Fragen an den Autopapst im März 2015

Autopapst Andreas Kessler löst die Probleme am Auto
Autopapst Andreas Kessler © Autogazette

Probleme mit dem Auto? Der Motor springt nicht an? Sie wissen nicht mehr weiter? Kein Problem! Autopapst Andreas Kessler hilft Ihnen weiter. Heute geht es um einen Daewoo Lanos.

Frage von Helmut Mühlbauer:

Bei meinem Daewoo Lanos, 75 PS und 1,4 Liter, leuchtet ständig die ABS-Kontrollleuchte auf. Was kann defekt sein? Zahnring oder Sensor?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Helmut, das kann sowohl das eine, als auch das andere sein. Oder beides gleichzeitig. Oder etwas anderes wie z.B. das Steuergerät, der Hydraulikblock oder die Lichtmaschine (wenn die zu wenig Spannung ins System bringt, geht die Warnleuchte auch an!). Spätestens zur nächsten HU muss das Problem gelöst sein. Bei der Fehlersuche würde ich mit den Sensoren anfangen. Die Zahnringe sind dabei als Nebenprodukt gleich mit im Fokus. Wenn Sie Glück haben, hat Ihr Lanos schon eine Diagnoseschnittstelle (ab ca. EZ 2000), sonst ist man leider auf das System „Try & Error" angewiesen....

Frage von Käthe S-K:

Bei meinem Nissan Primera Traveller P12 leuchtet immer die Tankanzeige, obwohl der Tank voll ist. Was kann ich machen?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Käthe, Sie können entweder das Kabel vom Warnkontakt abklemmen (dann ist zwar die Leuchte aus, Sie werden aber bei leerem Tank nicht gewarnt....) oder Sie erneuern den ganzen Tankgeber. Der ist wahrscheinlich defekt. Manchmal bekommt man den Warnkontakt auch repariert, aber das ist immer tricky und wer solche Versuche bezahlen muss, fährt mit einem Neuteil in der Regel günstiger. Viele Grüße Andreas K.

Frage von Siegfried Hanzl:

Guten Tag Herr Keßler, bei meinem VW Golf 5, 102 PS, wurden der Pollenfilter gewechselt und die Klimaanlage gewartet und zwei Mal desinfiziert. Seitdem habe ich beim Erwärmen des Autos fürchterliche Gerüche wie altes Brackwasser. Was kann das sein?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Das sind Bakterienkulturen, die sich auf Kondenswasser-feuchten Oberflächen oder in der Auffangschale für das Kondenswasser immer dann prächtig entwickeln, wenn es schön warm ist. Das ist entweder im Sommer oder im Winter bei Heizungsbetrieb der Fall. In Ihrem Auto wurde bei der „Desinfizierung" offenbar nicht sorgfältig gearbeitet, sonst wären die Bakterien ja nicht mehr da. Oft ist auch der Ablauf für die Kondensatschale verstopft oder geknickt, wodurch die Bakterienbrühe nicht abläuft und so geradezu als Petrischale dient. Also: Nochmal ran, an die Kanäle der Kaltluftführung, den Wärme- bzw. Kältetauscher und Peripherie der Klimaanlage....

Frage von Jörg Werner:

Hallo Herr Keßler, wir brauchen für unseren Mercedes-Benz S211 200 K (183 PS, Bj. 2007) neue Motorlager, die sog. Hydrolager. Können wir statt der original MB-Teile auch z. B. die uns von Taxiteile Berlin angebotenen Motorlager von Corteco (Identqualität) nehmen? Oder sollte man dieses besser lassen und zum freundlichen MB Händler gehen? Würde mich über eine Antwort freuen, Grüße Jörg Werner

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Jörg, selbstverständlich liefern die Zulieferer Hydrolager ans Mercedes-Band, aber auch an TE-Taxiteile! Wenn die Ware von einem namhaften Hersteller kommt (z.B. Freudenberg oder Lemförder, FebiBilstein ist ab und zu auch mal gut, Mapco hatte lange miese Gummiteile....), ist der Zubehörhändler immer erste Wahl! Viel Spaß beim Schrauben wünscht Der Autopapst

Frage von Bruno Lichte:

