Osterloh: Keine Experimente auf Kosten der Belegschaft

Konzepte vom Vorstand gefordert

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh. © dpa

Der VW-Konzern muss Kosten sparen. Dafür will der Autobauer sich auch von Beschäftigten trennen. Nun hat Betriebsratschef Bernd Osterloh verlässliche wirtschaftliche Konzepte vom Vorstand gefordert.

Die Sicherheit der Arbeitsplätze stehe an erster Stelle, «Experimente auf Kosten der Beschäftigten lehnen wir ab», sagte Osterloh am Donnerstag bei der jährlichen Betriebsräteversammlung. Zahlreiche Fragen der Arbeitnehmerseite an den Vorstand seien noch immer unbeantwortet – darunter die nach den wahren Kosten des «Versagens» bei der Zertifizierung der einzelnen Modelle nach dem neuen Abgas-Prüfstandard WLTP.


Der Hintergrund: Volkswagen hatte kürzlich bekanntgegeben, in den nächsten fünf Jahren könnten zusätzlich 5000 bis 7000 Stellen wegfallen. Vorgesehen ist demnach, dass Stellen beim altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern nicht neu besetzt werden. Osterloh hatte kritisiert, der Vorstand sei nicht in der Lage, diese Größenordnung zu erläutern.

Beschäftigungssicherung gefordert

Der Betriebsratschef forderte unlängst für die Kernmarke VW Pkw eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2028 an allen deutschen Standorten. Damit würden die bisherigen Regelungen angeglichen – bislang gibt es die Garantie bis Ende 2025 aus dem «Zukunftspakt» genannten Sparpaket sowie die Beschäftigungssicherung bis Ende 2028 für die Werke Emden und Hannover.

Die Betriebsräte aus dem ganzen Konzern sehen nach Angaben der Arbeitnehmervertreter angesichts der Lage des Unternehmens ihre wichtigste Aufgabe in der Beschäftigungssicherung. «Der Konzern ändere sich so schnell wie nie zuvor, sagte Osterloh. «Das macht vielen Kolleginnen und Kollegen Sorgen.» Neben dem Wandel hin zur E-Mobilität muss der Konzern – wie die ganze Branche – auch die Digitalisierung stemmen. Volkswagen hatte im vergangenen November Investitionen von 44 Milliarden Euro für Digitalisierung, autonomes Fahren und E-Mobilität in den kommenden fünf Jahren angekündigt.

Audi-Gesamtbetriebsratschef Peter Mosch forderte den Vorstand auf, die Marke nicht «schlecht zu reden»: «Denn Audi ist kein Sanierungsfall. Es werden immer noch ordentliche Gewinne erwirtschaftet.» Die Belegschaft allerdings sei verunsichert. Porsche-Betriebsratschef Werner Weresch erklärte, der Druck aus dem Vorstand nehme zu. Die Betriebsräteversammlung gilt als wichtigstes Treffen der Arbeitnehmervertreter von VW, Porsche, Audi und anderen Konzerngesellschaften. (dpa)

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