US-Markt als Ausgleich für deutsche Hersteller

Vor der Automesse in Detroit

US-Markt als Ausgleich für deutsche Hersteller
Die E-Klasse ist für Mercedes das wichtigste Auto in den USA. © Daimler

Die USA sind zum Hoffnungs- und Ausgleichsmarkt für deutsche Autohersteller avanciert. Auch im Jahr 2013 können VW und Co auf Bestwerte hoffen, fahren in den Staaten aber weiter hinterher.

Auch 2013 werden deutsche Autohersteller die Verluste in einem weiterhin schwachen Europa-Markt in den USA ausgleichen können. Nach einer Studie Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen muss in Europa auch in diesem Jahr mit einem Rückgang gerechnet werden, während das Wachstum in den Staaten anhält, aber auch an Schwung verlieren wird.

VW mit guter Preisstrategie

Laut Car-Direktor Ferdinand Dudenhöffer werde der weltgrößte Markt 2013 um 4,7 Prozent auf knapp 15,2 Millionen Neuzulassungen ansteigen. Im selben Zeitraum werde der chinesische Markt um sechs Prozent ansteigen und mit knapp 14 Millionen Verkäufen enger an den amerikanischen Markt herankommen.

Kurz vor dem Beginn der Detroit Motor Show treten die deutschen Hersteller nach dem Jahr 2012 recht selbstbewusst auf. VW konnte erstmals einen Marktanteil von drei Prozent erreichen. Hier war die Preisstrategie mit dem US-Passat für gerade mal 20.590 US-Dollar – umgerechnet 15.711 Euro - voll aufgegangen. Der Einstiegspreis in Deutschland liegt knapp 10.000 Euro höher.

Honda mit größerem Marktanteil als Deutsche zusammen

Allerdings haben die deutschen Hersteller im Land der unbegrenzten Möglichkeiten weiterhin Luft nach oben. Alle deutschen Hersteller zusammen haben 2012 1,26 Millionen Fahrzeuge verkauft und dabei einen Marktanteil von 8,7 Prozent erreicht.

Zum Vergleich: Honda kam in den USA auf einen Marktanteil von 9,8 Prozent. Dudenhöffer glaubt, dass die Deutschen bis zum Jahr 2015 einen Marktanteil von rund zehn Prozent schaffen, was 1,6 Neuwagen entsprechen würde.

Optimistische Aussichten für Daimler, BMW, Audi und Porsche

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Der Q3 wird Audi zu neuen Bestwerten treiben Audi

Auch Daimler werden glänzende Aussichten bescheinigt. Neben der neuen E-Klasse, für Mercedes das wichtigste Fahrzeug in den USA, kommt auch die Serienversion des A‐Klasse Coupé CLA auf den Markt und wird dazu beitragen, rund 30.000 Einheiten mehr als 2012 an den Mann oder die Frau zu bringen.

Ein Jahr später startet dann die neue C‐Klasse am Produktionsstandort in den USA sowie zum Ende des Jahres 2013 die neue S‐Klasse. Aufgrund des Wechselkurses soll die US‐C‐Klasse dann deutlich mehr Gewinn einbringen als die aktuelle deutsche Version.

Auch BMW mit dem BMW M6 als viertürigen Gran Coupé, dem Facelift des Z4 und dem Ausblick auf die neue 4er‐Reihe als Coupé und als X4 wird in den USA weiter punkten, ehe Ende 2013 dann der neue X5 in den Staaten vorfährt. Ein wichtiges Fahrzeug von BMW aus USA für USA, wie das CAR mitteilt. Audi wird mit dem Q3 in USA erstmals mehr als 150.000 Fahrzeuge verkaufen. Porsche wird mit dem Macan weitere Gewinne erzielen.

Amerikanische Hersteller mit alten Konzepten

Während bei den deutschen Herstellern neue Modelle mit sparsameren Motoren an den Start gehen, kritisiert Dudenhöffer die Modellpolitik der amerikansichen Hersteller. General Motors (GM), das den schlechtesten US-Marktanteil seit 50 Jahren verzeichnete, tritt mit einem neuen Chevrolet Silverado und einem Leistungsspektrum zwischen 262 und 376 PS an. Den Pickup-Truck gibt es nur mit Sechs- und Achtzylindermotoren. Immerhin machen die so genannten Light Trucks in den USA knapp die Hälfte aller Verkäufe aus. Als zweites Highlight feiert die Corvette C7 mit 455 PS Weltpremiere.

Zwar steht auch der Cadillac ELC mit der Technik des Opel Ampera und Chevrolet Volt auf dem GM-Stand, doch auch in den USA bleibt das Elektroauto auf eine Nische beschränkt, ebenso wie die Plugin-Hybriden. "Grüne Technologien" befinden sich eher auf dem Rückzug. (AG/TF)

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