Sehr geehrter Herr Keßler, ich habe einen Audi A4, Limousine, Baujahr 2008, mit eingebauten MMI-System. Mein Telefon kann ich am Multifunktionslenkrad über die Sprachsteuerung bedienen. Nur bei meinem Navigationssystem geht es nicht, es kommt immer die Ansage „kein Eintrag im Telefonbuch“. Nach der Bedienungsanleitung müsste es aber gehen. Welche Möglichkeiten gibt es, dass ich die Navigation über die Sprachsteuerung bedienen kann. Vielen Dank im Voraus Lichte

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Benno, da wird höchstwahrscheinlich eine Inkompatibiltät der unterschiedlichen Bluetooth-Protokolle vorliegen! Reparieren / updaten lässt sich da nichts, besser ist eine Anfrage an Audi, welche Geräte kompatibel sind. Alternativ schafft die Antwort auf diese Frage natürlich auch ein Audi-Forum.... Nicht jedes Smartphone / Navi mit Bluetooth wird von den serienmäßig von der Autoindustrie verbauten Multi-Media-Anlagen vollständig erkannt, das ist leider so. Es grüßt der Autopapst

Frage von Felix Bauer:

Werter Herr Keßler, bei meinem VW Golf 4, Bj. 2000, TDI, 6 Gänge, geht ab und an die gelbe ABS-Leuchte an. Dann starte ich neu und keine Anzeige. Auch wenn ich während der Fahrt mal kurz die "Zündung " ausschalte, geht der Fehler weg. Habe Fehlerspeicher auslesen lassen. Fehlercode/ ABS / Bremselektronik, Fehlercode 812, Bremsdruckmagnetspulen-Löseschalter, Fehler sporadisch. Kann ich das selbst reparieren? Ist das sicherheitsrelevant? Herzliche Grüße! Felix Bauer, einer ihrer Fans.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Felix, das dürfte der Hydraulikblock sein! In dem sind Magnetventile, die (insbesondere, wenn zu lange kein Bremsflüssigkeitswechsel vorgenommen wurde!!) gerne mal korrodieren. Langfristig dürfte der also fällig werden. Du kannst ja schon mal nach Ersatz suchen..... Es grüßt der Autopapst

Frage von Uwe Grabbe:

Mein Ford Fiesta 1.4 CDTI, 68 PS, Baujahr 2004, besitzt eine heizbare Frontscheibe. Aktuell wird die Beifahrer-Scheibe einigermaßen frei, die Fahrer-Scheibe allerdings mag nicht mehr frei werden. Lässt sich da noch etwas machen? MfG Uwe Grabbe

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Grabbe, vermutlich ist der Heizfaden auf der Fahrerseite gebrochen. Das lässt sich mit einem Ohmmeter prüfen. Wenn der Widerstandswert "unendlich" anzeigt, hilft nur noch eine neue Scheibe. Warten Sie damit am besten bis zum nächsten Steinschlag, dann lässt sich das über die Teilkasko abrechnen. Herzliche Grüße vom Autopapst

Frage von Bea:

Hilfe, ich fahre einen Opel Corsa B, Bj. 8/2000, Automatic (leider), 65 PS, Benziner, 126.000 km gelaufen. Nun macht Fritzi, so heißt er, Ärger. Er entschließt sich, während der Fahrt einfach still und leise auszugehen. Zunächst schlagen Startversuche fehl. Nach einer Weile kann ich wieder starten und den bockigen Kerl nach Hause fahren. Bin überfordert, denn auch mein Privatschrauber ist überfordert. Lamdasonde, Kurbelwellensensor... sind Dinge, die ich mal recherchiert habe.... obwohl ich eine Frau bin. Bitte, bitte helft meinem Fritz und seiner Fahrerin. Lieben Dank.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Bea, leider ist die Kombination Corsa B und Automatik so ziemlich das Letzte, was ich meiner Frau hinstellen würde. Aber das weißt Du ja.... Also: Aus der langen (und leidvollen!) Erfahrung mit diesem Baumuster (mit dem Corsa B bekam der Name Lopez richtig Würze....) würde ich in diesem Fall mal den Zünd-Anlass-Schalter erneuern! Der sitzt im Gehäuse des Zündschlosses und muss recht mühsam hervoroperiert werden. Ich habe bei Defekt-Verdacht immer zunächst mal einen Schalter gekauft und dann provisorisch mit dem Kabelbaum verbunden. Wenn der Wagen dann nicht mehr abstarb, kam die Prozedur des Einbaus. Frage Deinen Schrauber, ob er das auch so sieht. Und dann (wenn die Operation geglückt ist....): Verkaufen!! Es grüßt Der Autopapst

