Fragen an den Autopapst im September 2014

Autopapst Andreas Kessler © Autogazette

Probleme mit dem Auto? Der Motor springt nicht an? Sie wissen nicht mehr weiter? Kein Problem! Autopapst Andreas Kessler hilft Ihnen weiter. Heute geht es um einen 5er BMW.

Frage von Erhard Müller:

Hallo Herr Keßler, mein Sohn hat sich einen 5er BMW E 39, Bj. 2003, gekauft. Nach ca. 16.000 km ist nun schon zum dritten Mal (was wir wissen) das Automatikgetriebe kaputt. Was könnte das für ein Defekt sein? Danke. Mit freundlichen Grüßen E. Müller

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Müller, beim E39 wurden in einigen Modellen Getriebe verbaut, die der Motorleistung nicht auf Dauer gewachsen waren. Man könnte auch von einer Schwachstelle dieser Baureihe sprechen. Im Getriebe gibt es einen Kolben, der druckbeaufschlagt ist, um die Gänge 1 bis 3 zu schalten. Dieser Kolben ist unterdimensioniert und versagt irgendwann, was den Öldruck im Getriebe soweit sinken lässt, bis der Kraftschluss in diesen drei Gängen nicht mehr gegeben ist. Ein Getriebespezialist kann das Getriebe nach Demontage überholen. Inzwischen gibt es geänderte Kolben, die das Problem nach der Überholung dauerhaft aus der Welt schaffen. Wahrscheinlich sind bisher nach den Getriebeschäden immer bereits vorgeschädigte Gebrauchtgetriebe eingebaut worden, die dann auch alsbald versagten. Ein gebrauchtes Getriebe ist deshalb der falsche Weg, eine Überholung ist immer empfehlenswert.

Frage von Maren Buttchereit:

Hallo lieber Autopapst, mein Ford Fiesta 1.3, 37 kW von 1996, 92.000km, Benziner, heulte vor drei Jahren ständig beim Schalten auf. Es wurde das Leerlaufreglerventil erneuert - das Problem war beseitigt. Neuerdings heult er wieder auf beim Schalten. Aber nicht oft, nur ab und zu. Ich war in der Werkstatt, es wurde das Leerlaufreglerventil ausgebaut und gereinigt. Aber das hat nichts gebracht!! Es gibt sonst keine weiteren Probleme. Was kann der Grund für dieses Aufheulen sein?? Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe. Liebe Grüße Maren

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Maren, das ist wahrscheinlich die typische Ford-Kombi aus Abgasrückführung (AGR-Ventil), verdrecktem Leerlaufregelventil und dem Kupplungsschalter. Alle drei Komponenten testen, ggf. reinigen oder erneuern und der Spuk ist vorbei. Sollte die Werkstatt eigentlich wissen! Cheers vom Autopapst

Frage von I. Oltmanns:

Moin! Ich fahre seit kurzem einen Ford Fusion 1,6l-Benziner mit 100 PS, Baujahr 2/2003. Er hat 115.000 km gelaufen. Nun leuchtet die Ladekontrollleuchte (Batterie). Allerdings nicht immer. Bin gestern 50 km mit Leuchte an gefahren (ohne Licht und Scheibenwischer), auf der Rücktour hat die Lampe nicht geleuchtet, Abblendlicht und Scheibenwischer waren in Benutzung. Ist die LiMa defekt oder kann es auch am Massekabel unter dem Auto liegen? (hatte ich mal beim Mondeo). Und wie finde ich das raus? LG I. Oltmanns

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Oltmanns, ich tippe ganz stark auf die Kohlen des Reglers! Konkret heißt das, ein neuer Regler muss eingebaut werden (was mit etwas Fingerspitzengefühl sogar bei eingebauter Lima geht...). Den gibt es im Zubehör. Die Lima ist nach 115.000 km noch nicht defekt (hoffentlich!). Manchmal reicht auch eine sorgfältige Reinigung des Ganzen, dazu muss die Lima dann aber raus....

