In Zwickau beginnt für VW die Zukunft

Start der Serienproduktion des ID.3

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Produktionsstart des ID.3 in Zwickau. © dpa

Im VW-Werk Zwickau hat am Montag die Serienproduktion des ID.3 begonnen. VW-Chef Herbert Diess sprach im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel von einem Meilenstein für das Unternehmen.

Wie Diess sagte, würde der ID.3 einen wichtigen Beitrag zum Durchbruch der Elektrombilität leisten. „Wir stehen vor einem Systemwechsel zur Elektromobilität“, sagte Diess. „Es ist keine Frage mehr, ob sich das Elektroauto durchsetzt. Sondern wie schnell und in welcher Region der Welt zuerst.“


Der ID.3 ist das erste Elektroauto der Wolfsburger, das auf dem Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) des Konzerns basiert. Es bildet die Grundlage für die E-Offensive des weltweit größten Autobauers. Der ID.3 mache „saubere, individuelle Mobilität für Millionen von Menschen erreichbar und ist ein Meilenstein für unser Unternehmen auf dem Weg, bis 2050 klimaneutral zu werden“, führte der VW-Chef aus.

Ulbrich: Beginn einer neuen Ära

Für VW-Vorstand Thomas Ulbrich beginne heute eine neue Ära für den Autobauer. Der ID:3 sei weit mehr als nur ein neues Auto. Es stelle die Zukunft nicht nur für VW, sondern auch das Werk als auch für die gesamte deutsche Autoindustrie dar, wie Ulbrich sagte, der bei VW die Elektromobilität verantwortet.

Auf den Markt kommen wir der ID.3 allerdings erst im Sommer kommenden Jahres. Dann beginnt der „große Big Bang“ mit der Markteinführung in Deutschland und fast zeitgleich in anderen europäischen Märkten. Bereits ab 2025 wolle VW jedes Jahr eine Millionen Elektroautos auf den Markt bringen.

1,2 Milliarden Invest in Zwickau

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Herbert Diess (l), und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ( r) bei der Produktion des ID.3. Foto: dpa

Das Werk in Zwickau hat sich bis dann auch zum Hub der E-Mobilität entwickelt. Nachdem bislang im dortigen Werk die 8000 Mitarbeiter zu 100 Prozent Autos mit Verbrennunsgmotor produziert haben, werden es ab Mitte 2020 nur noch Elektroautos sein. „In Zwickau beginnt die Zukunft von VW“, sagt dann auch Diess.

In den Umbau des Werkes hat VW 1,2 Milliarden Euro investiert und eine große Qualifizierungsoffensive der Mitarbeiter gestartet. Im dortigen Werk sollen nach der finalen Ausbaustufe in 2021 bis zu 330.000 E-Autos pro Jahr vom Band laufen, rund 30.000 Fahrzeuge mehr als bislang. Zwickau wird damit zum größten Elektroauto-Werk Europas. „Zwickau ist Eckpfeiler der Tradition, aber auch der Zukunft“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie freue sich sehr darüber, dass die Geschichte des Automobilstandortes Zwickau fortgeschrieben werde.

In den kommenden Jahren investiert VW 44 Milliarden in Zukunftstechnologien, davon entfallen allein 30 Milliarden auf die E-Mobilität. Diess betonte nochmals, dass die E-Mobilität alternativlos sei. Die Wasserstofftechnologie sei derzeit einfach nicht wettbewerbsfähig, schon gar nicht bei den Pkw. Sie werden Schiffen und Nutzfahrzeugen vorbehalten bleiben.

Autogipfel im Kanzleramt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstrich die große Rolle der E-Mobilität für die Erreichung der Klimaziele. Nur mit ihr könnten die Hersteller die strengen CO2-Vorgaben der EU erreichen, so die CDU-Politikerin. Die Politik müsse die richtigen Rahmenbedingungen setzen, damit die E-Mobilität zu einer Erfolgsgeschichte werde. Als Ziel nannte Merkel sieben bis zehn Millionen E-Autos und eine Million Ladestationen bis 2030.

Um dieses Ziel zu erreichen, werde die Bundesregierung den Ausbau der Ladeinfrastruktur bis 2025 massiv fördern. Bei der Schaffung der Ladeinfrastruktur sieht die Kanzlerin aber auch die Autobauer und die Energiewirtschaft in der Pflicht. Wie die E-Mobilität weiter voran gebracht werden kann, darüber wird Merkel am Montagabend im Kanzleramt beim Autogipfel mit den Herstellern, Branchenvertretern und Ministerpräsidenten sprechen.

Wie Merkel sagte, müsse es weitere Kaufanreize für E-Autos geben. Nachdem sich der Umweltbonus bewährt habe, gehe es nun darum, die Kaufprämie für Fahrzeuge unter 40.000 Euro weiter zu erhöhen. Insbesondere müssten schnell 50.000 öffentliche Ladepunkte geschaffen. Doch die E-Mobilität mache mit Blick auf die Klimaziele nur Sinn, wenn es dafür auch regenerativen Strom gäbe. So will die Bundesregierung bis 2030 auf einen Anteil von 65 Prozent regenerativen Strom kommen. Doch dieses Ziel ist derzeit gefährdet, weil der Ausbau der Windenergie ins Stocken geraten ist. Hier gelte es in der Bevölkerung weitere Akzeptanz zu schaffen.