Frage von Andreas Burmester:

Guten Tag Hr. Kessler, ich fahre einen Volvo PV 444, Baujahr 1954. Seit geraumer Zeit stelle ich fest, dass mein Bremspedal beim Bremsen (Wagen in Fahrt befindlich) leicht wippt, bei Druck = Gegendruck entwickelt und gleich darauf wieder nachgibt. Dieser Vorgang wiederholt sich kontinuierlich beim Bremsvorgang und zwar solange, wie der Bremsvorgang anhält. Was könnte der Grund sein und wie kann ich diesen Mangel beheben. Schon im Vorwege ein Dankeschön für Ihre Bemühungen. Mit freundlichen Grüßen Andreas Burmester

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Namensvetter, Du (bzw. Dein Volvo!) hast unrunde Bremstrommeln. Das kann ein normales Altersproblem, aber auch die Folge einer Überbeanspruchung der Bremse (Überhitzung....) mit anschließendem Abkühlen mit angezogener Handbremse sein (ist nur eine Möglichkeit....). Abhilfe schafft ein Austausch der verzogenen / unrunden Bremstrommel. Man könnte auch versuchen, die Trommeln auszudrehen. Dann bräuchte man allerdings "Übermaß-Bremsbacken", die im spezialisierten Fachhandel zwar zu kriegen, aber recht teuer sind. Besser ist der einfache Tausch der Bremsen (Trommeln, Bremsbacken, Radbremszylinder, Bremsschläuche, Bremsflüssigkeit), der nach all´der Zeit (falls nicht schon mal erfolgt!) ohnehin überfällig ist. Ersatzteilquellen sind http://www.skandix.de/de/ oder http://www.skanimport.com/home/.
Gute Fahrt wünscht Der Autopapst

Frage von Joachim Pieczkowski:

Die Werkstattkontrollleuchte meines Opel-Meriva A, Bj. 2005, 77 kW bei 1598 cm³, leuchtet gelegentlich auf, nach meiner Beobachtung besonders bei Regen/Feuchtigkeit. Irgendwelche Probleme sind ansonsten nicht erkennbar. Ein Bosch-Dienst hat den Fehler ausgelesen und festgestellt, dass der 'Dreiklappensensor' (telefonische Auskunft, im Internet habe ich nur Drallklappen gefunden) defekt sei. Dieser sei nur in Kombination mit den Klappen austauschbar; Kostenpunkt ca. 700 Euro zzgl. Ca. 400 Euro Ein-/Ausbau. (Zu) viel Geld für ein altes Auto. Was passiert, wenn man auf die Reparatur verzichtet? Sind schwerwiegende Folgeschäden zu erwarten? Oder kann man noch eine gute Zeit mit Warnlicht fahren? Mit bestem Dank

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Joachim, wenn die Werkstatt keine billigere Möglichkeit sieht, die vermaledeite gelbe Kontrolle dauernd „aus“ zu bekommen, würde ich nichts machen. Jedenfalls dann, wenn die Motorleistung und der Verbrauch sich nicht verändern. Dann ist das Auto nämlich nicht im Notlauf und die Störung relativ unwichtig. Die Leuchte geht bekanntlich immer dann an, wenn die Elektronik nicht so arbeitet, wie es die „on-Board-Diagnose“ erwartet. Das hat der Gesetzgeber so verordnet, damit die Abgasqualität ständig optimal ist. Nun wissen wir alle, was von den einmal auf dem Prüfstand ermittelten Werten zu halten ist: In der Praxis nämlich leider nicht viel.... Spätestens zur nächsten HU muss die Lampe aber wieder aus sein, sonst gibt es keine neue Plakette. Das ist ein Ratschlag, der für den von Dir beschriebenen Fall gilt, aber nicht verallgemeinert werden sollte..... Es grüßt Der Autopapst

Frage von Wolfgang Müller:

