Fragen an den Autopapst im Juli 2010

Andreas Kessler © Foto: privat

Sie haben Probleme mit dem Auto? Der Autopapst hilft. Ihre Anfragen aus dem Monat Juli 2010.

Frage von Christoph Glanz:

Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe bei meinem Skoda Superb 3U ein Geräusch festgestellt, welches vorher nicht vorhanden war. Mein Verkäufer lehnt aber die Reparatur ab, da ein "Geräusch" nicht unter die Garantie fällt. Im Internet habe ich gefunden, dass es sich hierbei um Getriebeprobleme (Zweimassenschwungrad) handeln soll. Können Sie mir hier helfen? Danke & Gruß Christoph Glanz

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Christoph, ich würde auch keine Gewährleistung auf ein "Geräusch" anbieten! Bevor das Geräusch (möglichst von einem neutralen Fachmann...) nicht annähernd eindeutig zugeordnet werden kann, ist eine Mängelrüge ggü. dem Verkäufer leider sinnlos. Und der wird bei einer Probefahrt ganz sicher nichts hören. Wenn Sie den Verdacht haben, dass das 2-Massen-Schwungrad defekt ist, würde ich mal einen Skoda-Werstattmeister mit dem Auto fahren lassen. Wenn der das auch als Defekt erkennt, lassen Sie sich ein Angebot für die Reparatur schreiben und haben dann für Ihren Vertragspartner etwas schriftliches in der Hand. Viel Erfolg dabei wünscht Der Autopapst

Frage von Herbert:

Schon einige Male habe ich Ihre Antworten durchsucht und tolle Tipps gefunden. Jetzt habe ich ein Problem mit meinem Citroen Picasso, 1,8l Benziner, Bj. 2000. Die automatische Klimaanlage regelt seit einiger Zeit falsch. Nachdem der Motor warmgelaufen ist, heizt die Anlage auch bei 30 Grad Außentemperatur. Nachdem ich den Sollwert der Regelung an den unteren oder oberen Anschlag gefahren habe, kommt dann nach einigen Minuten die Regelung in Gang und der Sollwert -z. B. 23 Grad - wird durch Kühlen erreicht. DerPollenfilter ist okay, die Sensoröffnung im Innenraum links beim Handschufach ist freigeblasen, die Anlage wurde vor eineinhalb Jahren gewartet. Die Werkstatt würde große Geschütze auffahren. Wie kann ich die Regelung wieder in den Griff bekommen? Sind im Innenraum mehrere Sensoren für die Isttemperatur? Ich freue mich schon auf Ihre Tipps. Freundliche Grüße Herbert

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Herbert, ich tippe nach Ihrer Schilderung eher auf ein Problem der Regelelektronik als der Sensorik. Versuchen Sie doch mal mit Hilfe eines Citroen-Händlers bzw. mit dessen Diagnosecomputer, in die Tiefen der Klimaautomatik vorzudringen. Das ist bezahlbar und wesentlich zielgerichteter als versuchsweises tauschen von Klein- oder Großteilen....

Frage von Thomas Klein:

