelung für den Fünftürer. Insgesamt ist der neue Hyundai Getz 1.1 ein Cityflitzer mit überzeugendem Preis-Leistungs-Verhältnis, dessen Wendigkeit lediglich durch den Wendekreis von 11 Metern eingeschränkt wird. Erschwingliche Reparaturkosten im Falle eines Crashs dank modularer Bauweise, eine günstige Klasse 13 bei der Vollkaskoeinstufung sowie 36 Monate Herstellergarantie machen den kleinen Koreaner zu einem Alltagsauto für junge Leute.






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