Sehr geehrter Herr Keßler, am "Geliebten" meiner Frau, einem Citroen Saxo 1.1, 54 PS Benzinmotor, Bj.1998 mit 90.000 km auf dem Tacho, habe ich festgestellt, dass sich im Kühlwasser leicht schleimige Ablagerungen befinden. Die Diagnose „defekte ZKD“ liest man in allen möglichen Foren, jedoch brauche ich zwischen den jährlichen Ölwechseln keinen Tropfen Öl nachfüllen, da der Ölstand im Motor konstant ist, es ist auch bei laufendem Motor kein gluckerndes Geräusch bzw. Blasenbildung im Kühlwasserausgleichsbehälter feststellbar und der Kühlwasserstand bleibt ebenfalls konstant und Kühlwasser musste noch nie nachgefüllt werden. Allerdings liegt der letzte Wechsel der Kühlflüssigkeit bereits acht Jahre zurück. Abgaswerte sind nach AU-Protokoll ebenfalls okay. Trotzdem ZKD erneuern oder alles halb so schlimm? Viele Grüße Wolfgang Müller

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Wolfgang, ich hatte vor einiger Zeit mal einen Peugeot mit dem gleichen Motor. Das Kühlwasser dieses Autos bestand fast nur noch aus Motoröl (so sah es jedenfalls aus....) und fuhr so noch über 25.000 km, bis ich das Auto dann schließlich weiter gegeben habe. Was ich damit sagen will: Wenn das Auto normal fährt, nicht zu viel verbraucht und nicht heiß wird, würde ich nichts machen (außer natürlich regelmäßig einen Blick auf das Problem zu werfen, um eine Verschlimmerung rechtzeitig zu bemerken....)! Selbst mit einer neuen Zylinderkopfdichtung ist das Phänomen bei diesen Autos unter Umständen nicht völlig abzustellen. Gute Fahrt mit dem „Geliebten“ wünscht der Autopapst

Frage von Jerry Meifert:

Hallo, wir haben einen Gebrauchtwagen mit 500 Euro angezahlt. Am Montag sollte er neu TÜV und ASU bekommen, wofür wir 100 € zahlen sollen. Nun wurden gestern beim TÜV Mängel festgestellt. Radlager vorne, Bremsen hinten. Der Händler gibt den Wagen in die Werkstatt und möchte nun von uns die Hälfte der Reparaturkosten haben. Ist das rechtens? Er hat uns nicht mal gefragt, ob wir das möchten. Möchten ggf., wenn er die Kosten nicht selbst übernimmt, vom Kauf zurücktreten. Geht das? Wer muss die Reparatur tragen? Vielen Dank für ihre Hilfe Lieben Gruß Jerry

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hey Jerry, für eine Antwort auf Deine Fragen müsste ich den Kaufvertrag sehen. Wenn dort ein fester Preis für ein Auto mit frischer HU vereinbart ist, muss der Händler alle dafür nötigen Reparaturen bezahlen. Wenn im Vertrag lediglich ein Verkaufspreis für das Auto steht und zusätzlich vereinbart wird, dass Du für die Kosten der Hauptuntersuchung aufkommst, ist damit nicht nur die Prüfgebühr gemeint, sondern auch die Kosten für evtl. nötige Reparaturen. Wenn Du so einen Vertrag unterschrieben hast, ist es sehr nett vom Verkäufer, 50% der Kosten der Werkstatt zu übernehmen. Wenn Du von dieser Entwicklung überrascht bist, kannst Du aber nicht vom Vertrag zurück treten (pacta sunt servanda = Verträge sind einzuhalten)! In diesem Fall gilt: Augen zu und durch. Wenn Du da nicht mitmachen willst, kann der Händler Schadenersatz geltend machen (der ggf. mit der bereits getätigten Anzahlung verrechnet wird). Im Zweifel würde ich mich mit dem Fall an einen Juristen wenden, der ich leider nicht bin. Meine Ratschläge fußen zudem nur auf Vermutungen. Trotzdem viel Erfolg wünscht Der Autopapst

Frage von Mathias:

Hallo, ich fahre einen Ford Focus, Bj. 2008. Er fährt sich in letzter Zeit etwas schwammig. Die Werkstatt kann nichts finden. Wenn sie den Wagen hochheben, ist keine Luft am Reifen spürbar. Ich habe jetzt aber festgestellt, wenn der Wagen auf den Rädern steht und ich oben am Rad drücke, spüre ich, als ob der Reifen wackelt. Ist aber nur auf der linken Seite zu spüren, rechts ist nicht zu spüren. Gruß Mathias