Hallo Autopapst, es geht um meinen Audi 80 (B4), Baujahr 1992, Benziner, 2.0 E, 85 kW, 5-Gang-Schaltgetriebe, geregelter Kat Euro 3. Während einer Fahrt auf einer Bundesstraße hat der Wagen beim Gas geben unregelmäßig geruckelt. Habe daraufhin sicherheitshalber den ADAC gerufen. Der Mitarbeiter meinte, der Ansaugluft-Temperaturfühler müsste getauscht werden und das Teil dann "überbrückt". Daraufhin dann kein Ruckeln mehr. Habe paar Wochen später dann das Luftmassenpotentiometer und den Ansaugluft-Temperatursensor tauschen lassen, da dies im Fehlerspeicher stand. Im darauf folgenden Winter hat der Wagen eines Tages kurz nach dem Anlassen extrem geruckelt (sehr unrunder Lauf bei kleiner Drehzahl, wäre an der Ampel ohne Gas geben bei gedrückter Kupplung abgestorben). Wagen vor Audi-Werkstatt abgestellt (sonntags). Dort trat das Ruckeln dann am nächsten Tag erstmal nicht mehr auf. Nach zwei Tagen hat es sich dann wieder gezeigt, worauf der Luftmassenmesser mit Temperaturgeber getauscht wurden. Darauf dann wieder alles bestens. Ca. 6 Monate später: Der Wagen springt manchmal schlecht an (habe den Eindruck v. a. dann, wenn der Motor warm ist; z.B. nach einer Pause auf Autobahnrastplatz, oder wenn Wagen nachmittags in der Sonne stand); springt dann durch Gas geben doch noch an. Nur einmal war nix zu machen, wollte einfach nicht anspringen; dann 3 Stunden gewartet und es ging wieder (mit Gas geben). Das mit den unregelmäßigen Anlassproblemen ging so ein Jahr lang gut. Aktuell ruckelte der Wagen eines Morgens nach ca. 500 m Fahrt erstmals wieder nach langer Zeit; stelle den Wagen sicherheitshalber ab. Als ich ihn am nächsten Tag wieder starten will, springt er überhaupt nicht an (Gas geben bringt nix). Versuche es paar Tage später nochmal: Wagen springt an, auf dem Weg zur Werkstatt ruckelt er wieder. Der Wagen ist jetzt bei einer Audi-Werkstatt (seit mittlerweile fast 6 Wochen). Die hat zuerst den Zündverteiler getauscht, mir dann mitgeteilt, dass der Fehler nicht immer auftrete, die Fehlersuche schwierig sei und dann meinte, das Ruckeln komme von der Lambda-Sonde, die also auch getauscht. Dann meinte man, das Motorsteuergerät sei Schuld. Dieses wurde ausgebaut und überprüft, war aber in Ordnung. Nachdem das Steuergerät jetzt wieder eingebaut wurde, springt der Wagen gar nicht mehr an. Der Anlasser sei zwar in Ordnung (drehe sich), aber der Wagen springt einfach nicht an, Ursache müsse wohl die Kraftstoffversorgung oder die Zündung sein. Die Herrschaften sind ratlos. Es wäre wirklich Schade, wenn ich den Wagen verschrotten müßte, da das gute Stück erst im März AU/HU ohne Beanstandung bestanden hat. Bin für jeden Hinweis dankbar. Freundliche Grüße Thomas

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Thomas, hat denn schon mal einer an den Zünd-Anlaßschalter gedacht? Bei der ganzen Schilderung passt er immer als Ausfallgrund ins Bild. Der ist nicht teuer, aber etwas fummelig zu wechseln. Ich würde (vor dem Schrottplatz) die 35 Euro zuzügl. Einbau noch mal investieren! Viel Erfolg wünscht Der Autopapst

Frage von D. Dünnemann:

Hallo A., bei meinem Renault Megane Scenic, EZ 04/2004, km-Stand bei Kauf 40.000, wurde von der Werkstatt festgestellt, dass der Keilriemen, Antriebsriemen und Wasserpumpe erneuert werden müssen. Ich habe dieses Auto im Juni 2009 gebraucht gekauft. Der Vorbesitzer hat es von 04/2004 bis 2007 gefahren. Danach wurde es abgemeldet und stand wahrscheinlich seit dem beim Händler. Laut Renault Wartungs- und Bedienanleitung sollte der Keilriemen nach 120.000 km bzw. 5 Jahren ausgewechselt werden. Dieses ist nicht geschehen. Nun muss ich
die Reparatur durchführen lassen, was mich ca. 750-800 Euro kosten soll. Kann ein Keilriemen auch durch ca. 2 Jahre Stehen beim Händler verschleißen? Es ist schon ärgerlich, da - wie erwähnt - ich dieses Auto erst im Juni 2009 gekauft habe und nun nach einem Jahr schon eine derart hohe Reparatur anfällt. Hätte der Händler mich nicht schon bei Vertragsabschluss darauf hinweisen müssen, dass diese Reparatur anfällt? Auch wenn es sich beim Händler nicht um eine Renault- sondern Toyota-Werkstatt handelt? Der derzeitige km-Stand ist 51.000. Vielen Dank im voraus für Ihre Information.


Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Dünnemann, da haben Sie offenbar beim Kauf nicht aufgepasst! Leider ist das die nackte Wahrheit; die Renaults haben nun mal recht rigide, kundenunfreundliche Wartungsintervalle. Der Verkäufer hätte natürlich den Zahnriemen (das ist das eigentlich teure Teil!) vor dem Kauf wechseln können. Dann wäre das Auto aber teurer gewesen. Wenn Sie vor der Unterschrift unter dem Vertrag nach dem Zahnriemen gefragt hätten, wären Sie in einer perfekten Verhandlungsposition gewesen. Jetzt ist es der Händler / die Werkstatt. Ich hoffe, Sie mögen mich trotzdem noch...

Frage von B. Engfer:

Bei meinem Mazda Demio, Bj. 2000, 63 PS, 58.000 km führt die Zuschaltung der Klimaanlage im unteren Drehzahlbereich bis ca. 800 U/min zu einem starken Leistungsverlust, der beim Beschleunigen spürbar wird. Die Anlage wird regelmäßig gewartet. Ist die Anlage defekt oder ist es die zu geringe Motorleistung bei unteren Drehzahlen? Vielen Dank B. Engfer

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Herr Engfer, das liegt ganz sicher an der eher "milden" Motorisierung des Demio! Die angeblich vorhandenen 63 PS hatte der Demio ohnehin nie unter der Haube. So eine Klimaanlage kann bei voller Leistung bis zu 5kW fressen, und das macht sich bei so einem Nähmaschinenmotor natürlich schon bemerkbar. Also: Entweder schwitzen, oder geduldig auf mehr Speed warten....

Frage von Michael Purwin:

Ich fahre einen BMW 320D-Touring, Baujahr 2006, 80.000 km. Ich habe dieses Fahrzeug im März 2010 vom BMW-Händler gekauft. Bei ca. 80 km/h flattert das Lenkrad und bei höheren Geschwindigkeiten von 200 km/h pendelt das Lenkrad leicht hin und her. Laut Auskunft der BMW-Werkstatt wurden die vorderen Reifen gewuchtet, das Problem blieb aber. Weitere Aussage der Werkstatt: Es liegt an den Runflat-Reifen (DOT von 2009), da diese außen stärker abgefahren sind und spurrillenempfindlich seien. Hinten sind 2 neue Runflat-Reifen (205/55 R16) drauf. Woran kann das o. g. Verhalten liegen? Liegt hier ein Mangel vor? Mit freundlichen Grüßen Michael Purwin

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Ganz sicher, lieber Herr Purwin! Leider weiß man offenbar nicht, wo....! Ich würde nicht die Reifen als Ursache der Fahrwerksunruhe nennen (die sind vielmehr durch den Fehler in einem offenbar schlechten Zustand...), sondern Komponenten des Fahrwerkes. Lassen Sie das Fahrwerk vermessen und vor allem die Querlenkerlager sehr genau inspizieren. Interessant ist sicher auch ein Ausdruck der Wartungshistorie (vielleicht mal bei einem anderen BMW-Händler die Fahrgestellnummer nennen und schauen, was da so im System steht. (Km-Stand? Inspektionen?)) Sie brauchen ein paar belastbare Fakten, bevor Ihr Vertragspartner sich dem Problem ernsthaft (und vor allem für Sie kostenlos....Gewährleistung!!) stellt.

