Fragen an den Autopapst im Mai 2017

Autopapst Andreas Kessler
Autopapst Andreas Kessler © AG/Flehmer

Probleme mit dem Auto? Der Motor springt nicht an? Sie wissen nicht mehr weiter? Kein Problem! Autopapst Andreas Kessler hilft Ihnen weiter. Heute geht es um einen VW Golf 6.

Frage von Andre Strehmann:

Sehr geehrter Herr Keßler, ich fahre einen VW Golf 6, Baujahr 2011, 1,4 Liter, 122 PS, Schaltgetriebe, aktueller km-Stand 57.200. Folgender Sachverhalt ist mir mit meinem Auto in der VW-Vertragswerkstatt widerfahren: Der ursächliche Grund des Werkstattaufenthaltes Anfang Februar 2017 war ein rasselndes Geräusch aus dem Motorraum. Dieses Geräusch war bei getretener Kupplung weg. Die VW-Werkstatt tauschte das Ausrücklager und übergab mir das Fahrzeug wieder. Bei Abholung stellte ich fest, dass das ursächliche Geräusch immer noch vorhanden war. Also zurück zur Werkstatt und es kam zur zweiten Reparatur. Die VW-Werkstatt tauschte nun die Kupplung des Wagens. Nachdem ich den Wagen zurückerhalten hatte, bemerkte ich ein sehr starkes metallisches Knacken beim Treten und Loslassen der Kupplung im Leerlauf des Motors, bei abgestelltem Motor kein Knacken. Auch beim Gangwechsel vom 1. zum 2. und vom 2. Zum 3. Gang ist das Geräusch zu hören. Also wieder zurück zur VW-Werkstatt. Mein Wagen wurde daraufhin dort behalten und es wurden Audioaufnahmen zur technischen Abteilung von VW nach Wolfsburg gesandt, um hier eine Klärung zu erhalten. Der Werkstatt-Chef informierte mich daraufhin, es sei alles technisch einwandfrei und sein Haus könne nichts mehr machen, da das Geräusch fahrzeugreihenbedingt und Stand der Technik sei. Ich wandte mich daraufhin an die Beschwerdestelle von VW in Wolfsburg. Nach ca. drei Wochen erhielt ich einen Brief der VW-Beschwerdezentrale, der mir keine Neuigkeiten offenbarte. Im Brief wurde dargelegt, dass die Kupplung einwandfrei funktioniert und das knackende Geräusch beim Betätigen der Kupplung dem Stand der Technik entspricht, ich damit leben müsse und keine weiteren Reparaturen erfolgen. Das wollte ich so nicht hinnehmen und rief den Bearbeiter in der VW-Beschwerdezentrale an. Dieser war zuerst sehr unfreundlich und überhaupt nicht kundenorientiert. Erst nachdem ich meinem Unmut freien Lauf gelassen hatte, lenkte er ein und hörte mir zu. Er erläuterte mir, dass nunmehr eine nochmalige telefonische Verbindungsaufnahme mit dem Autohaus Minnich, der VW-Technikabteilung und bei Bedarf Entsendung eines Mitarbeiters der VW-Beschwerdehotline/Abteilung Technik erfolgt. Nach weiteren zwei Wochen der Ungewissheit wurde ich informiert, dass ein Mitarbeiter aus Wolfsburg meinen Wagen in Augenschein nehmen und weiteres mit mir beraten wird. Neue Hoffnung keimte bei mir auf, dass mein knackendes Geräusch repariert wird. Der VW-Mitarbeiter stellte aber auch nur das fest, was ich schon wusste. Er gab mir das Ergebnis es sei nun ein Lastwechselknacken, also nix mit der Erklärung vom Autohaus es handelt sich um ein Kupplungsknacken. Ein abschließender Brief vom VW Wolfsburg wird mir noch einmal zugesandt. Eine Reparatur oder Nachbesserung zu dem nach Kupplungstausch bestehenden Geräuschs wird VW nicht veranlassen. Ich bin über diese Verfahrensweise von VW sehr erschüttert und erbost. Mir wurde in keiner Weise eine Reparatur, Nachbesserung oder dergleichen angeboten. Ich gab mein Fahrzeug mit einem Geräusch zur Reparatur in die VW-Vertragswerkstatt und erhielt es mit einem neuen, vorher noch nicht vorhandenen Geräusch zurück. Es ist mir unverständlich, dass eine neue Kupplung derartige Geräusche verursacht und diese Geräusche auch noch dem Stand der Technik entsprechen würden. Nach meinem Verständnis müssten somit ja alle Fahrzeuge derartige Geräusche aufweisen. Meine bisherigen Fahrzeuge als auch die meiner Familie wiesen jedenfalls derartige Geräusche bzw. Kupplungsgeräusche noch nie auf. Ich habe das Gefühl, dass VW in meiner Angelegenheit nicht an einer technisch einwandfreien, dem Stand der Technik entsprechenden und kundenorientierten Lösung interessiert ist. Daher bitte ich um Ihre Unterstützung. Gerne übersende ich Ihnen auch das Schreiben von der VW Beschwerdestelle. Die Rechnung für die Reparatur habe ich zwischenzeitlich leider schon beglichen. War das richtig? Soll ich es zurückziehen? Oder soll ich hierzu einen Anwalt kontaktieren? Mit freundlichen Grüßen Andre Strehmann

