Transdev erster Kunde vom People Mover von ZF

Der People Mover von ZF und e.Go. © ZF

Der Mobilitätsdienstleister Transdev ist erster Kunde des People Movers von ZF und e.Go Mobile. Die Serienfertigung des Kleinbusses wird noch 2019 starten.

Das gab ZF-Chef Wolf-Henning Scheider am Montag (Ortszeit) auf der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas bekannt. Bis zum kommenden Jahr wollen die drei Unternehmen nun eine neue Shared-Mobility-Lösung für den People Mover erarbeiten, der mit dem Autonomous Transport System (ATS) von Transdev ausgestattet wird.


Dafür stellt das französische Unternehmen die passenden Überwachungsfunktionen, eine vernetzte Infrastruktur und eine Client-Anwendung zur Verfügung.

Transdev beförderte 3,5 Millionen Fahrgäste autonom

Transdev befördert täglich elf Millionen Fahrgäste in 20 Ländern mit Bussen, Bahnen und bietet seinen Kunden zugleich Carsharing- und Ridehailing-Angebote an. Die Franzosen gehören zu einem der führenden Anbieter von so genannten Shared-Autonomous-Mobility-Diensten. So wurden in den selbstfahrenden Bussen von Transdev bereits 3,5 Millionen Fahrgäste befördert und 1,6 Millionen Kilometer in Australien, Kanada, Frankreich, den Niederlanden und den USA zurückgelegt.

Der Zulieferer ZF und das Aachener Start-Up e.Go Mobile hatten Mitte des vergangenen Jahres für den Bau und die Entwicklung des People Movers das Joint Venture e.Go Moove gegründet und das Fahrzeug in Friedrichshafen präsentiert. Die Vorstellung des autonom und elektrisch fahrenden Kleinbusses hatte bei Mobilitätsdienstleistern und Städten großes Interesse hervorgerufen.

Nahverkehr als ideales Umfeld für autonome Dienste

ZF-Chef Wolf-Hennig Scheider (r.) und Yann Leriche, der Nordamerika-Chef von Transdev. Foto: Mertens

„Wir sind davon überzeugt, dass der öffentliche Nahverkehr das erste Segment sein wird, für das echte autonome Dienste für die Allgemeinheit entwickelt werden. Die Kooperation mit ZF und e.GO ist eine hervorragende Gelegenheit, unsere bestehenden Mobilitätslösungen mit neuen autonomen Fahrzeugen zu ergänzen, um unseren Kunden noch bessere Lösungen bieten zu können“, sagte Yann Leriche, CEO von Transdev Nordamerika und Leiter Autonomous Transportation Systems am Montag. Wie viele Fahrzeuge Transdev in Betrieb nehmen wird, sagte Leriche indes nicht.

Wie ZF-Chef Wolf-Henning Scheider sagte, würden das auf der CES vorgestellte autonome Ride-Hailing-Fahrzeug wie auch der e.GO People Mover bereits heute zeigen, wie ZF mit seiner Systemkompetenz die Mobilität der nächsten Generation mitgestalte. „Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung sind wichtige Voraussetzungen für die Zukunft, da der Beförderungsbedarf von Personen und Waren in den Ballungszentren immer weiter steigt“, so Scheider. „Urbane Mobilitätsangebote wie Mitfahrgelegenheiten sind einer der größten Treiber für die Entwicklung des autonomen Fahrens“, so der ZF-Chef.

People Mover mit 150 Kilometern Reichweite

Der Mitte des Jahres in Friedrichshafen vorgestellte People Mover wird von einer 60 kWh starken Batterie angetrieben, die eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern ermöglichen soll. Mit dem elektrisch und autonom fahrenden Kleinbus sind Geschwindigkeiten von bis zu 70 Kilometer möglich. Mit der Serienfertigung wird noch in diesem Jahr in Aachen begonnen. Noch in 2019 soll eine fünfstellige Zahl von People Movern gebaut werden, von dem es zu einem späteren Zeitpunkt auch eine Cargoversion geben wird.

Die ZF ProAI-Produktfamilie. Foto: ZF

ZF hatte mit seinem Ridehailing-Fahrzeug, einem umgebauten Van von Mercedes, bereits am Sonntag gezeigt, mit welchen Technologien man nachhaltige Mobilitätslösungen seinen Kunden anbieten will. In dem Technologieträger, der ohne Lenkrad und Pedalen ausgestattet ist, kommen Technologien wie der Zentralrechner ZF ProAI und Kamera-, Radar- und Lidarsensoren zum Einsatz. Der Superrechner ZF ProAI ist nach den Worten von Scheider der derzeit leistungsfähigste Rechner im Automotive-Umfeld. Er wird noch dieses Jahr in die Serienfertigung gehen.

Systeme unter Alltagsbedingungen

Für ZF ist das Engagement beim People Mover eine gute Möglichkeit, die dort verwendeten Systeme in ein neues Fahrzeugkonzept zu integrieren und unter Alltagsbedingungen zu testen und zu analysieren. Der People Mover ermöglicht es dabei, bis zu 15 Personen zu transportieren. Zugleich lassen sich verschiedene Innenraumkonzepte umsetzen. Der People Mover ist voll skalierbar, was die verschiedenen Level des autonomen Fahrens betrifft.

Ende des Jahres wird der People Mover unter anderem in Friedrichshafen in einem öffentlichen Testumfeld eingesetzt werden. Scheider erwartet in den kommenden fünf Jahren eine Nachfrage von weltweit 1,5 Millionen Fahrzeugen in diesem Segment. Was das Absatzpotenzial des People Movers betrifft, sei derzeit schlecht zu sagen. Vorerst wird mit einer jährlichen Stückzahl im fünfstelligen Bereich geplant.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein
Bitte geben Sie Ihren Namen ein