Frage von Peter Strickrodt:

Hallo Herr Keßler und die Redaktion, am 02.09.2008 habe ich einen Skoda Fabia 2 Combi gekauft, der natürlich auch mit Bereifung Continental 205//45R 16 83W ausgerüstet ist. Diese Reifen auf ALU-Felge machten optisch einen sehr guten Eindruck. Über irgendwelche Besonderheiten dieser Reifen habe ich keinerlei Informationen erhalten. Da mich bereits nach ca. 300 km Fahrleistung die "Defekthexe" erwischte (gegen Bordstein gefahren, Karkasse beschädigt) mußte ich einen neuen Reifen erwerben. Dabei fiel ich über den Preis bald aus "allen Wolken". Nun aber zu meiner Anfrage: Wieder schlug die schon erwähnte "Defekthexe" zu. Eben in den neuen Reifen habe ich mir ein kleines Nägelchen mitten auf der Lauffläche eingefahren (ca. 3500 km Fahrleistung). Der Luftverlust wurde mir durch das Überwachungssystem angezeigt. Die Luft entweicht sehr langsam, aber sicher. Also hin zum Reifendienst, um den Reifen reparieren zu lassen. Aber denkste! Mehrere Werkstätten machten die gleiche Aussage: Hochgeschwindigkeitsreifen- nicht reparaturfähig!! Die Herstellerfirma Continental hat auf meine Anfrage(07.06.10) bisher nicht reagiert! Dürfen in Deutschland Produkte in den Verkauf gebracht werden, die nicht repariert werden können ? Muss der Kunde nicht zumindestens über diese Tatsache informiert werden und ist es denn nicht Unsinn, auf diesem Fahrzeug diese Reifen zu verwenden? Ich würde mich über eine Antwort freuen und verbleibe mit freundlichen Grüßen Peter Strickrodt

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Strickrodt, vorab die Bestätigung der Werkstatt-Aussagen: W-Reifen dürfen in der Tat nicht repariert werden! Ihr Fabia braucht aber gar keine W-Reifen, hier reichen S- oder T-Reifen. Es gibt aus fernöstlicher Produktion H-Reifen (die im Defektfall auch geflickt werden können....) in dieser Dimension für etwa 45 Euro, europäische Fabrikate fangen bei etwa 75 Euro an, dann allerdings wieder mit W-Speedindex. Wenn ich an Ihrer Stelle wäre, würde ich auf kleinere / schmalere Räder umrüsten. Das Auto braucht keine "Supersport"-Räder, der Racing-Look reißt beim Fabia auch nicht mehr viel raus....Es grüßt Der Autopapst

Frage von Detlef Fritsch:

Lieber Herr Keßler, zum Thema "Zahnriemenwechsel": Mein Renault Megane 1,4 Dynamique, Baujahr 2004 (1Jahr beim Händler gestanden), Km-Stand rund 50.000 (ca. 1000 im Monat). Ausschlaggebend für den Zahnriemenwechsel ist nicht d. Km-Stand, sondern das Alter (Gummi unterliegt bekanntlich Alterung). Angebote der Fachwerkstätten bei ca. 600 Euro beinhalten wie selbstverständlich auch den Wechsel der Wasserpumpe. Ist dies bei einem Km-Stand von 50.000 km wirklich schon erforderlich?!?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Fritsch, rein technisch betrachtet muss die Wapu eigentlich erst dann erneuert werden, wenn sie undicht ist. Da die Wasserpumpe aber leider vom Zahnriemen angetrieben wird und auch unter dessen Spannung "leidet". Wenn der neue, schön stramme, Zahnriemen eingebaut ist, könnte die Wasserpumpe das mit baldigem undicht-werden quittieren und müsste dann ausgetauscht werden. Dazu ist dann faktisch die gleiche Reparatur wie beim Zahnriemenwechsel noch einmal nötig (und zu bezahlen!). Die Werkstätten empfehlen daher, die Wapu gleich mit zu wechseln. Sie können das auch ablehnen, aber auf Ihr eigenes Risiko....