Frage von Sarah Kay Nardmann:

Hallo lieber Autopapst, ich habe ein Problem mit meinem Peugeot 309 XR Injection Baujahr 87, Benziner, 105 PS. Und zwar hatte ich anfangs das Problem, dass er immer wenn es feucht war oder stark geregnet hat, gar nicht oder schlecht angesprungen ist. Ich nahm an, dass es an der Feuchtigkeit liegt, aber mittlerweile hat sich das Problem verändert. Und zwar, immer wenn ich eine kurze Strecke fahre und den Wagen dann ausstelle und wieder anmachen will, stottert der Wagen und nimmt das Gas nicht richtig an. Als er einmal gar nicht angesprungen ist, habe ich die Zündkerzen überprüft und diese waren trocken. Ich dachte, dass es möglicherweise an der Verteilerkappe liegt, aber diese ist dicht. Der Kraftstoffschlauch war porös und ist bereits ausgetauscht. Ich wäre froh, wenn Sie mir da helfen könnten, ich weiß nämlich nicht weiter und habe letztes Jahr erst mehr als Tausend Euro in den Wagen gesteckt. Vielen Dank und liebe Grüße.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Sarah, Du warst schon ganz dicht an der Problemlösung: Nicht nur die Kerzen, sondern auch die Zündkabel, die Zündkabelstecker und vor allem die Verteilerkappe und der Verteilerfinger sind zu erneuern! Und: Finger weg von der LE2-Jetronic (so heißt die Einspritzung!). Hier sollten nur echte Spezialisten ran, die man manchmal noch bei Boschdiensten findet. Die §-K-Lösung hilft aber in der Regel und ist auch in Eigenregie zu schaffen. Ich fahre übrigens (wenn er fährt....) einen 205 GTI mit dem gleichen Motor! Gute Fahrt wünscht Der Autopapst.

Frage von Marius Langner:

Sehr geehrter Herr Keßler, mein VW Touran 1.9 TDI mit 105 PS von Mai 2005, 111.000 Kilometer, springt kalt sehr gut an. Ist er warm bzw. auf Betriebstemperatur (Stadt, Land oder Autobahn), muss ich "nudeln", bis der Wagen anspringt. Ich war heute bei VW und lasse eine Diagnose machen. Aussage im Vorfeld: Der Anlasser bringt die Drehzahlen im Warmstart nicht mehr!!!????? Hätten Sie einen Tipp für mich? Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen M. Langner

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Die Werkstatt könnte Recht haben! Bei warmem Motor ist die Kompression höher als bei kalter Maschine, weshalb der Anlasser mehr „ackern“ muss. Deshalb erreicht er nicht die Mindeststartdrehzahl und die Einspritzung wird nicht freigegeben. Hier hilft entweder ein Eingriff in die Motorsteuerung (Reduzierung der Mindeststartdrehzahl im Steuergerät: Kann nur VW!) oder ein neuer, schneller drehender Anlasser.

Frage von Heike Schlosser:

Hallo Herr Keßler, ich fahre einen älteren Audi A3 (BJ 1998) und habe ein Problem schon seit Jahren. Beim Auskuppeln geht der Drehzahlmesser oft so weit herunter, das der Wagen komplett ausgeht. Auch beim Abbiegen oder wenn ich eine leichte Anhöhe anfahre, überall dort, wo es halt zum Auskuppeln kommt, dann geht der Wagen oft aus. Aber auch nicht immer. Im Stand läuft er total unruhig. In diversen Werkstätten wurden schon einige Teile ausgetauscht, aber die Ursache wurde nie behoben. Unter anderem Druckleitung und einige Schläuche. Vielleicht können Sie mir ja helfen. Vielen Dank im Voraus. Bis bald Heike Schlosser

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Frau Schlosser, „Ausgeher“ sind mir am liebsten: Man kann gar nichts falsch machen, weil es so herrlich viele unterschiedliche Möglichkeiten gibt, warum der Karren abstirbt. Leider haben Sie nicht geschrieben, was die Werkstatt genau gemacht hat. Typisch für den A3 ist (wenn der Drehzahlmesser komisch agiert) ein defekter OT-Geber. Ein einfacher Austausch könnte das Problem lösen. Oder es ist eine andere von den 326 möglichen Ausgehgründen.....

Frage von R. Wuttke:

Sehr geehrter Herr Keßler, mein Mercedes SL 500, Bj. 1996, geht, wenn er warm ist, bei langsamer Fahrt, z.B. heranrollen an eine Ampel, aus. Er startet dann sofort wieder. Wenn man dann mit der Automatik auf R geht, geht er aber wieder aus. Ist er vollständig abgekühlt, ist alles wieder in Ordnung. Das Steuergerät wurde geprüft und ist in Ordnung, der OT-Sensor wurde ausgetauscht. Wo kann der Fehler stecken? Freundliche Grüße Rainer Wuttke

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Wuttke, lassen Sie mal den Microschalter für die Schubabschaltung testen. Möglicherweise ist der dejustiert. Eine weitere Ursache könnte ein Problem mit dem Schubabschaltungsrelais sein. Wenn das nicht mehr auf das Tachosignal reagiert, tritt ein ähnliches Symptom auf. Sehr häufig steigt auch das Benzinpumpenrelais aus. Leider muss man für ein Auslesen des Fehlerspeichers zu Mercedes, weil der W129 dieser Generation noch keine OBD-Schnittstelle hat....