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Mathias, wenn Du den Verdacht hast, dass am Fahrwerk Deines Autos etwas nicht in Ordnung ist, solltest Du eine Werkstatt mit einem Achsprüfstand suchen. Den gibt es in aller Regel auch bei den großen Prüfstellen von TÜV, GTÜ, Dekra und Co. Eine echte Aussage zum Fahrwerkszustand ist nur unter Last, also bei belasteten Federn mit dynamischen Impulsen, möglich. Moderne Fahrwerke sind High-Rech, und der Focus hat ein besonders gutes! Viele Grüße vom Autopapst

Frage von Justus:

Hallo Herr Keßler, Sie haben mir vor drei Jahren bei meinem VW Polo einen super Tipp gegeben, dafür bin ich noch immer sehr dankbar. Jetzt habe ich wieder ein Anliegen. Ich will mir einen Reliant Scimitar GTE SE5a anschauen. Es gibt einige Besonderheiten bei dem Wagen. Ist jetzt eine sehr offene Frage und ich erkundige mich noch auf anderen Wegen. Aber haben Sie Erfahrung mit dem Modell? Worauf muss man achten? Das Auto hat englische Papiere und wurde 30 Jahre nicht gefahren. Besonderheiten sind z.B. Kunststoffkarosserie, 4-Ganggetriebe (mit Overdrive), 3L V6, heißer Ofen, günstiger Preis. Sämtliche Verschleißteile müssen definitiv gemacht werden (Bremsschläuche, Ventile einstellen, Reifen sind 30 Jahre alt aber nie gefahren). Ich habe einen vertrauenswürdigen Werkstattmeister, der das gut und preiswert machen kann. Haben Sie einen ganz heißen Rat für mich auf die Schnelle? Beste Grüße! Justus

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Justus, die Reliant Scimiutar sind in der Tat faszinierende Autos (und waren vor 30 Jahren sogar im Fuhrpark des englischen Königshauses: Prinz Charles hatte mal einen....). Aber sie sind auch extrem exotisch: In Deutschland wirst Du kaum mehr als ein Dutzend angemeldete Scimitars finden. Entsprechend gut (oder besser schlecht....) ist hier das Wartungs- und Reparatur-KnowHow ausgeprägt. Wenn Du das Auto kaufst, bist Du nach einem Jahr entweder in der Klappse oder fett im Scimitar-Geschäft, weil selbst zum Experten gereift. Das passiert immer dann, wenn man sich so ein Auto kauft.... Ich selbst hatte noch nie eins davon, weshalb ich auch keine Expertise habe und Dich an (englische) Foren verweise. In Deutschland dürften sich auch ein paar Experten finden, die musst Du aber selbst suchen! Das Reliant-Register findest Du hier: http://www.reliant-register.de/forum/index.php?sid=9f964193ba3dad6a5d8f9b038c35d186
Viel Spaß mit einem der wenigen echten „Shooting-Brakes“ wünscht der Autopapst

Frage von Robert Zettner:

Sehr geehrter Herr Kessler, ich fahre bisher einen Opel Corsa C aus dem Jahr 2006 mit Easytronic-Getriebe. Nun möchte ich mir eigentlich wieder einen VW Golf oder ein anderes Fahrzeug der VW Gruppe (Skoda, Seat, Audi) mit Automatik zulegen. Ich lese aber viel über Mängel am verbauten 7-Gang DSG Getriebe (Schwungräder, defekte Steuerelektronik und auch vorzeitig rupfende Kupplungen). Wie ist Ihre geehrte fachmännische Meinung und Einschätzung dazu? Ist es vielleicht doch besser einen herkömmlichen Handschalter mit Kupplung und 5 bzw.6 Gängen zu wählen? Andererseits habe ich mich halt auch schon sehr an das "automatische" Fahren gewöhnt, auch wenn die Easytronic meines 9 Jahre alten Corsa nicht so sanft und schnell schaltet wie herkömmliche Wandlerautomaten. Ich freue mich auf Ihre Antwort und verbleibe bis dahin. Mit freundlichen Grüßen Robert Zettner