Frage von Irene Seeger:

Sehr geehrter Herr Kessler, ich fahre einen Mercedes Benz W 124, Baujahr 1988. (6 Zylinder, Automatik, ca 370.000,00 km). Gern würde ich dieses Fahrzeug auch noch als Oldtimer besitzen und fahren. Was kann ich außer der üblichen Pflege (Inspektionen, Ölwechsel) tun, damit mir dieser Wagen noch lange Freude macht. Der Wagen wird fast ausschließlich auf Langstrecken gefahren. Danke für Ihren Rat. Mit freundlichen Grüßen aus Baden-Baden Irene Seeger

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Frau Seeger, eine bekannte Schwachstelle der M103-Motoren sind die Ventilabstreifringe, die bei Motoren mit höheren Laufleistungen relativ viel Motoröl in den Brennraum sickern lassen. Dieses Öl wird dort verbrannt und bildet speziell an den Auslassventilen dicke Ölkohle-Ablagerungen. Dadurch entstehen "Wärmenester" an den Auslassventilen, die in der Folge abreißen können. Im Ergebnis hätten Sie dann einen Motorschaden. Da Ihr Motor schon 370.000 km auf der Uhr hat, würde ich diesem Punkt spezielle Aufmerksamkeit widmen. Wichtig ist auch der Zustand der Hohlräume. Die 1988-Modelle waren zwar ganz gut gegen Korrosion geschützt, aber eben nicht optimal. Ich würde dem Wagen alle 3 Jahre eine Hohlraumkonservierung gönnen; ggf. müssen vorher entdeckte Korrosionsschäden beseitigt werden (besonders sensibel sind hier die Wagenheberaufnahmen!). Schließlich die Frage zur Automatik: Ist jemals das ATF erneuert worden? Wenn nicht, würde ich die Automatik nach der "Tim Eckart"-Methode spülen lassen. Aber wahrscheinlich haben Sie schon die zweite Automatik im Auto; mehr als 250.000 km schaffen die Dinger oft nicht....Der Rest ist Fahren, Fahren, Fahren! Standschäden sind der ärgste Feind von in Würde alternden Mercedes-Benz-Fahrzeugen. Wer seinen Stern regelmäßig fährt und mit Verstand wartet, erreicht 7-stellige Tachostände (bzw. fängt dann wieder bei "Null" an....). Viel Spaß mit dem Stern wünscht Der Autopapst

Frage von Hans-Jürgen:

Hallo Herr Keßler, ich fahre einen Ford Galaxy Diesel, Bj. 1997, 110 PS, mit ca. 350.000 km Laufleistung. Leider funktioniert die Klimaanlage nicht so, wie es sein soll. Zunächst die Fakten: der Kompressor ist neuwertig, das System ist dicht, die Ventilatoren wurden erneuert und arbeiten korrekt, die Füllmenge stimmt, wurde gerade gewartet, die Schalter sind auch o.k. Soweit ist alles in Ordnung, aber die Anlage bringt nicht die volle Leistung. In der Werkstatt wurde festgestellt, dass der Kompressor anstelle von 20 bis 22 bar sogar bis zu einer Leistung von 30 bar aufläuft. Um diese Leistung wieder zu verringern wurden zwei Tricks angewendet: zum einen wurde die Füllmenge der Kühlflüssigkeit von 900 auf bis zu 650 ml reduziert, aber leider ohne Verbesserung der Leistung. Auch zusätzliche Pressluft in den Kühler, um den Fahrtwind zu simulieren, half nichts. Mittlerweise ist die Menge auf 800 ml wieder aufgefüllt worden und vorläufig soll die Anlage besser ausgeschaltet sein, um zu viel Druck zu vermeiden. Die Fachleute sind vorläufig ratlos, auch wenn sie selber mit demselben Autotyp die gleichen Probleme haben. Vielleicht wissen Sie, woran es liegen könnte? Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Der mit Abstand häufigste Grund für zu hohen Druck in der Klimaanlage ist zu viel Kältemittel im System. Oft wird bei den Galaxys die Kältemittelmenge eingefüllt, die für die Doppelklimaanlage richtig ist, obwohl nur eine Einfachklimaanlage an Bord ist. Bei einer Überfüllung der Anlage erzeugt der Kompressor einen zu hoher Druck und wird schließlich durch den Hochdruckschalter abgeschaltet, um die Anlage vor Schaden zu bewahren. Um das Problem bei Ihrem Galaxy zu diagnostizieren, ist eine Messung des Kältemitteldruckes auf der Hoch- und Niederdruckseite des Kompressors unumgänglich. Der Druck auf der Niederdruckseite sollte 1-3 Bar betragen. Der Druck auf der Hochdruckseite ist sehr stark temperaturabhängig. Er sollte max. 25 Bar betragen. Wenn die Werkstatt nicht in der Lage ist, den Kältemitteldruck hoch- und niederdruckseitig zu messen, bzw. Schlussfolgerungen zu ziehen, sollte man es vorziehen, zu einem (echten)Klima-Fachbetrieb zu fahren. In der Regel kennen sich Bosch-Dienste ganz gut mit Klimaanlagen aus... Es grüßt Der Autopapst