Frage von H. Tietgen:

Lieber Herr Keßler, nach einem Motorschaden am Opel Combo Tourer 1.6 Benziner, Bj. 2002, wurden folgende Teile erneuert: Nockenwelle mit Kipphebel, Hydrostößel, Zylinderkopfdichtung, Zahnriemen, Ventilkopfdichtung, Zündkerzen. Der Katalysator wurde als zwar verrußt, aber nicht defekt bewertet. Er sollte sich durch das Fahren wieder „freipusten“. Nach kurzer Zeit wurde festgestellt, dass bläulicher Rauch, besonders nach einem Kaltstart, austrat. Der Ölverbrauch war enorm hoch. Danach wurden die Ventilschaltdichtungen erneuert. Aber der hohe Ölverbrauch und das Räuchern blieben. Unsere Frage: Welche Ursache könnte das noch haben? Hans Tietgen

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Der Motorschaden war bestimmt ein Zahnriemenriss, oder? Wenn der alte Kopf repariert wurde, dürfte die Ursache für den extrem hohen Ölverbrauch in krummen Ventilen und dadurch beschädigten Ventilführungen liegen. Wenn man das jetzt reparieren lässt, muss faktisch die ganze Reparatur noch einmal gemacht werden.... So ein Zylinderkopf ist zwar kein Hexenwerk, aber wenn der überholt werden muss, sollte man alles (was möglich ist....) bei einem Spezialisten machen lassen. Und das lohnt sich nur, wenn man keinen Austauschkopf bekommt. Sonst ist es immer preiswerter und vor allem technisch besser, einen komplett neuen bzw. überholten Kopf im Zubehör zu kaufen und den gegen den defekten zu wechseln.

Frage von R. Ruprecht:

Sehr geehrter Herr Keßler, mein VW Sirocco Tropic, Bj. 1986, 285.000 km, verträgt seit ca. einem Jahr keine Temperatur ab 26 Grad aufwärts. Bei gleichmäßiger Fahrt geht die Kühlmitteltemperaturnadel dann stark nach rechts, es gibt noch kein Problem mit dem Motor. Wenn dann öfters abgebremst, schlimmer noch angehalten werden muss, leuchtet die Kontrollleuchte auf und der Motor geht aus. Der Kühlerventilator geht nur ab und zu an. Kühlmittel ist ok., die Werkstatt ist ratlos. Können Sie helfen? Mit freundlichem Gruß R. Ruprecht

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Ruprecht, die Kühlmittelanzeige ist nicht das Maß aller Dinge, manchmal zeigt die auch Phantasiewerte an! Ich würde zunächst mal die „echte“ Kühlmitteltemperatur messen, z.B. mit einem der modernen Laserthermometer. Normal sind Werte knapp unterhalb von 90°C. Wenn der Wert höher liegt (über 100°C), ist entweder der Kühler verkalkt (hier hilft Zitronensäure als Entkalker), das Thermostat verklemmt (öffnet nicht ganz, erneuern!) oder die Wasserpumpe defekt. Wenn die Kühlmitteltemperatur normal ist, ist entweder der Kühlwassersensor oder das Anzeigeinstrument defekt. Der Thermoschalter des Kühlerventilators hat übrigens zwei Stufen! Häufig ist die erste defekt, was der Grund für eine zu hohe Kühlwassertemperatur ist. Grundsätzlich ist das alles leicht zu diagnostizieren; wenn die eine Werkstatt das nicht schafft, müssen Sie eben in eine andere (bessere) wechseln....

Frage von Carsten Reinsch:

