Elektroautos: Batterien mögen keine Kälte

Fahren im Winter

Der Porsche Taycan 4S in finnischer Winterlandschaft. © Porsche

Der Winter führt bereits bei Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselantrieb zu einem Mehrverbrauch. Ähnlich verhält es sich mit Elektroautos: die Kälte zehrt an der Reichweite.

Der Grund dafür: Bei Kälte laufen alle chemischen Reaktionen langsamer ab. Das gilt auch für die im inneren des Akkus: Der Elektrolyt zwischen den beiden Elektroden wird dickflüssiger, die Beweglichkeit der Lithium-Ionen darin wird eingeschränkt. Dadurch sinkt die abgebbare Leistung. Hinzu kommt, dass im Winter stromfressende Zusatzverbraucher eingeschaltet werden, beispielsweise das Abblendlicht oder die Heizung.


Wie stark nimmt die Reichweite ab?

Wie groß die maximal möglichen Strecken sind hängt vom Fahrzeugmodell ab. Bei frühen Elektroautos etwa lag die Minderung bei rund 50 Prozent, wie 2012 beispielsweise Tests der Dekra gezeigt haben. Bei neueren Modellen ist die Kältebeständigkeit tendenziell etwas besser.

Wie kann man als Fahrer Strom sparen?

Der größte Zusatzverbraucher im Winter ist die Heizung. Vor allem die Luft-Variante braucht Energie, sparsamer fährt man mit Sitz- und Lenkradheizung. Einige E-Autos verfügen über eine besonders effiziente Wärmepumpe, meist ist sie aber nur als teurer Aufpreisposten zu haben. Die meisten Fahrzeuge lassen sich jedoch so programmieren, dass sie sich bereits aufheizen, wenn sie noch am Ladekabel hängen.

Wie kann man als Fahrer die Batterie entlasten?

Wer seinen Akku schonen will, hält ihn warm. Bei starker Kälte sollte das E-Auto daher möglichst in der Garage parken, das Pedelec vielleicht sogar im Hausflur. Und auch das Laden klappt bei Wärme besser. E-Bike-Fahrer sollten die Batterie daher ruhig in der Wohnung auffüllen.

Was sollte man nicht tun?

Das Stromsparen darf niemals auf Kosten der Sicherheit gehen. Das Einschalten des Lichts hinauszuschieben ist genauso unklug wie der Verzicht auf Scheibenheizung oder das unaufmerksame Fahren mit zitternden Gliedern.

Gibt es keine technischen Lösungen?

Generelle Entlastung beim Batterieproblem verspricht ein Forschungsprojekt in Japan. Ingenieure an der Toyohshi-Universität arbeiten an einem E-Auto ohne eigenen Akku. Der Strom für den Antrieb soll stattdessen aus der Straße kommen. Dank spezieller Räder soll das Fahrzeug die Energie aus Stahlleitungen unter dem Asphalt aufnehmen können. Ein erster Prototyp hat mit dieser Technik nun eine Geschwindigkeit von knapp 10 km/h erreicht. (SP-X)