4. Juli 2008

Fahrbericht Fahrbericht Audi A3 1.4 TFSI Ersatz für den Diesel

Der überarbeitete Audi A3
Der überarbeitete Audi A3 © Foto: Audi

Diesel ist in Deutschland erstmals kaum weniger teurer als Benzin. Ein Auto wie der neue Audi A3 1.4 TFSI könnte den zahlreichen Dieselfans zukünftig viel Kopfzerbrechen machen.




Von Stefan Grundhoff

Der Audi A3 ist schon immer ein exzellentes Auto gewesen. Wem der Golf zu langweilig und ein Mini zu flippig war, der träumte seit 2003 mit dem Ingolstädter Einstiegsmodell von der großen, eleganten Audi-Welt. Die jüngste Modellpflege ist beim neuen A3 sehr überschaubar ausgefallen. Man war sich seiner kompakten Stärke bewusst und hat sich darauf beschränkt, sehr gutes noch ein bisschen besser zu machen. Einmal mehr setzt Audi dabei auf das Thema Licht. Mit dem netten Detail des LED-Tagfahrlichts hebt sich das Modelljahr 2009 dezent, aber auf den ersten Blick sichtbar von seinem Vorgänger ab.


Mit Tagfahrlicht

Man muss schon genau hinsehen, um den neuen Audi A3 erkennen zu können. Schärfer konturierte Motorhaube, ausdrucksvollere Kotflügel, größere Außenspiegel mit Blinkern. Audis Designanteilung übte sich einmal mehr in Zurückhaltung. Wirklich viel hat sich nur getan, wenn man den A3 mit den 870 Euro teuren Xenon-Scheinwerfern ordert. Das sorgt für ein besseres Licht und ein feines Designmerkmal. Das Tagfahrlicht bildet sich aus sieben kleinen Leuchtdioden. Beim Rücklicht hätte man sich schmucken Lichtstäbe des noch jungen A3 Cabriolets gewünscht. Doch ähnlich sehenswert präsentiert sich nur der Rücken des geräumigeren A3 Sportbacks.

TFSI lässt nichts vermissen

Das Heck des Audi A3
Das Heck des Audi A3 © Foto: Audi

Der Audi-Kunde liebt bekanntlich Dieselmodelle. Das ist beim nunmehr auf 4,24 Meter gewachsenen A3 nicht anders. Bisweilen entscheidet sich jeder zweite Kunde für ein TDI-Modell. Die sind auch beim überarbeiteten Jahrgang nach wie vor mit 105, 140 und 170 PS verfügbar und allemal empfehlenswert. Doch gerade der kleine Diesel als 1.9 TDI könnte angesichts der andauernden Benzinpreisrunden bald ins Hintertreffen geraten. Denn Sparen und Fahrspaß gemeinsam erleben, dass geht bereits mit dem Einstiegsmodell 1,4 TFSI. Ist der nach wie vor verfügbare Basis-1.6-Liter-Motor mit seinen 102 PS ein müder Krieger, so zeigt sich der frische Mini-Turbo mit Benzindirekteinspritzung und seinen daraus resultierenden 92 kW / 125 PS auf dem neuesten Stand der Technik. Gerade in Verbindung mit dem optionalen Doppelkupplungsgetriebe S-Tronic vermisst man kein TDI-Triebwerk. Die sieben Schaltstufen gehen angenehm spurlos im Fahrgeschehen unter und entlasten den Piloten von der nervigen Handarbeit in der Innenstadt.

Höchste Schaltstufe bei Tempo 55

Bereits bei 1.500 Touren steht das maximale Drehmoment von 200 Newtonmetern zur Verfügung. Wer am Ortsausgang rollt und sanft beschleunigt, sollte einen Blick auf die Ganganzeige werfen. Bei Tempo 50 ist der A3 bereits im sechsten Gang der S-Tronic unterwegs; bei kaum mehr als 55 km/h schaltet das automatisierte Siebengang-Getriebe in die höchste Stufe. Bei einem Tritt aufs Gas, hat der gerade einmal 1390 Kubikzentimeter große Vierzylinder alle Hände voll zu tun, enttäuscht jedoch in keiner Lage. Ungewöhnlich engagiert zieht der hubraumschwache Fronttriebler am Ortsausgangsschild nach vorn. Dagegen ist der A3 1.6 eher ein müder Krieger.