Hallo Herr Keßler, ich benötige mal ein paar aufklärende Gedanken zum Problem bei meinem Mazda 6 Kombi, 2,2 Liter großer Diesel mit 163PS, Bj. 2010., Scheckheftgepflegt, jetzt 190.000 km, kein Kurzstreckenbetrieb. Problem ist der jetzt bemerkte signifikant höhere Durchschnittsverbrauch/geringere Reichweite. Die momentane tägliche Fahrstrecke beträgt 2x 30 km, der Motor wird warm und die Strecke sollte zur Abreinigung des DPF ausreichen (wird vom MH durch Auslesen bestätigt). Die Geschwindigkeit ist überwiegend als verbrauchsgünstig zwischen 110...120km/h auf diesen überwiegenden Strecken. Zur letzten Historie (ab ~170.000 km): Abschleppen wg. mangelndem Öldruck, Reparatur beim MH (Ölwechsel, Reinigung des Ölsumpfsiebes (war verstopft), alles prima bis zum nächsten Werkstattaufenthalt: Abschleppen wg. Mangelndem Öldruck, Ölsieb im Sumpf wieder verstopft, Injektoren gezogen, Flammschutzdichtungen gewechselt (mit montiertem Zylinderkopf), Injektoren neu angelernt, dadurch höherer Durchschnittsverbrauch von rund einem Liter!!! Jetzt stehen rund 190.000 km auf dem Tacho und die Injektoren sind im Rahmen eines TÜV mal neu "angelernt" worden. Die Aussage dazu vom MH: "... sind noch gut. ... Verschleißwert ist 60, haben 25... (ich nehme an, das ist eine Art Verlustwert zur Beurteilung der Dichtheit etc...). Der Verbrauch ist nach wie vor sehr hoch, ich werde demnächst mal an der Tanke "auslitern" gehen (momentan 1/2 Tank (~30l) und rund 330km!!!). Ich habe das Gefühl, dass meine Werkstatt keine wirkliche Idee mehr hat, diese Veränderung zu erklären/zu reparieren. Wo könnten noch weitere Ursachen liegen? Gibt es dazu Erfahrungen bei diesem Modell? Das Einfachste wäre bestimmt ein defekter Sensor, der dem Motormanagement falsche Werte liefert, wobei das doch eigentlich als Fehler auslesbar ist, oder? Ich bedanke mich für eine erste Rückmeldung und stehe für Rückfragen gerne zur Verfügung. Viele Grüße Carsten Reinsch

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Carsten, Dein Fall ist wieder einer von den High-Tech-Dieseln der letzten Generation, der langsam in die Jahre kommt. Unter dem Bauch ist keine Abgasanlage mehr, sondern eine Chemiefabrik. Die EU-Abgasgesetze verlangen das so.... Zusätzlich wollte man natürlich geringe Verbräuche und möglichst hohe Drehmomente, was mit den HDI-Motoren von PSA (die seinerzeit auch in Ford- und Mazda-Modelle eingebaut wurden!) ja auch ziemlich gut gelungen ist. Das ganze dann mit einem Rußpartikelfilter kombiniert..... Läuft im Neuzustand perfekt, braucht aber kompetente Wartung und schließlich teure Ersatzteile. Das Expertenurteil lautet dann: Im Alter technisch nicht mehr beherrsch- bzw. bezahlbar. Die Ursache für angezeigten mangelnden Öldruck könnte wirklich ein defekter Sensor oder eben klassisch ein zugesetzter Ölfilter oder ein mit Ölkohle zugesetztes Ölsieb sein. Speziell bei Turbomotoren fällt öfter mal Ölkohle an, wenn das Motoröl in den Ölleitungen des rotglühenden Turbos regelrecht verdampft und zu Ölkohle wird. Flankiert wird dieses Problem durch die sehr häufige starke Verdünnung des Motoröls durch Kraftstoffeintrag zur Rußfilterreinigung. Ein stark mit Diesel verdünntes Öl kann bei höheren Temperaturen den Öldruck nicht aufbringen und sorgt so für die ständig wiederkehrende Fehlermeldung, weil die Viskosität unter dem für den Öldruck berechneten Wert liegt. Wenn ein vorgezogener Ölwechsel mit einem möglichst hochviskosen Öl das Problem zunächst mal verschwinden lässt, liege ich mit meiner Vermutung richtig. Irgendwann sorgen die Zusatzeinspritzungen zur Anhebung der Abgastemperatur wieder für Ölkohle und Ölverdünnung und das Spiel beginnt von vorne. Je älter / beladener der Partikelfilter ist, desto schneller geht das.... Ich würde so ein Auto nicht mehr haben wollen! Es grüßt Der Autopapst

Frage von Thomas Schmidt:

Servus Autopapst, ich fahre einen VW Golf VI, der seit Frühjahr krankheitsbedingt immer mal wieder 2-3 Wochen lang nicht bewegt wurde. Dann sind immer die Scheibenbremsen festgerostet. Beim nächsten Losfahren dauert es immer ziemlich lange, bis die Schleifgeräusche und das Rubbeln nachlassen. Ich ziehe beim Abstellen vor dem Haus nie die Handbremse an. Kann man dagegen etwas tun? Hatte dasselbe Problem schon beim Vorgänger-Modell. Ist das vielleicht ein VW-Problem? P.S. Die hinteren Bremsbelege wurden schon gewechselt. Mit freundlichen Grüßen aus dem Vogtland Thomas Schmidt