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Robert, ich würde heute keinem Neuwagenkäufer zu einem der automatisierten Schaltgetriebe raten! Zum einen sind diese Getriebe nach meiner Meinung nur dazu da, auf dem Prüfstand die CO2-Werte des Autos nach unten zu drücken und (natürlich!) auch in der Kleinwagenklasse für Freunde des automatischen Gangwechsels ein Angebot zu haben. Auf die Dauer wird man mit diesen Getrieben leider nicht froh, die Anfragen auf meinen Seiten zu Getriebeproblemen dieser Autos sprechen eine deutliche Sprache. Eine gute Handschaltung ist auch heute immer noch die beste Wahl, wenn man lange sorgenfrei mit dem Auto fahren will. Kaum ein Neuwagenkäufer wird jemals eine Kupplung verschleißen, und wenn doch, sind die Reparaturkosten im Vergleich zu Schaltschiebern, Steuergeräten oder ganzen Getrieben der „anderen“ deutlich (!) geringer. Also: Trainiere den Kupplungsfuß! Es grüßt der Autopapst

Frage von Andreas Stenzel:

Lieber Autopapst, hallo Herr Keßler, mein Vater verstarb im letzten Oktober nach langer schwerer Krankheit. Nun steht sein Passat GL, Baujahr 1987 (ich glaube das neuere Modell), in der Garage. Er hat jetzt noch ein gutes Jahr TÜV. Derzeit überlege ich, ob es Sinn macht, ihn schon jetzt zu verkaufen. Dann wahrscheinlich an einen ortsansässigen Aufkäufer oder noch 2 Jahre zu warten, bis er ein H-Kennzeichen bekommen kann. In der Hoffnung, dass er dann noch etwas im Preis steigt. Der Zustand des Wagens ist sehr gepflegt. Was würden Sie mir raten? Vielen Dank für Ihre Hilfe. Mit freundlichen Grüßen Andreas Stenzel

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Namensvetter, die Passate der 2. Generation (Typ 32B) sind inzwischen sehr selten, und „in gut“ faktisch vom Markt verschwunden. Mit einem „H-Kennzeichen“ dürfte sich in der Tat ein deutlich besserer Preis als ohne die höheren Weihen des automobilen Kulturgutes erzielen lassen. Aber: Die Zeit bis zur Vollendung des 30. Zulassungsjubiläums will überbrückt sein! Das Auto muss regelmäßig bewegt werden, das kostet Sprit. Und es muss gewartet werden. Das kostet Geld. Schließlich wird für das Oldtimerkennzeichen einiges an Bürokratie nötig, die ebenfalls Geld und zusätzlich Zeit kostet. Außerdem kann sich in 2 Jahren einiges ändern, auch auf dem Oldtimer- und dem Verordnungsgebiet. Also: Ich würde das Auto etwas aufhübschen und dann (gut fotografiert) ins Netz stellen. Mit dem Hinweis auf die Seltenheit und die bald anstehende Möglichkeit des H-Kennzeichens sollten sich etwa 1800 € erzielen lassen. In zwei Jahren mit H-Kennzeichen sind es (vielleicht!) 3000 €, von denen die bis dahin anfallenden Kosten abgezogen werden müssen. Alles klar?? Es grüßt der Autopapst

Frage von Dirk Rother:

Hallo Herr Keßler, ich hab in meiner Garage jede Menge alter Autobatterien. Wo kann ich selbige abgeben und sogar noch 'ne "Mark" dafür bekommen? Schließlich steckt da ja jede Menge wertvollen Bleies drin. Viele Wertstoffhöfe nehmen die zwar an, wollen dafür aber nix rausrücken. Wie wäre da jetzt die Verfahrensweise? Für eine Auskunft wäre ich Ihnen sehr verbunden und verbleibe hiermit mit freundlichen Grüßen Dirk Rother

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Dirk, in der Tat kann man für Alt-Blei bzw. Altbatterien noch "Bares" bekommen. Allerdings muss man erst mal einen Schrotthandel finden, der so etwas ankauft. In Großstädten in der Regel kein Problem, auf dem platten Lande wird das oft schwierig. Außerdem wird vom theoretisch möglichen Erlös oft noch das Geld abgezogen, was die Abholung kosten würde. Am besten recherchiert man das im Netz, z.B. hier: http://www.schrottallerart.de/schrottpreisrechner.php