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Strehmann, eigentlich hat man sich sehr um Sie und Ihren Golf bemüht.... Das Auto ist inzwischen 6 Jahre alt und damit komplett aus dem Zentrum des Interesses eines VW-Vertragshändlers und von VW selbst verschwunden. Einfach ein altes Auto..... (sorry, aber das ist im OEM-Bereich die übliche Bezeichnung!). Aber: Das Autohaus hat das Fahrzeug angenommen, repariert, nachgebessert und schließlich aufgegeben. Sie haben alles brav bezahlt und erwarten zu Recht eine einwandfreie Reparatur. Nach meiner Einschätzung handelt es sich hier keineswegs um „den Stand der Technik", sondern um einen Einbau- und/oder Materialfehler der Kupplung. Das Autohaus hätte also nochmals das Getriebe ausbauen und die Ursache suchen müssen. Das will man nicht, weil das niemand bezahlt (was nicht stimmt! Wenn die Kupplung mangelhaft ist, trägt der Kupplungslieferant die Kosten. Aber nur dann!). Die VW-Kundenbetreuung ist der falsche Ansprechpartner, weil Sie nur einen Vertrag mit dem Autohaus haben, nicht mit dem Hersteller VW. Was sinnvoller gewesen wäre (und auch jetzt noch sinnvoll erscheint), wäre die Einschaltung der Schiedsstelle der zuständigen Kfz-Innung. Deren Spezialisten sehen und hören sich das Auto an und entscheiden, was zu tun ist. An diesen Schiedsspruch muss sich das Autohaus (sofern Innungsbetrieb!) halten, Sie aber nicht. Sie könnten dann noch klagen..... Also: Reine Nervensache. Und das Knacken beim Kuppeln würde ich auch nicht tolerieren..... Viel Erfolg wünscht Der Autopapst

Frage von Hermann Wirth:

Guten Tag, ich habe einen Nissan Qashqai, Baujahr 2011, Benziner. Wenn ich die Lüftung einschalte und Gas gebe, wird diese langsamer, vom Gas runtergehen und sozusagen im Schiebebetrieb wird die Lüftung wieder schneller. Das Problem ist immer da. Nissan Händler sagten mir sie sehen das Problem können es aber nicht beheben, da keiner weiß, an was es liegt. Haben sie eine Idee? Mit freundlichen Grüßen Wirth