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Thomas, das ist offenbar heute Stand der Technik! Ursächlich ist die Materialwahl (offenbar kauft der Einkauf nur noch billigsten Murks ein....), aber auch das im Winter aufgebrachte Feuchtsalz. Ich hatte bis vor kurzem auch einen Golf V, der das gleiche Problem hatte. Mein 5er BMW (E34) hatte vor einiger Zeit so fest gebackene Bremsen, dass ich nur mit durchdrehendem Hinterrad (das andere war fest!) aus der Parklücke kam, bis sich die Beläge der anderen Seite mit einem Knall lösten. Ein vorbeugendes Rezept dagegen kenne ich nicht, ältere Autos scheinen nicht so empfindlich zu sein. Vielfahrer klagen seltener über solche Erscheinungen, aber irgendwann muss man ja auch mal schlafen.... Grüße von Andreas K.

Frage von Walter Schorlies:

Ich fahre einen 2008 neu gekauften BMW X3, 2.0 Liter Diesel, der ab und zu - und das von Anfang an! - beim Anlassen nach dem Vorglühen nur ein leises Klicken von sich gibt, auch bei warmem Motor. Erst beim vierten bis sechsten Versuch rastet das Anlasser-Ritzel ein und der Anlasser läuft kräftig, startet den Motor. Die BMW-Werkstatt hat als Erklärung nur: Batterie muss geladen/erneuert werden oder: Der Wagen muss mehr gefahren werden. Vor zwei Tagen, nach dem siebten vergeblichen Versuch, half ein Zuklappen der Motorhaube. Liegt es ggf. daran, dass das Zahnrad des Anlassers nicht richtig einrastet, statt in die Lücke des Gegenstücks auf einen Zahn haut? (hatte ich mal bei einem alten Opel, da half ein leichter Gummihammerschlag auf das Gehäuse). Mich nerven die Unzuverlässigkeit des Autos ("Freude am Fahren"??) und die desinteressierten Antworten der Werkstatt-Leute. Besten Dank und Gruß Walter Schorlies

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Walter, ich fühle mit Dir! Vor allem desinteressierte Experten sind wirklich nervig, unter denen man sich mit so einer „alten Karre“ wie Deiner immer als Mensch zweiter Klasse fühlt. Leider ist man bei manchen Vertragswerkstätten oder den Niederlassungen der „Premium-Marken“ immer nur dann gern gesehen, wenn man alle drei Jahre ein neues Auto kauft.... Also: Deine Diagnose ist fast richtig, wenn man an den Anlasser herankäme, würde auch hier der Hammerschlag sicher wirken. Ursache ist entweder eine schlechte Kabelverbindung zwischen Zündschloss und Magnetschalter oder der Magnetschalter selbst. Lösen kann das Problem jeder Autoelektriker, der aber zur Sicherheit einen neuen Anlasser einbauen wird. Der ist bei einer freien Werkstatt aber nur halb so teuer wie in den Hallen unter dem weiß-blauen Propeller..... Es grüßt Der Autopapst

Frage von Hanni:

Lieber Autopapst, ich fahre einen Mercedes W123, Baujahr 1982. Nie hatte ich Probleme, der Wagen ist in sehr gutem Zustand. Seit einigen Tagen geht der Motor immer aus, sobald ich an einer Ampel anhalten will. Auch wenn ich die Fahrtgeschwindigkeit reduziere, geht auf einmal der Motor aus. Da meine Armaturenanzeige nicht richtig funktioniert, kann ich nicht erkennen, was mir der Wagen sagen will. Es leuchten "Batterie" und "Öl" auf, die leuchten aber immer auf, wenn ich den Zündschlüssel rausziehe. Was könnte das Problem sein? (Öl und Wasser lasse ich bei jedem Tanken checken). Ich freue mich auf eine Antwort. Vielen Dank Hanni