Ich selbst habe auch einen ordentlichen "Alt-Batterie-Friedhof", dessen Leichen ich immer mal wieder durch Einbau (bzw. Tausch gegen funktionierende Akkus) in "Exportautos" wiederbelebe. Die Jungs in Afrika müssen dann eben sehen, wo sie Strom herkriegen. Cheers, viel Spaß beim "recyclen" wünscht Der Autopapst

Frage von Charlie Srebne:

Sehr geehrter Herr Kessler, beim Ölwechsel von meinem VW Touran, BJ 2007, km-Std. 125 000, letzter Service 10.12.2014, wurde auch festgestellt, dass der Simmerring undicht ist und "leicht" Öl austritt. Heute kam die gelbe Öllampe. Gleiche Werkstatt festgestellt, dass der gesamte Motor bis zum hinteren Auspuff ölverschmiert ist. Es wurde ein Liter Öl aufgefüllt und mir der Rat gegeben, eine professionelle Motorwäsche durchführen zu lassen, um dann wieder vorstellig zu werden. Meine Frage: Wäre dieses Problem nicht aufgetreten, wenn man die Simmerringe sofort gewechselt hätte, respektive hätte man sie sofort wechseln müssen, denn ich habe ohnehin für den gesamten Service 1200 Euro bezahlt? Gruß Charlie Srebne

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Srebne, möglicherweise hätte man den geschilderten Ölverlust durch den rechtzeitigen Wechsel von Dichtungen / Simmerringen minimieren oder stoppen können. Aber: Der Wechsel der Dichtungen hätte nochmals Geld gekostet, wahrscheinlich einen höheren 3-stelligen Betrag. Der Simmerring selbst ist zwar ein billiges Teil, der Arbeitszeitaufwand für den Wechsel kann aber erheblich sein (z.B. muss für den Wechsel des hinteren Simmerringes das Getriebe ausgebaut werden!). Wenn es "leichte" Ölundichtigkeiten gibt (man spricht dabei oft von "Schwitzen"), ist es oft eine Gewissensentscheidung: Soll man oder soll man nicht. Manche kleine Undichtigkeit bleibt ewig klein, andere werden schnell groß. Und wenn der Wechsel dann teuer wird, lässt man die Sache eben zunächst mal so. Wenn Ihre Inspektion 2000 € gekostet hätte, wären Sie sicher auch nicht amüsiert gewesen! Es grüßt Der Autopapst

Frage von U. Ruttee:

Sehr geehrter Herr Kessler, ich habe einen Mini-Cooper, Baujahr 1995, mit Saisonkennzeichen und stelle ihn seit Jahren von November bis Anfang April in der Garage mit vollen Tank ab. Sie wiesen einmal darauf hin, dass das Benzin dann zu alt ist und ev. Nachschäden, verklebte Düsen, auftreten können. Bis jetzt traten keine Schwierigkeiten auf, das Auto schnurrt zu Beginn des Frühlings problemlos. Kann ich das so beibehalten, denn wenn ich zu wenig Benzin im Tank habe, könnte es ja sein, dass das Benzin sich verflüchtigt und die Benzinpumpe ins Leere zieht? Danke schön. MfG U. Ruttee

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Ursula, ein schönes Spielzeug haben Sie da! Offenbar ein Liebhaber-Stück. Die Bemerkung zur Haltbarkeit des Kraftstoffes bezog sich in erster Linie auf die "modernen" Kraftstoffe, deren Additivierung eine relativ geringe Haltbarkeit hat. Im Extremfall sinkt die Zündwilligkeit schon nach einer Wintersaison so weit ab, dass es zu Zündproblemen kommen kann. Um sicher zu gehen, würde ich im Herbst immer ein Fläschchen "Benzin-Stabilisator" in den Tank kippen (gibt es im Motorrad-Zubehörhandel). Und: Das Märchen mit dem Volltanken können Sie im Zeitalter der Kunststofftanks und Bioäthanol-Kraftstoffe getrost vergessen. Grüße vom Autopapst

Frage von G. Stiffel:

