25. März 2009

Fahrbericht Audi A4 Allroad Quattro 2.0 TDI Ein Hauch von Abenteuer

Durch tiefen Matsch: Der Audi A4 Allroad
Durch tiefen Matsch: Der Audi A4 Allroad © Foto: Audi

Audi schickt im Mai den A4 Allroad ins Rennen. Neben seiner Offroad-Optik macht das jüngste Modell der Ingolstädter vor allem durch seine Spritspar-Technik auf sich aufmerksam.




Es ist ein Trend, dem sich die Hersteller nicht mehr verschließen können. Vor allem in Zeiten wie diesen, in denen man um jeden Kunden buhlt. Entsprechend setzt die Branche verstärkt auf Crossover-Modelle. Autos also, die dem Kunden das Beste aus zwei Welten bieten sollen.


Lifestyle-Variante vom Avant

Da macht auch der erfolgsverwöhnte Ingolstädter Autobauer Audi keine Ausnahme. Deshalb stellen die Bayern ihrem Mittelklasse-Kombi A4 Avant nun eine Lifestyle-Variante unter der Modellbezeichnung A4 Allroad zur Seite. Dahinter verbirgt sich zunächst einmal ein optisch aufgerüsteter Avant. Durch Anbauteile aus Kunststoff und einen Unterfahrschutz mutiert der Kombi äußerlich zum Klettermaxe. So unterwegs soll er dem Käufer suggerieren, dass es für ihn auch im Alltag des Großstadtdschungels einen Hauch von Offroad-Abenteuer geben kann. Es soll ja Kunden geben, die deshalb ein solches Auto kaufen... Audi jedenfalls rechnet damit, dass der Allroad unter den Avant-Verkäufen auf ein Mixanteil von rund zehn Prozent kommen wird, immerhin.

Der Audi A4 Allroad
Der Audi A4 Allroad © Foto: Audi

Doch während viele Hersteller es beim Anbau von Schutzplanken belassen und so Offroadtauglichkeit nur vorgaukeln, begnügt sich der A4 Allroad damit nicht. Er geht einen Schritt weiter. Er ist mehr Sein als Schein. Dafür sorgt zunächst der permanente Allradantrieb. Im normalen Fahrbetrieb verteilt er die Kraft zu 40 Prozent auf die Vorder- und 60 Prozent auf die Hinterachse. Tritt an einer Achse Schlupf auf, gehen die Kräfte in Millisekunden an die andere Achse. Zudem verfügt der Schleuderblocker ESP über einen Offroad-Modus, der die Regelintervalle an den Untergrund anpasst. Bei Testfahrten im leichten Gelände funktionierte das Zusammenspiel der Systeme auf jeden Fall tadellos.

Höhere Bodenfreiheit

Vom herkömmlichen A4 Avant mit Allradantrieb unterscheidet sich der Allroad desweiteren durch eine höhere Bodenfreiheit: Sie liegt um 3,7 Zentimeter über dem des Schwestermodells. Das reicht für kleine Ausfahrten abseits asphaltierter Straßen allemal aus. Wer indes mehr Offroad-Thrill benötigt, sollte sich lieber zum Audi Q5 orientieren, dem Kompakt-SUV der Ingolstädter.

Für alle anderen, die sich nur ab und an in den Wald verirren, reicht der A4 Allroad mehr als aus. Vor allem bietet er seinem Fahrer alle die Tugenden, für die der A4 Avant steht. So ist er trotz seines höheren Aufbaus dank einer gelungenen Fahrwerksabstimmung durchaus sportlich zu bewegen. Merkliche Lastwechselreaktionen sind für ihn ein Fremdwort.

Gute Traktion auch im leichten Gelände
Gute Traktion auch im leichten Gelände © Foto: Audi

Der von uns gefahrene 2.0 TDI mit 170 PS machte bei den ersten Testfahrten einen überzeugenden Eindruck und passt von seiner Charakteristik ausgesprochen gut zum Allroad. Der Vierzylinder-Commonrail-Motor agiert enorm kraftvoll und laufruhig. So stellt das Aggregat ein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern zur Verfügung, das zwischen 1750 und 2500 Touren anliegt. Damit ist entsprechend bereits aus niedrigen Drehzahlbereichen für genug Vortrieb gesorgt. Vor allem lässt sich der Allroad sehr schaltfaul bewegen. Eigentlich schade, denn das manuelle Sechsganggetriebe arbeitet so gut und präzise, dass man geradezu versucht ist, schnell zu schalten.

