VW investiert Milliarden in neue Geschäftsfelder

Von Robotaxis bis Carsharing

Sind zehn Millionen Euro genug? VW-Chef Matthias Müller.
Sind zehn Millionen Euro genug? VW-Chef Matthias Müller. © dpa

VW plant mit Investitionen in Milliardenhöhe in neue Geschäftsfelder. Zuletzt hatte sich der Autobauer am Fahrdienstvermittler Gett mit 300 Millionen Dollar beteiligt.

Volkswagen will sich den Aufbau eines neuen Geschäftsbereichs für Mobilitätsdienste in den nächsten Jahren eine hohe Milliardensumme kosten lassen. "Für die notwendigen Zukunftsinvestitionen in die Transformation des Kerngeschäfts und den Aufbau der (...) Säule veranschlagen wir bis 2025 einen zweistelligen Milliardenbetrag", sagte Vorstandschef Matthias Müller am Donnerstag in Wolfsburg. Man werde diesen Markt sorgfältig analysieren - aber auch "nicht jedem Trend hinterher laufen".

Die Pläne sind Teil der neuen Strategie 2025 von Europas größtem Autokonzern. Auch die E-Mobilität, das autonome Fahren und eine schlankere Unternehmensstruktur spielen künftig eine zentrale Rolle. Bei den Mobilitäts-Services werde bis 2025 ein Umsatz "in substanzieller Milliardenhöhe" angepeilt, sagte Müller. Hauptsitz der neuen Einheit werde Berlin sein, der Konzern hatte bereits Ende April die Gründung einer eigenständigen Tochterfirma angekündigt.

Einstieg bei Gett soll Weg ebnen

Eine Beteiligung am Fahrdienst-Vermittler und Uber-Rivalen Gett mit 300 Millionen Dollar soll den Weg in das Geschäft ebnen. Sie werde der "Nukleus für den Ausbau", sagte Müller. "Um diesen Kern werden wir in den nächsten Jahren in rascher Folge weitere Dienste wie Robotaxis, Carsharing oder Transport-On-Demand gruppieren." Dabei ziele man auf Privat- wie auf Geschäftskunden. 1000 weitere Software-Spezialisten will Volkswagen dazu einstellen.

Der gesamten Autobranche würden digitale Dienstleistungen enorme Einnahmemöglichkeiten bieten, sagte der VW-Chef. "Wir glauben, dass das ein Profit-Tool ist, das vielleicht im Jahr 2025 ein Potenzial von 35 oder mehr Milliarden Euro hat." Der Volkswagen-Konzern wolle sich an dem Milliardenmarkt beteiligen. Der chinesische Uber-Konkurrent Didi Chuxing besorgte sich nach eigenen Angaben sieben Milliarden Dollar frisches Geld für seine Expansion, Uber bisher insgesamt rund elf Milliarden Dollar. (dpa)