Starkes Autojahr 2016

Volkswagen schließt im Minus ab

Schlechte Nachricht für Autobauer: Autos werden immer älter.
Schlechte Nachricht für Autobauer: Autos werden immer älter. © dpa

Der Automarkt in Deutschland hat im vergangenen Jahr den besten Wert seit dem Abwrackjahr 2009 erzielt. Lediglich fünf Marken schlossen 2016 im Minus ab.

Der Automarkt in Deutschland hat die zwischenzeitliche Talsohle durchschritten. Mit 3,35 Millionen verkauften Einheiten und einem Wachstum von 4,5 Prozent erreichte der Markt einen Wert, den es zuletzt im Abwrackprämienjahr 2009 gegeben hatte – und das ohne staatliche Zuschüsse, da die rund 9000 Neuzulassungen seit dem Beginn der Elektroprämie vor einem halben Jahr zu gering ausfallen.

Auch im Dezember wurde noch einmal zugelegt. 256.533 Neuzulassungen bedeuteten eine Steigerung von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mit. Dabei schlossen lediglich fünf Marken das Jahr 2016 im Minus ab.

VW trotz Verlusten unangefochten Spitzenreiter

Besonders die Volkswagen-Kernmarke VW bekam die Folgen des Abgas-Skandals zu spüren. Ein desolater Dezember mit einem Minus über 16,0 Prozent bei 42.761 Verkäufen hielt VW im Minus. Nach zwölf Monaten verharrten die Wolfsburger bei einem Minus von 4,3 Prozent zudem unter der 20-Prozentmarke. Mit einem Marktanteil von 19,6 Prozent bei 656.025 Neuzulassungen ist VW aber trotzdem uneingeschränkter Spitzenreiter auf dem Heimatmarkt.

Auch Smart musste mit einem Minus von 1,3 Prozent bei 37.299 Verkäufen einen Rückschritt verzeichnen. Ansonsten lagen die deutschen Hersteller über dem Strich. BMW-Tochter Mini wuchs mit 10,8 Prozent gar zweistellig bei insgesamt 44.000 Verkäufen.

Mercedes vor Audi und BMW

Mini-Mutter BMW konnte im Jahresverlauf 5,4 Prozent hinzugewinnen, liegt aber im Premium-Vergleich mit einem Marktanteil von 7,8 Prozent bei 262.083 Verkäufen hinter Audi mit 289.617 verkauften Einheiten und 8,6 Prozent Marktanteil. Mercedes führt das Trio mit einem Marktanteil von 9,3 Prozent bei 311.286 Neuzulassungen an.

Das Kopf-an-Kopf-Rennen setzten Opel und Ford fort. Die Rüsselsheimer konnten dabei den Autobauer aus Köln bei 243.792 Neuzulassungen und einem Marktanteil von 7,3 Prozent um 0,1 Prozentpunkte distanzieren. Ford kam auf 239.766 Verkäufe. Opel verzeichnete das beste Ergebnis seit fünf Jahren - auch angetrieben durch den Opel Astra, der zum "Auto des Jahres" gewählt wurde und in Deutschland mehr als ein Viertel der Verkäufe ausmachte.

„Das vergangene Jahr war ein voller Erfolg für Opel in Deutschland. 2017 werden wir mit unserer Modelloffensive mit sieben neuen Modellen nahtlos daran anknüpfen. Unsere Neuzugänge wie das Flaggschiff Insignia und die beiden CUVs Crossland X und Grandland X werden unsere Verkäufe weiter antreiben“, sagte Opel-Deutschlandchef Jürgen Keller.

Skoda souverän

Bei den Importmarken setzte Skoda seinen Erfolgszug fort und legte 2016 um 3,5 Prozent bei 188.172 Neuzulassungen zu. Mit einem Marktanteil von 5,6 Prozent führt die tschechische VW-Tochter das Feld vor Renault (3,7 Prozent) und Hyundai (3,2 Prozent) an. Während die Franzosen gleich um 13,9 Prozent zulegen konnte und 125.300 Fahrzeuge in Kundenhand auslieferte, verblieben die Koreaner bei 107.228 Neuzulassungen mit 1,1 Prozent im roten Bereich.

Die prozentual deutlichsten Steigerungen – bei den realen Verkäufen allerdings im kleinen Bereich – verzeichneten Jaguar mit 74,7 Prozent sowie Alpha Romeo mit 53,3 Prozent und Lexus mit 46,0 Prozent. Die Citroen-Submarke DS schloss als einzige Marke mit einem Minus von 19,5 Prozent im zweistelligen Bereich ab. (AG/TF)