Sportliche Werte

Sportlich ist der Diesel zudem: In 8,9 Sekunden erreicht er Tempo 100, die Spitzengeschwindigkeit ist bei 213 km/h erreicht. Keine schlechten Werte für einen Offroad-Kombi. Das trifft aus auch auf den Verbrauch zu, der laut Hersteller bei 6,4 Litern liegen soll.

Zur Verbrauchsreduktion trägt im A4 Allroad übrigens eine Start-Stopp-Automatik bei, die bei Stopp-Phasen den Motor automatisch abstellt. Erhältlich sein wird sie ab dem Sommer. Audi verspricht übrigens, dass das System im Gegensatz zum Mitbewerber aus München auch bei Minusgerade funktioniert. Komplettiert wird diese Spritspartechnik durch ein Effizienzprogramm im Bordcomputer, das dem Fahrer den Verbrauch beispielsweise durch die eingeschaltete Klimaanlage oder die Sitzheizung anzeigt.

Über die Qualität des Innenraums braucht man nicht viel zu sagen - hier gehört Audi zu den Klassenbesten. Platz bietet der Allroad auch genug, sowohl für Fahrer und Beifahrer als auch für die Passagiere im Fond. Das trifft auch auf den Kofferraum zu: mindestens 490 Liter stehen zur Verfügung. Durch Umlegen der Rückbank kann er bis auf 1430 Liter erweitert werden.

Das Heck des Audi A4 Allroad
Das Heck des Audi A4 Allroad © Foto: Audi

Bei den Händlern wird der A4 Allroad ab dem Mai stehen. Als Motorenangebot können die Kunden dann zwischen einem 2.0-TFS mit 211 PS (42.550 Euro), einem zwei Liter großen Common-Rail-Diesel mit 143 PS (37.100 Euro) oder 170 PS (38.950 Euro) sowie einem V6-Diesel mit drei Litern Hubraum 240 PS (47.700 Euro) wählen, alle natürlich mit Allradantrieb. Damit kostet die Einstiegsvariante des Allroad 2000 Euro mehr als das vergleichbare Schwestermodell Avant. Zumindest in dieser Liga nicht die Welt, für einen Hauch von Offroad-Feeling.






Mehr zur Marke Audi

Weltpremiere in IngolstadtAudi A7: Anders sein als die Geschwister

Audi hat in Ingolstadt den neuen A7 vorgestellt. Im Gegensatz zu früheren Modellen ist er auch wieder deutlich von anderen Modellen der Marke zu unterscheiden.


Supersportler in begrenzter AuflageAudi Sport erfindet sich neu

Stefan Winkelmann bringt frischen Wind in die Audi Sport GmbH. Nach der Namensumbenennung bringt er nach und nach Supersportler in limitierter Stückzahl auf den Markt.


Aufsteigende Tendenz in China und den USAAudi hinkt Vorjahres-Bestwerten hinterher

Audi hat auch dank der neuen Tendenz in China den September im Plus abgeschlossen. Nach neun Monaten aber hinkt die VW-Tochter aus Ingolstadt dem Rekordjahr 2016 noch etwas hinterher.



Mehr aus dem Ressort

Die neue Mercedes X-Klasse.
Marktstart am 4. NovemberMercedes X-Klasse: Premium für die Arbeiterklasse

Es hat gedauert, doch nun bietet auch Mercedes mit der X-Klasse einen Pick-up an. Mit ihm will man Premium in ein Segment bringen, in dem bislang andere Aspekte im Vordergrund standen. Kann das gelingen?


Auch der kleinste Maserati Levante bewältigt die Pfade abseits des Asphalts
Luxus-SUV mit neuem EinstiegsbenzinerMaserati Levante: Vom warmen Ostwind zum Wüstensturm

Maserati erweitert das Angebot beim Levante. Das innerhalb eines Jahres zum unternehmenseignen Bestseller aufgestiegene Luxus-SUV bewältigt selbst als neuer Einstiegsbenziner wildes Terrain.


Hyundai steigt mit dem Kona spät in das Segment der B-SUV ein
Erstes B-SUV der KoreanerHyundai Kona: Ironman als Vorbild

Als Spätstarter schickt Hyundai den Kona ins Rennen. Das B-SUV bietet bei der Aufholjagd einige Optionen, die die Mitbewerber aus Frankreich, Deutschland oder Japan nicht im Angebot haben.