Sehr geehrter Herr Keßler, ist es richtig, dass man die Klimaanlage erst dann überprüfen lassen sollte, wenn die Kühlwirkung abnimmt (Austrittstemperatur über 4-5 Grad C? Welche Bedeutung haben Alter und Laufleistung? Wann muss der Trockner ausgetauscht werden? Worauf sollte man bei der Ausführung der Wartung achten? Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen G. Stiffel

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Stiftel, die Klimaanlage sollte spätestens (auch, wenn der Hersteller nichts dies bezügliches vorschreibt!) nach zwei Jahren "gecheckt" (Klima-Check!) werden. Dabei wird das Kältemittel ersetzt / ergänzt und der Trockner erneuert. Das kostet ca. 80 - 100 Euro und ist unbedingt empfehlenswert. Klimaanlagen verlieren auch wenn sie nicht benutzt werden bzw. das Auto nur steht, im Jahr etwa 10-15% des Kältemittels durch Diffusion. Wenn schließlich zu wenig Kältemittel im System ist, kühlt die Anlage nicht nur nicht oder kaum, mit dem Kältemittel fehlt auch der Schmierstoff für die Kompressorwelle. Der Kompressor wird dadurch undicht und muss ersetzt werden. Das kann ein regelmäßiger Klima-Check verhindern... Durch die weite Verbreitung von Klimaanlagen im Auto ist inzwischen auch in normalen Werkstätten die nötige Kompetenz angekommen. Sie können also in Ihrer Stammwerkstatt unbesorgt auch die Klimaanlage warten lassen. Viele Grüße vom Autopapst

Frage von Klaus Kuckuk:

Hallo Herr Kessler, habe mir jetzt für meinen VW T5, Bj. 06, einen neuen Dieselpartikelfilter gekauft. Habe nach Erhalt festgestellt, dass der Keramikkörper statt ca. 24 cm Länge (Originalteil) nur etwa 13 cm lang ist. Kann der DPF trotzdem eingebaut werden? Die Werkstatt hat Bedenken bezüglich des Reinigungseffektes und dass eventuell der Differenzdrucksensor aufgrund des größeren Hohlraums vor dem Keramikteil nicht funktioniert. Mit bestem Dank im Voraus Klaus Kuckuk

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Klaus, was hast Du denn da wieder gekauft? Wenn schon, denn schon: Qualität! Ein Ersatzteil in Original-Qualität gibt es bei VW (teuer!), aber auch im gut sortierten Zubehörhandel. Du hast zwar auch im Zubehörbereich gesucht, aber bestenfalls ein „Nachbauteil“ bekommen. Das kann man zwar einbauen, es wird aber nicht die Leistung und auch nicht die Lebensdauer eines Originalteils haben. Die Differenzdruckmessung dürfte übrigens keine Probleme bereiten: Hier ist eher ein zu großer als ein zu kleiner Keramikkörper problematisch. Wenn der Druck am Ende des Filters zu klein wird, kommt die Fehlermeldung. Wenn es keinen Widerstand gibt (wenn man also ohne Keramikkörper führe....), kommt auch eine Fehlermeldung! Also: Gib den gekauften Filter zurück (geht bei online-Käufen problemlos!) und kaufe Qualität..... Cheers vom Autopapst

Frage von Felix Bauer:

Hallo, sind die Probleme mit den Steuerketten bei den 1,4 er Benziner im VW-Konzern noch relevant? Wollte gern einen altersgerechten Tiguan oder Q 3 kaufen, habe aber wegen der Steuerkette Bedenken? Herzliche Grüße Felix Bauer

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Felix, wollen Sie sich ein neues Auto schenken? Dann würde ich mir an Ihrer Stelle keine Sorgen um die Steuerketten machen. Aus aktueller Produktion ist diesbezüglich nichts Negatives mehr zu hören; VW hat wegen seiner zu schwachen Steuerketten genug Prügel bezogen (aber trotzdem in vielen Fällen mies reagiert….). Ich selbst würde mir aber kein Auto mit einem dieser „downgesizten“ Motoren kaufen. Der alte Grundsatz „Hubraum ist durch nichts zu ersetzen“ gilt immer noch. Und was nützen einem die fabelhaften Verbrauchswerte im Prospekt, wenn sie in der Praxis nie erreicht werden und die empfindliche Technik dauernd in die Werkstatt will? Es grüßt sehr herzlich Andreas Keßler

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.