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Hanni, was für einen 123er fährst Du denn? Diesel oder Benzin? Einspritzer oder Vergaser? Wenn die Kontroll-Leuchten im Kombiinstrument aufleuchten, wenn Du den Schlüssel abziehst, dürfte es sich um ein elektrisches Problem handeln, z.B. ein defekter Regler der Lichtmaschine. Eine Öldruckleuchte hat der W123 gar nicht, dafür ein echtes Öldruckmanometer (im linken Anzeigeinstrument des KI). „Motorausgeher“ machen gefühlte 85% aller Anfragen an mich aus; leider gibt es hierfür fast unendlich viele Ursachen, die aus der Ferne nicht eingegrenzt werden können. Ich empfehle Dir das Forum www.w123-forum.net. In dem würde ich nach einem netten W123-Fahrer aus Deiner Nachbarschaft fragen, der sich das ganze mal ansieht. Unter den Alt-Benz-Fahrern gibt es sehr viele hilfsbereite, die gerne mal „Haubentaucher“ spielen. Solltest Du in der Hauptstadt wohnen, würde ich mich anbieten.... Es grüßt Der Autopapst

Frage von Antonia Hereth:

Sehr geehrter Herr Keßler, ich habe einen Opel Agila, 1,2 von 2003, dessen Getriebe die Grätsche macht. Nach langen Untersuchungen (auch bei Opel) wurde festgestellt, dass das ein Getriebe F 12 ist. Leider ist das gebraucht preiswert hier nicht zu kriegen, vielleicht könnten Sie mir einen Tipp geben. Eingebaut wird dieses Teil vom Freund meiner Tochter (Porsche/BMW-Meister). Es wäre sehr lieb, wenn Sie mir weiterhelfen könnten, es grüßt Sie freundlich Antonia Hereth

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Frau Hereth, wenn Sie wirklich einen Getriebeschaden haben (und nicht nur ein defektes Ausrücklager, was bei den kleinen Agila-Motoren öfter mal vorkommt!), würde ich nichts Gebrauchtes kaufen, sondern ein überholtes Aggregat z.B. von www.vege-motoren.de kaufen. Die sind zwar deutlich teurer als die Angebote in den Gebrauchtteile-Börsen, dafür aber sicher passend und vor allem mit Gewährleistung versehen. Wenn so ein Teil nach kurzer Zeit wieder defekt ist, bekommt man problemlos ein neues.... Fragen Sie den Freund Ihrer Tochter, der wird das sicher bestätigen! Sollten Ihnen die Kosten zu hoch sein, kommt nur der Kauf eines anderen gebrauchten Autos in Frage, was in Ihrem Fall möglicherweise wirtschaftlicher ist. Es grüßt Der Autopapst

Frage von Thomas Poser:

Guten Tag, ich fahre einen Peugeot 807 mit Automatik-Getriebe, Bj. 2006. Wenn der Motor warm ist, findet das Getriebe im Stop-and-Go-Verkehr nach dem Anhalten oft den ersten Gang nicht. Man muss dann mehr oder weniger viel Gas geben - und - mit einem mehr oder weniger kräftigen Ruck - schaltet das Getriebe und der Wagen fährt weiter. Die Spezial-Automatikgetriebewerkstatt hat den Öldrucksensor erneuert und das Öl gewechselt (1000 Euro). Schon wenig später tritt der Fehler wieder auf. Fehlerspeicher immer ohne Fehlermeldung. Getriebekomplettüberholung soll nun 2400 Euro kosten. Was tun? Ist es überhaupt das Getriebe? Danke für Ihre Hilfe schon im Voraus. Beste Grüße von Thomas Poser

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Thomas, ob es das Getriebe ist oder nur dessen Steuergerät, kann ich aus der Ferne leider nicht beurteilen. In Ihrem Fall würde ich aber mal in eine Peugeot-Werkstatt fahren und da das Steuergerät (das vom Getriebe!!) auslesen lassen. Eine freie Werkstatt hat in der Regel nicht die Spezial-Diagnosegeräte, die alles das, was nicht mit Abgas und Motor zusammen hängt, auslesen können. Wenn Peugeot dann etwas von „Getriebesteuergerät defekt“ erzählt, sollen die das ausbauen und Du schickst es dann zur Überprüfung / Reparatur zu www.ecu.de. Oder Peugeot macht das für Dich, was ich aber nicht glaube (weil ja ein neues Steuergerät viel mehr Kohle abwirft....). Viel Erfolg wünscht der Autopapst

Frage von R. Sägner:

