VW-Vorstände verdienen zusammen über 50 Millionen Euro

Jahrespressekonferenz in Berlin

Matthias Müller (l.) und Finanzvorstand Frank Witter. Foto: dpa
VW-Chef Matthias Müller (l.) und Finanzvorstand Frank Witter in Berlin. © dpa

Der Volkswagen-Konzern hat die Ertragskraft bei seinen drei größten Marken im vergangenen Jahr gesteigert. Bei der Kernmarke VW Pkw stieg die operative Umsatzrendite von 1,8 auf 4,1 Prozent.

Das teilte der Dax-Konzern am Dienstag bei seiner Jahrespressekonferenz in Berlin mit. Volkswagen hatte einige renditeschwache Geschäfte aus der Kernmarke herausgelöst, deshalb sind die Werte nicht direkt mit dem Vorjahr vergleichbar. Allerdings hätten ein höheres Verkaufsvolumen sowie eine Verschiebung zu teureren Autos und Kostensenkungen ebenfalls positiv gewirkt, hieß es.


Bei der Sportwagentochter Porsche stieg die operative Marge von 18 Prozent auf 18,5 Prozent. Trotz höherer Kosten konnten gestiegene Verkäufe die Ertragskraft heben. Bei der Ingolstädter Premiumtochter Audi stieg die operative Umsatzrendite von 8,2 auf 8,4 Prozent, weil höhere Preise und Kostensenkungen gestiegene Abschreibungen auf neue Modelle und Technologien wettmachten.

VW-Vorstände profitieren von positivem Geschäft

Von der guten Geschäftsentwicklung profitieren auch die Mitglieder des Volkswagen-Konzernvorstands: sie kassieren für das abgelaufene Jahr deutlich mehr Gehalt als noch 2016. Insgesamt summieren sich die Bezüge auf rund 50,3 Millionen Euro. Im vorangegangenen Jahr hatte das Top-Management des weltgrößten Autobauers noch rund 39,5 Millionen Euro erhalten. Volkswagen begründete den Anstieg vor allem mit der guten Geschäftsentwicklung.

Spitzenverdiener unter den zehn obersten VW-Führungskräften – einschließlich der ausgeschiedenen Christine Hohmann-Dennhardt – ist Vorstandschef Matthias Müller, der mehr als 10,1 Millionen Euro einstrich. Ein Jahr zuvor waren es 7,25 Millionen Euro. Ohne Nebenleistungen und Versorgungsaufwand kommt Müller 2017 auf rund 9,5 Millionen Euro. Personalchef Karlheinz Blessing bekommt an zweiter Stelle rund 5,2 (2016: 3,33) Millionen Euro.

Vergütungssystem wurde reformiert

Der Konzern hatte zum Geschäftsjahr 2017 sein System zur Bestimmung der Vorstandsgehälter reformiert – nach langer Kritik an der Höhe der Bezüge. So gibt es für den Vorstandschef seit 2017 eine Höchstgrenze von 10 Millionen Euro, für Vorstandsmitglieder von 5,5 Millionen Euro. Während die festen Grundgehälter tendenziell angehoben werden, fallen die Regeln zur Berechnung erfolgsabhängiger Bonuszahlungen strikter aus und orientieren sich teils an der künftigen Entwicklung. (dpa)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch den redaktionellen Teil des Magazins electrified (Print und Online).

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