Zurückhaltender Verbrauch

Der Audi A3
Der Audi A3 © Foto: Audi

Auch auf der Autobahn zeigt der A3 1.4 TFSI, dass Hubraum viel, aber nicht alles ist. Bis 170 km/h ist man forsch unterwegs; erst danach wird es in Richtung 200 km/h träger. Belohnt wird man an der Zapfsäule schon lange nicht mehr. Aber der Benzinverbrauch hält sich mit versprochenen 5,6 Litern Super auf 100 Kilometern angenehm zurück. Der Handschalter verbraucht 0,3 Liter mehr - kostet jedoch 1.750 Euro weniger. Dass man den Spurt von 0 auf 100 km/h in 9,3 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 203 km/h genießen kann, macht das gute Gesamtbild des A3 1.4 TFSI nur kompletter.

Knappe zweite Reihe

Im Innenraum zeigt sich das bekannte A3-Bild. Die Sitze sind gut, Verarbeitung und Ambiente prächtig. Auch hier wurde nur an einigen Schaltern und Bedienelementen gefeilt. Vom Platzangebot darf man in dieser Liga keine Wunder erwarten. Da macht Audi keine Ausnahme gegenüber der Konkurrenz aus dem In- und Ausland. In der zweiten Reihe sitzen nur Kinder bequem. Doch kaum A3 wird zum Familienwagen aufsteigen. Das Kofferraumvolumen liegt je nach Nutzung der Rückbank zwischen 350 und 1.080 Litern - allemal ausreichend.

Schmale Serienausstattung

Das Cockpit des Audi A3
Das Cockpit des Audi A3 © Foto: Audi

Knapp fünf Jahre nach seiner Premiere zeigt sich die zweite Generation des Audi A3 erwartungsgemäß besser denn je. Die Preise des im Sommer auf den Markt kommenden neuen Modells sollen rund 750 Euro über dem bisherigen Modell liegen. So ist der Audi A3 1.4 TFSI eine der interessantesten Varianten im Portfolio. Einziger Makel: für 21.350 Euro gibt es automobile Hausmannskost, die mit Hilfe der umfangreichen Sonderausstattungsliste nahezu beliebig nach oben erweitert werden kann. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass somit das nächste A3-Rekordjahr bereits Ende 2008 gefeiert werden können. Im letzten Jahr konnte der kleinste Audi mit über 230.000 verkauften Modellen sein viertes Rekordjahr in Folge feiern. Für ganz Eilige gibt es den S3 ab sofort übrigens auch als Sportback.






Mehr zur Marke Audi

610 PS LeistungAudi R8 Spyder V10: Das Plus macht den Unterschied

Der neue Audi R8 Spyder V10 Plus sorgt für beeindruckende Fahrleistungen. Gerade einmal 3,3 Sekunden vergehen bis Tempo 100. Doch so beeindruckend ist auch der Preis


Schaeffler und Audi verlängern Verträge«Formel E als beste Plattform der Elektromobilität»

Die Elektromobilität steckt in Deutschland immer noch in der Nische. Die Formel E zieht immer mehr Hersteller an und kann einen emotionalen Beitrag für mögliche Antriebe in der Zukunft leisten.


Trotz positiver Signale aus ChinaAudi im Mai mit Absatzeinbußen

Audi musste auch im Mai einen Rückgang bei seinem weltweiten Absatz hinnehmen. Die VW-Tochter konnte 2,8 Prozent weniger Fahrzeuge absetzen als im Vorjahresmonat. In China hofft man wieder auf positive Zahlen.



Mehr aus dem Ressort

Nissan hat dem Qashqai ein neues Aussehen verliehen
Facelift für Crossover-PionierNissan Qashqai: Schönheitskur für den Spitzenplatz

Nissan hat den Qashqai vor allem optisch neuen Glanz verliehen. Technische Neuerungen für den unternehmenseigenen Bestseller sind zwar in der Pipeline, aber noch nicht im Crossover.


Gut 80 Prozent der Insignia-Kunden wählen die Kombivariante
Marktstart des Kombis am 24. JuniOpel Insignia Sports Tourer: Sag beim Abschied glanzvoll Servus

Opel lässt mit dem Insignia Sports Tourer die Zusammenarbeit mit Modellen der bald vergangenen Mutter General Motors auslaufen. Der besonders in Deutschland beliebte Mittelklasse-Kombi legt sich dabei mächtig ins Zeug in Richtung Premium.


Elektrische Reichweite von 155 KilometernSmart Fortwo Cabrio ED: Den Sommer genießen

Nun ist das Angebot komplett. Nach dem elektrisch angetriebenen Zwei- und Viersitzer bietet Smart vom Fortwo auch ein Cabrio an. Bei diesen sommerlichen Temperaturen ist es zweifelsfrei die schönste Art, mit diesem Kleinwagen unterwegs zu sein.