27. Oktober 2010

Fahrbericht Honda CR-Z Kompromiss im Honda CR-Z

Schön anzuschauen ist der CR-Z
Schön anzuschauen ist der CR-Z © Foto: Honda

Beim Honda CR-Z befindet man sich im Wechselbad der Gefühle. Zum einen ist das Hybrid-Sportcoupé recht sparsam unterwegs, doch Abstriche bleiben bei bei dem Öko-Sportler nicht aus.




Von Silke Koppers

Fahrspaß und grünes Gewissen hat Honda bei dem kompakten Hybrid-Sportcoupé CR-Z (Compact Renaissance Zero) miteinander kombiniert. Dabei herausgekommen ist der ab 21.990 Euro erhältliche Kompromiss, der vermutlich nicht jeden überzeugt. Optisch bekommt der Käufer auf jeden Fall eine Hommage an den beliebten und vor zwölf Jahren eingestellten CR-X. Und diese Huldigung ist ein Hingucker für viele Autofahrer und Passanten, wie ein Praxistest gezeigt hat.


Dynamischeres Äußeres

Die Keilform und die tief heruntergezogene Motorhaube verleihen dem Zweitürer ein dynamisches Äußeres. In Kauf nehmen müssen die Kunden allerdings die zugunsten der aerodynamischen Luftabrisskante in der Horizontalen zweigeteilte Heckscheibe. Dies beeinträchtigt die Sicht nach hinten durch den Innenspiegel deutlich. Bei Regen ist der Rückblick fast komplett eingeschränkt, was bei Überholmanövern auf der Autobahn und beim Einparken sehr störend und obendrein gefährlich ist.

Zudem kommen die Fondsitze mehr einer Ablage als zwei Notsitzen gleich. Dort finden höchstens Kleinkinder ohne Sitzschale Platz, wodurch die Nutzung für Menschen hinfällig ist. Hier wäre ein pfiffiges Ablagesystem sinnvoller gewesen. Die recht hohe Ladekante des zwischen 233 und 401 Liter fassenden Kofferraumes ist dagegen schon fast verzeihlich.

Öko-Antrieb als Argument

Praktische Gründe für den Kauf eines CR-Z gibt es eigentlich wenige, aber einen wichtigen: die Lust ihn zu fahren. Neben der Optik könnte für manche Menschen der Öko-Antrieb ein Argument sein: Für den Vortrieb sorgt eine Kombination aus einem vierzylindrigen 1,5-Liter-Benziner und einem Elektromotor mit insgesamt 91 kW/124 PS Leistung und einem maximalen Drehmoment von 174 Nm bei niedrigen 1500 U/min. Die Antriebstechnik stammt aus den Hybrid-Modellen Insight und Civic und bildet damit eine solide, aber nicht gerade atemberaubende Komponente des Fahrzeugs. Denn rein elektrisch kann der CR-Z mit dem Parallelhybridsystem IMA aus dem Hause Honda nicht fahren.

Der E-Motor unterstützt zwar den Benzinmotor, macht ihn damit aber nicht zur Rakete, wie der Standardsprint binnen zehn Sekunden beweist. Vielmehr soll der E-Antrieb den Durchschnittsverbrauch reduzieren: Der Hersteller beziffert ihn auf fünf Liter Superbenzin je 100 Kilometer, die CO2-Emissionen liegen bei 117 Gramm pro Kilometer. Wirklich erreichbar ist dieser Verbrauch samt Schadstoffausstoß allerdings nur bei einer äußerst zurückhaltenden Fahrweise und gedrückter Econ-Taste der dreistuftigen Fahrdynamikregelung. Im Normalmodus und mit humanem Gasfuß steigt der Durst bereits auf über sechs Liter Sprit, im Sportmodus kommt ein weiterer Liter hinzu.

Hybrid ohne Automatik

Nicht im Sinne der Umweltfreundlichkeit, aber zuträglich für den Fahrspaß ist die Veränderung der Modi. Im Sportmodus spricht im Vergleich zum normal regulierten Fahrdynamik das Gas spürbar schneller an. Die ohnehin präzise Lenkung wird noch einen Tick schärfer. Beides zusammen ergibt eine solide Abstimmung für gelegentliche Kurvenräubereien auf Landstraßen, wo der CR-Z am meisten Spaß macht. Dieser ist auch der Kopplung der zwei Motoren an ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe mit ihren knackig-kurzen Wegen zu verdanken.

Der Fronttriebler ist das erste Hybridfahrzeug ohne Automatikschaltung. Damit hat der Fahrer es nicht nur im Gasfuß, sondern auch in der Schalthand, ob er eher umweltschonend fährt oder etwas sportlicher zu Werke geht. Beides erlaubt der CR-Z. Der sogenannte Eco-Assist liefert hierbei, wie im Insight, die passende Instrumentenbeleuchtung: Bei sportlichem Antritt glüht der Tacho rot, wer sparsam unterwegs ist, lässt eine grüne Digital-Blume im Display wachsen.

Kompromiss zum stattlichen Preis

Zur Ausstattung gehören unter anderem Klimaautomatik, CD-Radio und sechs Airbags sowie das bei Honda VSA genannte Schleuderschutzsystem ESP. Gegen Aufpreis gibt es unter anderem Xenon-Scheinwerfer, Alu-Sportpedale und empfehlenswerte Einparksensoren. Trotz der schnittigen Optik ist der CR-Z nicht wirklich übersichtlich.

In der Summe empfiehlt sich das Honda-Modell für alle, die nur selten mit mehr als zwei Leuten, überwiegend spritschonend unterwegs sind und nur ab und zu sportlich fahren wollen - ein Kompromiss für einen nicht unstattlichen Preis von rund 22.000 Euro. (mid)






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