VW-Aufsichtsrat regelt Vorstandsbezüge neu

Winterkorn kassiert weniger

VW-Chef Martin Winterkorn rechnet mit einem Jahr der Bewährung. © dpa

Der Aufsichtsrat von Europas größtem Autobauer VW will am heutigen Freitag die Vorstandsbezüge neu regeln. Das Gremium hat insbesondere die Berechnung der variablen Bonuszahlungen unter die Lupe genommen.

Der Aufsichtsrat von Europas größtem Autobauer Volkswagen will am heutigen Freitag eine Neuregelung der umstrittenen Vorstandsgehälter beschließen. In mehrmonatigen Beratungen hatte das Kontrollgremium unter dem Vorsitz von Ferdinand Piech vor allem die Berechnung der variablen Bonuszahlungen unter die Lupe genommen. Sie sind meist deutlich höher als das feste Grundgehalt und neben den sogenannten langfristigen Anreizen Teil der Gesamtvergütung für die Top-Manager.

Medienberichten zufolge soll VW-Chef Martin Winterkorn für das Jahr 2012 auf Basis der neuen Richtlinien 14 Millionen Euro erhalten. Im Vorjahr waren es mit einer Nachzahlung knapp 17,5 Millionen Euro.

Eckdaten zum Geschäftsjahr erwartet

VW-Chef Winterkorn selbst hatte es begrüßt, dass der Aufsichtsrat sich mit der Neuregelung der Bezüge befasst. Hatten die Aufseher es nicht getan, hätte Winterkorn für das Vorjahr bis zu 20 Millionen bekommen können. «Wenn ich wirklich 20 Millionen bekäme, wäre das den Menschen sicherlich nicht mehr zu vermitteln», hatte Winterkorn in einem Interview mit dem Spiegel gesagt.

Analysten rechnen außerdem mit ersten Eckdaten zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Winterkorn hatte angesichts der Absatzkrise in Süd- und Westeuropa angekündigt, den Betriebsgewinn von 11,3 Milliarden Euro aus dem Jahr 2011 zumindest halten zu wollen. Marktbeobachter schließen nicht aus, dass VW noch einmal leicht darüber liegt. Auch das Gesamtergebnis von 15,8 Milliarden Euro könnte erneut steigen. (AG/dpa)