18. März 2008

Fahrbericht Fahrbericht BMW X3 3.0d Nicht nur im Gelände zu empfehlen

Das kann er auch, der BMW X3 im Gelände
Das kann er auch, der BMW X3 im Gelände © Foto: BMW

Der BMW X3 gehört zu den Bestsellern im SUV-Segment. Der kleine Bayer ist zwar nicht billig, dafür bietet er aber eine Menge Fahrspaß. Was er zu bieten hat, zeigt unser Test mit dem 3.0d.




Von Frank Mertens

Der BMW X3 ist zwar in die Jahre gekommen, doch an seiner Anziehungskraft hat der kleine SUV aus München nichts eingebüßt. In der Zulassungsstatistik des Kraftfahrtbundes-Amtes (KBA) rangierte der kleine Bayer im zurückliegtenden Jahr im Geländewagen-Segment an der Spitze, in diesem Jahr scheint ihm indes der VW Tiguan den Rang abzulaufen.


Mehrheitsfähiges Design

Doch was macht den X3 für die Kunden nur so attraktiv? Es ist eine Vielzahl von Gründen. Fangen wir beim Design an. Es ist zwar alles andere als atemberaubend, doch dadurch ist der X3 mehrheitsfähig, verschreckt durch allzu expressive Formen keine breiten Käuferschichten. Vielmehr kommt der kleine Bruder des X5 fast schon etwas bieder daher - aber das muss ja nicht negativ sein. Sein Auftritt ist aufgrund seiner Abmessungen (4,57,1,82, 1,67 Meter) zwar markant, aber nicht überdimensioniert. Bereits von außen vermittelt der X3 ein hohes Maß an Alltagstauglichkeit.

Guter Serienausstattung

Dieser Eindruck setzt sich im Innenraum fort: Hier ist alles auf die Bedürfnisse des Fahrers ausgerichtet - also so, wie man es von BMW gewohnt ist: Die Armaturen sind intuitiv zu bedienen, gut einzusehen und nicht mit Informationen überfrachtet. Die Qualitätsanmutung der Materialien ist so, wie man es von einem Auto in dieser Preisklasse erwarten kann: Für den von uns getesteten X3 ruft BMW 44.900 Euro auf. Das ist viel Geld, doch dafür bekommt der Kunde auch viel Auto.

Denn im Basispreis enthalten sind beispielsweise ein MP3-fähiges Radio mit CD-Player, 17-Zoll Leichtmetallfelgen mit Reifen der Dimension 235/55 R17, ein Lederlenkrad, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel oder eine Klimaanlage.

Wer dann auf einige Annehmlichkeiten wie ein Navigationsgerät oder Ledersitze nicht verzichten mag, der ist schnell nochmals über 5000 Euro los. So verlangt BMW allein für das Navigationsgerät Professional 3450 Euro. Wem das zuviel ist, für den geht es indes auch eine Nummer kleiner. Für das Navigationsgerät Business werden 1770 Euro fällig - doch auch damit kommt man ans Ziel.

Sechszylinder mit 218 PS

Der Sechszylinder-Diesel im BMW X3 leistet 218 PS
Der Sechszylinder-Diesel im BMW X3 leistet 218 PS © Foto: AG/Mertens

Der Einstieg in die Diesel-Welt beim X3 beginnt mit dem 2.0d (37.900 Euro). Während der Vierzylinder-Motor 177 PS zur Verfügung stellt, sind es beim Sechszylinder im 3.0d 218 PS. Die sollten es indes auch sein, wenn man den immerhin 1885 Kilogramm schweren X3 flott bewegen will.

So motorisiert, ist der SUV ein kleines Kraftpaket, bei dem das maximale Drehmoment von 500 Nm zwischen 1750 und 2250 Umdrehungen in der Minute anliegt. Mit dem optionalen automatischen Sechsganggetriebe (Aufpreis 2160 Euro) schafft der X3 den Spurt von 0 auf 100 km/h in 7,4 Sekunden - ein sportlicher Wert für dieses Fahrzeug, wenngleich der X3 beim Beschleunigen aus unteren Drehzahlbereichen etwas schwerfällig in Gang kommt.

Kaum Wankbewegungen

Das Heck des BMW X3
Das Heck des BMW X3 © Foto: AG/Mertens

Trotz seines hohen Aufbaus lässt sich der X3 auch durchaus sportlich bewegen, selbst in schnell gefahrenen Kurven sind kaum Wankbewegungen feststellbar. Das Fahrwerk im X3 vermittelt vor allem auch aufgrund des Allradantriebs einen souveränen Eindruck. Es ist zwar straff abgestimmt, aber keineswegs unkomfortabel. Die Lenkung reagiert direkt, vermittelt entsprechend eine gute Rückmeldung. Als Verbrauch gibt BMW 7,4 Litern an. Doch dieser Wert konnte in der Praxis nicht gehalten werden, hier lag er bei rund neun Litern. Der C02-Ausstoß liegt bei 196 Gramm pro Kilometer.

Ein Blick in den Fond
Ein Blick in den Fond © Foto: AG/Mertens

Das ist viel, ohne Frage. Und damit ist man beim Sinn eines solchen Fahrzeuges angekommen. Natürlich gibt es für die Stadt - und nicht nur hier - deutlich vernünftigere Autos als den X3. Muss man seine Kinder unbedingt in einem SUV zur Schule bringen? Nein, muss man nicht. Wenn es schon nicht mit dem Rad geht, dann geht es mit einem Auto auch drei Nummern kleiner. Zudem bietet ein SUV wie der X3 seinen Kunden ohnehin viel mehr als sie brauchen. So gehen gerade einmal rund drei Prozent aller SUV-Besitzer jemals mit ihrem Fahrzeug ins Gelände.

Viel Auto, der BMW X3
Viel Auto, der BMW X3 © Foto: AG/Mertens

Dennoch bleibt das Fahrzeug reizvoll. Das liegt nicht nur an den guten Fahrleistungen, sondern vor allem auch an der erhöhten Sitzposition und der besseren Übersicht im Verkehr. Damit einher geht ein nicht nur subjektiv empfundenes höheres Sicherheitsempfinden. Kein Wunder also, dass SUVs trotz aller Klimadiskussionen bei den Kunden hoch im Kurs stehen.






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