350 Millionen Euro für gewerbliche Ladestationen

Neuer Fördertopf

350 Millionen Euro für gewerbliche Ladestationen
Eine Ladestation für ein Elektroauto. © dpa

Das Förderprogramm für private Wallboxen ist ausgeschöpft. Neuer Anträge braucht man vorerst nicht zu stellen. Dafür steht nun für gewerbliche Ladeinfrastruktur ein Fördertopf von 350 Millionen Euro bereit – zugleich gibt es auch Fördermöglichkeiten in den Bundesländern.

Es ist die vielleicht banalste Erkenntnis der E-Mobilität – und am Ende doch die entscheidende: Fahren macht Spaß, Laden nicht. So hübsch es auch sein mag, mit dem Elektroauto übers Land zu fahren: Ist der Akku leer, ist es der Spaß meistens auch. Und so entscheidet eben nicht so sehr die Technik des Autos über die Akzeptanz, sondern die Infrastruktur.


Allerdings ist das deutsche Ladenetz mit grobmaschig sicher nicht falsch beschrieben. Längst nicht jeder und jede kann am solarbedachten Eigenheim laden, wie es die Werbefilmchen gerne zeigen, weil sich in der Nähe der Wohnung noch nicht einmal einen Laternenparkplatz findet. Und wer allabendlich die Kabeltrommel aus dem dritten Stock abrollen soll, dem ist so schnell halt kein Stromer schmackhaft zu machen.

Fördertopf für private Ladestation leer

Mit einer günstigen Wallbox womöglich schon. Hat mittlerweile sogar die Bundesregierung eingesehen und ordentlich Geld in die Hand genommen. Mit großem Erfolg: Der auf zwischenzeitlich 800 Millionen Euro aufgestockte Fördertopf für private Ladestationen ist seit Ende Oktober komplett ausgeschöpft – seit 23. November gibt es nun einen für gewerbliche Nutzer. Inhalt: 350 Millionen Euro. Das reicht für knapp 400.000 Ladepunkte.

Offiziell trägt die Förderrichtlinie den sperrigen Namen „Nicht öffentlich zugängliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge – Unternehmen und Kommunen“. Heißt übersetzt: Wallboxen für Mitarbeiter-Parkplätze, Dienstfahrzeuge sowie E-Autos betrieblicher oder kommunaler Flotten. Die Philosophie dahinter: Mit Abstand am meisten wird laut Studien zuhause oder am Arbeitsplatz geladen. Und: Rund zwei von drei E-Autos sind Dienstwagen. Mit leistungsstarken Steckdosen auf den Parkplätzen von Unternehmen und Kommunen kommt man der steigenden Nachfrage also gleich doppelt entgegen.

900 Euro pro Ladepunkt

Die Förderung orientiert sich an der, die bislang für den privaten Bereich galt. Bis zu 900 Euro pro Ladepunkt kann man von der öffentlichen Förderbank KfW kassieren. Jedenfalls dann, wenn der tatsächliche Aufwand höher liegt als 1295,71 Euro. Geräte selbst bekommt man zwar teilweise schon für wenig mehr als 500 Euro, allerdings addieren sich in der Regel noch Kosten für Installation, Energiemanagement-System und eventuelle Umbauten. Ganz wichtig: Der Antrag muss vor Beginn der Installation gestellt werden! Und: Es gilt eine Obergrenze je Förderung von 45.000 Euro – das entspricht 50 Ladepunkten.

Anders als bei der privaten Wallbox muss hier nicht das Limit von 11 kW eingehalten werden. Das dürfte mit der Lademöglichkeit für Nutzfahrzeuge zusammenhängen. Gefördert werden im Zuge des neuen Programms deshalb auch Systeme mit 22 kW, nicht jedoch mobile Ladestationen. Weitere Bedingung: Spätestens ein Jahr nach Zusage der Förderung muss die komplette Installation nachgewiesen sein. Und: Die Ladepunkte müssen mindestens sechs Jahre lang „zweckentsprechend“ genutzt werden. Falls nicht – oder auch bei vorzeitigem Verkauf –, darf die KfW die Zuschüsse zurückzufordern.

Nur Grünstrom zulässig

Weil die Investition aber auch nachhaltig sein soll, darf über den Anschluss nur Strom aus erneuerbaren Energien fließen. Entweder gleich aus der eigenen Photovoltaik-Anlage oder per offiziellem Nachweis durch den Energieversorger. Zudem ist eine intelligente Steuerung der Wallbox Voraussetzung. Damit aber nicht genug der Vorschriften: Gefördert werden prinzipiell nur Geräte, die die KfW in ihrer offiziellen Liste führt.

Der Mitsubishi Eclipse Cross an einer Ladestation. Foto: Mitsubishi

Wer sich als Firmenkunde informieren will, der kann dazu auch seinen Händler befragen. Hier bieten die Händlerbetriebe ausreichend Beratungsoptionen an. Bei Mitsubishi beispielsweise läuft das alles unter dem „Wir-kümmern-uns“-Versprechen. Das heißt: Der Händler leistet umfassende Information, organisiert die passende Wallbox, das richtige Ladekabel – und vor allem den Papierkram. Eine Art Rundum-sorglos-Paket. Aber auch die öffentlichen Stellen bieten hier Beratung. In Berlin gibt es beispielsweise das Programm der Wirtschaftsnahe Elektromobilität (Welmo). Hier wird nicht nur der Kauf von gewerblich genutzten Fahrzeugen unterstützt, sondern es gibt auch ein Beratungsangebot zu Fahrzeugen und zur Ladeinfrastrukrur.Solche Programme wie in Berlin gibt es dann auch in anderen Bundesländern.

Manch einer wird sich derzeit fragen, warum endet die private Förderung ziemlich genau dann, wenn die gewerbliche beginnt? „Da steckt kein Plan dahinter“, versichert KfW-Sprecher Wolfram Schweickhardt. Die Mittel für den zweiten Fördertopf seien lange geplant gewesen, die für den ersten nach knapp einem Jahr einfach aufgebraucht. Das Geld, das hier ausgegeben wird, stamme ja nicht von der KfW, sondern aus dem Etat des Bundesverkehrsministeriums. Schweickhardt: „Es liegt jetzt an der künftigen Regierung, ein neues Programm aufzulegen.“

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