VW Passat CC gebraucht mit Licht und Schatten

Premiere mit viertürigem Coupé

Der VW Passat CC ist erst in späteren Jahren nicht mehr so anfällig für Mängel. © VW

Der Passat CC gilt als der schönste Vertreter von VW. Bei den Hauptuntersuchungen lässt der Beau dafür manchmal gemischte Gefühle zurück.

Der Mercedes CLS hatte es vorgemacht: Ein Coupé muss nicht zwingend ein Zweitürer sein. Ein fließendes Heck mit flacher C-Säule genügt. Der VW Passat CC, später wurde er zu Abgrenzungszwecken vom Rest der Modellreihe um das Wort Passat gekürzt und in CC umbenannt, ist aber das erste Auto, das die Idee eines viertürigen Coupés in die Mittelklasse brachte. Und das gelang in ästhetischer Hinsicht gut, vielen Markenfans gilt der galante Passatableger als der schönste VW im Portfolio.

VW Passat CC mit Schwächen an den Achsgelenken

«Licht und Schatten» attestiert der ADAC dem Wagen dagegen in technischer Hinsicht. Weniger Pannen als den Durchschnitt der Fahrzeuge in der Club-Statistik träfen den Passat CC erst ab dem Baujahr 2010. Zu den Ursachen zählten am häufigsten Defekte an Einspritzdüsen (2008). Ebenfalls bei Autos dieses Baujahres löste sich oft die elektrische Feststellbremse nicht mehr. Speziell bei dem Dieselmodell 2.0 TDI gab es bis 2009 defekte Turbolader zu bemängeln. Die gleiche Motorisierung machte im gleichen Zeitraum auch bei den Kraftstoffpumpen Probleme.

Ebenfalls bei der Kfz-Hauptuntersuchung lässt der (Passat) CC gemischte Gefühle zurück. Schwächen attestiert ihm der «TÜV Report 2016» vor allem an den Achsgelenken. Bei diesen kämen dreimal so viele Mängel wie beim Durchschnitt vor. Auch Beanstandungen an den Bremsscheiben träten häufig auf. Zudem gab es Rückrufe wegen defekter Lenkungssteuergeräte für Fahrzeuge, die zwischen August und September 2008 gebaut wurden. Im Dezember 2006 wurden Exemplare der Modelljahre 2005 bis 2007 in die Werkstätten gerufen, weil Wischermotoren, Kraftstoffkühler und die Bremskraftunterstützung Probleme machten und es zu Brummgeräuschen im Motorraum kam.

VW Passat CC auch als kräftiger V6

Die Idee eines viertürigen Coupés setzte VW 2008 mit dem Serienmodell Passat CC um, Premiere feierte das Auto auf der Automesse in Detroit. Der feinste Passat mit den rahmenlosen Türen und der galant abfallenden Heckpartie weist auch weitere Unterschiede zu den anderen Ausführungen auf: Er ist fünf Zentimeter flacher, und man sitzt tiefer, der Kofferraum ist mit über 500 Litern dagegen groß dimensioniert. Neu im Passatprogramm waren adaptive Stoßdämpfer, die über Fahrmodi vom Fahrer beeinflusst werden können. 2012 wurden im Rahmen einer Modellpflege Scheinwerfer und Heckleuchten auf mehr Dynamik getrimmt. Auch der Kühlergrill wurde verändert.

Den CC gibt es als kleines Kraftpaket: Von Anfang an wird ihm auch ein 221 kW/300 PS starker V6-Benziner mit 3,6 Litern Hubraum eingebaut. Auf der anderen Seite der Skala sind es immerhin noch 118 kW/160 PS aus einem Reihenvierzylinder mit 1,8 Litern Hubraum. Die Dieselmotoren kommen auf mindestens 103 kW/140 PS aus zwei Litern, das Ende der Fahnenstange ist bei 130 kW/177 PS erreicht.

VW Passat CC ab 11.950 Euro

Günstigstes Modell auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist laut Schwacke-Liste der CC als Einstiegsdiesel 2,0 TDi von 2008, ihn notieren die Marktbeobachter mit einem Durchschnittspreis von 11.950 Euro - bei einer Laufleistung von 127.400 Kilometern. Das gleiche Auto, nur fünf Jahre jünger - der CC 2,0 TDi BlueMotion Technology - wird mit 19.500 Euro angegeben (48.050 Kilometer).

Wer 300 PS braucht, muss laut Schwacke um die 15.900 Euro ansetzen. Diesen Richtpreis und durchschnittlich 93.200 Kilometer auf dem Tacho nennen die Preisexperten für den Passat CC 3,6 V6 4Motion DSG von 2008. (dpa/tmn)

Vorheriger ArtikelOpel knackt Millionenmarke
Nächster ArtikelOnStar für Opel Adam
Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.