Werter Herr Kessler, ich bin beim Rückwärtsfahren mit meinem VW Golf 7 trotz Bremsung gegen ein Hindernis gefahren und habe mir die Heckklappe eingedrückt. Ich bin der Meinung, dass der Bremskraftverstärker nicht gewirkt hat. Ähnliches hat sich beim Korrigieren der Parkposition in einer Parktasche zugetragen. Hier ist das Auto ohne Bremswirkung gegen den Bordstein gefahren. Die Werkstatt hat im Fehlerspeicher keinen Fehler gefunden und auf dem Bremsprüfstand keine Mängel festgestellt. Ich bin der Meinung, dass der Fehler irgendwann beim Hin- und Herschalten zwischen Vorwärts und Rückwärts, sowie Gasgeben und Bremsen gelegentlich auftritt. Der Werkstattmeister zeigt für diesen Gedanken kein Gehör und sagt, was geprüft werden konnte, wurde getan. Noch ist das Auto in der Werkstatt, weil vergessen wurde, den Ersatz für die defekt gegangene Heckleuchte zu bestellen. Für die weitere Nutzung des Autos bin ich aber total verunsichert, so lange kein Fehler gefunden und beseitigt wurde. Liege ich mit meiner Vermutung falsch und was kann ich tun, damit der Fehler doch noch gefunden wird? Ihnen im Voraus vielen Dank, dass sie sich meines Problems annehmen und mir eine Antwort geben. Mit freundlichen Grüßen Rudolf Sägner

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Sägner, es gab eine Reihe von Golf 7 – Fahrzeugen, deren Bremsen-Steuergerät (f. ABS, elektr. Parkbremse, Hill-Holder etc.) vor September 2013 gebaut wurde und einen veralteten Software-Stand hat. Möglicherweise ist der in Ihrem Auto auch noch nicht korrigiert und somit für die „Bumser“ verantwortlich. Lassen Sie mal das Software-Datum der Bremsensteuerung prüfen und ggf. korrigieren. Das könnte das Problem lösen..... Viele Grüße vom Autopapst

Frage von Ronny:

Hallo Andreas! Ich denke gerade über Winterreifen nach und frage mich: Kann man die eigentlich auf jede Felge montieren? Der Hintergrund ist folgender: Bei meinem letzten Auto wollte mir die Werkstatt keine Winterreifen auf die Original-Alufelgen montieren, weil die angeblich dafür nicht zugelassen waren. Stattdessen verkauften sie mir spezielle Winteralus zu den Reifen. Irgendwelche Besonderheiten konnte ich an denen allerdings äußerlich nie feststellen. Und nun ist mir aufgefallen, dass manche Hersteller Alufelgen für den Winter im Programm haben, die exakt so aussehen wie die Sommerfelgen, die sie auch im Programm haben. Da frag ich mich, worin besteht eigentlich der Unterschied? Oder kann man getrost auch seine sommerlichen Alus in den Winter führen? Herzliche Grüße, Ronny

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Ronny, das kommt ganz darauf an..... Es gibt Felgen, die nur mit bestimmten Reifen kompatibel sind (z. B. Metrische Größen oder Run-Flat-Systeme). Wenn so ein Rad am Auto verbaut ist und die gewünschten Winterreifen „normale“ Reifen sind, brauchen diese auch normale Felgen. Wenn allerdings die Sommerreifen eine handelsübliche Dimension haben (z.B. 205/55 R 16), dann können die Felgen natürlich auch Winterreifen dieser Dimension aufnehmen. Wenn die Winterreifen eine andere Größe haben, könnte auch eine andere Felge nötig werden. Zusätzlich kompliziert wird das Ganze, wenn Reifendrucksensoren verbaut sind: Wer dann Winterräder haben will, muss nicht nur diese ebenfalls mit Reifendrucksensoren versehen lassen, sondern die dann per Computer auch noch an die Bordelektronik melden (lassen). Ohne konkretere Modell- und Reifenangaben kann ich leider nicht weiter ins Detail gehen..... Cheers! A.K.

Frage von Bernd Heilig:

Hallo Herr Keßler, ich habe einen Mercedes 190 E, 2.0, Automatik, Bj.1992, der auch wunderbar läuft! Aber, wenn ich um die Ecke fahre oder an eine Ampel heranfahre, also beim Bremsen, geht er manchmal aus. Hebel auf -N- starten und er ist sofort wieder da. ÜSR getauscht, Fehler noch da. Hoffentlich können Sie mir helfen. Danke

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Bernd, das könnte am Rückschlagventil in der Unterdruckleitung zwischen Saugrohr und Bremskraftverstärker liegen. Ich würde das Ding mal probeweise tauschen, danach weißt Du mehr.... Viel Erfolg wünscht Andreas K.