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Das wird ein Masseproblem sein, dem ein Autoelektriker bald auf die Spur kommen dürfte. Dass die Nissan-Werkstatt so schnell das Handtuch wirft, ehrt sie, wirft aber kein gutes Licht auf deren Fachkompetenz. Vielleicht haben die keinen Autoelektriker mehr im Team, das soll in Zeiten der Mechatroniker ja passieren.... Gehen Sie zu einem „echten" Autoelektriker, der findet den Bug schnell (Bug = Computerdeutsch für „Fehler"). Es ist wahrscheinlich nur eine schlechte Masseverbindung. Aber wo die sitzt, muss der Fachmann nach seinen Messungen sagen. Viele Grüße vom Autopapst

Frage von Dirk:

Hallo! Bei meinem Subaru Forester 2006 kommt ab 130 km/h starke Pfeifgeräusche aus der Lüftung! Beim langsamen Fahren ist das Geräusch verschwunden! Was kann das sein?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind! Und zwar genauer der Fahrtwind, der von außen in das Lüftungssystem gedrückt wird und dort Klappen oder Lüfterräder bewegt. Wenn Du die Schlitze in der Motorhaube zuklebst, hört das sofort auf (Frischluft gibt es dann allerdings auch nicht mehr....). Welche Klappen da genau nicht öffnen oder locker sind, kann nur eine Demontage des Lüftungssystems klären. Das ist ein Job für ein Sommerwochenende.... (weil in der Werkstatt unbezahlbar!). A.K.

Frage von Nico Hein:

Hilfe! Bei meinem Peugeot 306 habe ich den Anlasser gewechselt. Jetzt springt er an, geht danach aber immer sofort aus. Ich bin am Ende und weiß mir nicht mehr zu helfen...

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hey Nico, überprüfe die Verkabelung des Anlassers! Wahrscheinlich ist eine Leitung falsch oder nicht angeschlossen, wodurch die Zündung nur im Moment des Startens aktiv ist. Sobald Du den Schlüssel wieder loslässt, geht sie aus. Und das dürfte „nur" ein Anschlussproblem sein. Ein Schaltplan ist dazu hilfreich. Cheers vom Autopapst

Frage von Michael Hartmann:

Hallo Autopapst, habe ein Riesen Problem mit einem Fiat Punto 1.3 JTD mit 75 PS, Baujahr 2009. Der Wagen läuft nur, wenn Startpilot gespritzt wird. Sobald nicht mehr gespritzt wird, geht er sofort aus. Raildrucksensor wurde bereits gewechselt, neue Leitungen gereinigt. Kraftstoff kommt an und geht wieder in den Rücklauf – ca. die gleiche Menge. Injektoren takten und sind dicht. Haben Sie eine Idee, was es sein könnte?? Mfg Michael Hartmann

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Michael, wie hoch ist den der tatsächliche Druck im Rail? Wenn die Hochdruckpumpe nur noch ein Pümpchen ist, reicht der Druck nicht mehr aus, um die Düsen zu öffnen. Und dann zündet auch nichts im Brennraum. Im Ergebnis wird es wohl die Hochdruckpumpe sein, leider ein teurer Spaß! Gute Fahrt wünscht der Autopapst

Frage von Th. Andree:

Sehr geehrter Herr Keßler, ich möchte ein Auto kaufen, Baujahr 2013. Entweder einen Honda CR-V oder einen Mitsubishi Outlander (Benzin) und ich kann mich nicht entscheiden. Können Sie mir eine Empfehlung geben, welcher vielleicht besser ist? Mit freundlichen Grüßen Th. Andree

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Thomas, ich würde (aus Qualitätsgründen.....) den Honda nehmen. Ausschlaggebend für Sie dürfte allerdings die Qualität der Betreuung durch den Händler sein. Wenn Sie bei Mitsubishi das bessere Bauchgefühl haben, nehmen Sie den Outlander..... Die Autos sind sehr ähnlich, im Detail gibt es aber Unterschiede. Gehen Sie (ausnahmsweise!) mal mit etwas Emotion an die Sache heran... Viel Erfolg! A.K.