Frage von Paul Schäfer:

Sehr geehrter Herr Keßler, ich möchte einen BMW 318i Touring erwerben, an dem man ein bisschen schrauben müsste. Allerdings kenne ich mich mit dem Modell und den Gebrauchtwagen-Preisen nicht aus. Vielleicht können sie mir einen Tipp geben oder raten/abraten von einem Modell aus dem Jahr 1998 mit 200.000 Kilometern für rund 450 Euro. Vielleicht können Sie mir ja helfen? Mit freundlichem Gruß Paul Schäfer

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Paul, der E36 Touring ist ein gutes Auto, mit dem M43-Motor ist der sogar richtig sparsam. Aber: Die Baureihe rostet! Und die Vorderachse ist wie bei fast allen BMW-Modellen dieser Generation ein Quell steter Freude, weil verschlissen / ausgeschlagen! Ich würde mit dem Auto zu einer Prüfstelle fahren (TÜV, DEKRA, GTÜ, KÜS) und einen Sachverständigen drunter gucken lassen. Danach weißt Du mehr. Wenn der Verkäufer etwas dagegen hat, musst Du das Auto bei einem anderen Anbieter kaufen. Grundsätzlich sind die E36-Modelle sehr dankbare und für Selbstschrauber gut zu wartende Autos. Von den anderen Möglichkeiten Deiner Liste würde ich noch zum 700er Volvo raten: Riesig, billig und gut reparierbar. Allerdings sind diese Autos alle alt und daher genau zu prüfen, damit man nicht in ein Fass ohne Boden investiert.... Es grüßt Der Autopapst

Frage von Klaus Makowski:

Hallo, ich habe einen Opel Corsa, Bj 1994. Seit kurzem macht der Vergaser so eine Art zischendes Geräusch. Ich meine, dass ich auf einmal sehr viel Benzin verbrauche und es riecht auch etwas danach. Können Sie mir sagen woran das liegt? Vielen Dank

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Klaus, Dein Corsa hat ganz sicher keinen Vergaser mehr, eher die „Multec“ genannte GM-Version der Mono-Jetronic. Höchstwahrscheinlich ist eine Flanschdichtung zwischen dem Multec-Oberteil und dem Ansaugkrümmer oder zwischen dem Ansaugkrümmer und dem Zylinderkopf undicht und sorgt für Nebenluftzutritt. Das bringt die Gemischaufbereitung gehörig durcheinander und treibt den Kraftstoffverbrauch in die Höhe. Du musst also nur die undichte Stelle finden, eine passende Dichtung kaufen und diese montieren. Ganz einfach..... Es grüßt Der Autopapst

Frage von Helge:

Guten Tag! Ich habe ein Problem mit einem VW T3 Bus mit einem 2e3 Vergaser. Wenn ich Motor starte, springt er auch an. Wenn ich ihn ausmache und sofort wieder an, läuft er auch - warte ich aber eine Minute (umso länger umso schlechter), muss ich lange orgeln, bis er wieder anspringt. Ich habe dann in den Vergaser geschaut und bemerkt, dass wenn ich ihn ausstelle, er aus dem Vergaser qualmt und Sprit hereinläuft. Wo kommt der Sprit her? Ich vermute, dass er deshalb schlecht anspringt.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Helge, besorge Dir einen Reparatursatz für den Vergaser, baue ihn ein (vor allem das neue Schwimmernadelventil!) und alles ist schön! Wichtig ist nach einer Überholung des Vergasers die Grundeinstellung und die anschließende Justierung auf den Motor. Alles kein Hexenwerk, man muss aber wissen, was man tut. Heute ist das eigentliche Problem, jemanden zu finden, der noch Vergaser kann.... Cheers vom Autopapst

Frage von Anja Hut:

Beim Kühlmittelwechsel meines Peugeot Expert Diesel von 03/99 habe ich das Kühlmittel aus Versehen in Ausgleichsbehälter der Servo-Lenkung gekippt. Ca. 150 ml unverdünnt (ohne Wasser) Kühlflüssigkeitsprodukt mit Silikatanteil - Was ist nötig zu tun? Nach Werkstattaussage ist auf Grund der geringen Menge kein Auswechseln des Servoöls notwendig. Ist das korrekt, um Schäden zu vermeiden? Vielen Dank im Voraus für die Antwort. Mfg Anja Hut

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Anja, das ist leider nicht richtig! Der Wasseranteil wird durch die Servopumpe mit dem Hydrauliköl der Servolenkung „verquirlt“ und verwandelt das Druckmedium damit in eine Emulsion. Die hydraulischen Eigenschaften verändern sich, was in einer Lenkung fatal sein kann. Schlimmer ist allerdings die durch das Wasser deutlich gestiegene Korrosionsgefahr in der Lenkung. Ich würde so schnell es geht neues Servoöl in die Anlage füllen lassen und dabei auf bereits eingetretenen Verschleiß (Späne im Altöl??) achten.