Erhard Dobiasch fragt:

Sehr geehrter Herr Kessler, mein Enkel hat vor einigen Wochen einen 2 Tür- PKW gekauft. Es ist ein Französiches Fabrikat mit dem Löwen. Er nahm mich einmal mit und führte mir einen Rennfahrerstiel erster Güte vor. Auf meinen Einwand dagegen erklärte er mir, dass das der Verkäufer dringend empfohlen hätte. Wenn man das Auto normal einfahren würde, würde es für sein weiteres Autoleben eine lahme Ente sein. Kann das so extrem stimmen? Danke Herr Kessler, alles Gute und bleiben Sie gesund. Erhard Dobiasch,

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Dobiasch, natürlich ist der öffentliche Straßenverkehr keine Rennstrecke, auf der es um Zehntelsekunden für den Gesamtsieg geht. Andererseits sind gerade Fahrer in ihrer "Sturm- und Drangzeit" (und zwar Männlein und Weiblein, erstere aber öfter....) dem "sportlichen" Fahren gegenüber aufgeschlossen. Leider ist "sportliches" Fahren in den ersten Monaten und Jahren nach der Fahrprüfung auch "schlechtes" Fahren. Technisch gibt es keinen Grund dazu, ein modernes Auto wird nicht "sauer" gefahren, wenn man es ruhig angehen lässt. Um ihrem Enkel den Unterschied zwischen "sportlichem" und "gutem" Autofahren zu zeigen, würde ich ihm ein Fahrsicherheitstraining vom ADAC schenken. Die Instruktoren sind auf diese Fahrergruppe spezialisiert und schaffen es fast immer, das Gefühl für "gutes" Autofahren zu wecken! Einen schönen Sommer wünscht Der Autopapst

Cordula fragt:

Hallo Autopapst, wo kann ich beim Kia Rio, Baujahr 2001, Getriebeöl nachfüllen? Vielen Dank für die Antwort.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:
Es gibt im Getriebe selbst eine Verschlussschraube (seitlich auf Höhe der Achswellen), die zur Kontrolle des Getriebeölstandes und zum Nachfüllen verwendet wird. Um das richtige (!!) Getriebeöl dort hinein zu bekommen, braucht man aber Spezialausrüstung (Öl fließt bekanntlich nicht bergauf, müßte es aber aus der ungünstigen Position unter dem Auto!).

Adolf Damm fragt:

Sehr geehrter Herr Keßler, ich wende mich mit einem Problem an Sie, wo auch die Audi-Werkstatt überfordert scheint. Es geht um einen Audi A4 2,0 FSI, Erstzulassung Juni 2003, Km-Stand 53500 Km. Inspektion/Wartung ständig in Audi-Werkstat. Bisher war ich mit dem Fahrzeug sehr zufrieden. Ab 24.04.10 stellte sich ein Fehler ein, der trotz Reparatur nicht weg ist. Schilderung: Am 24.04.10 fuhr ich von Cottbus auf der Autobahn nach Hause. Nach dem Berliner Ring A9 war eine Baustelle mit Tempo 60 km/h. Nach Aufhebung der Beschränkung gab ich Vollgas und beschleunigte im 3 Gang auf ca. 130 km/h. Der Motor schaltete sich plötzlich ab und EPC leuchtete auf. Ich gab nach rechts Blinklicht und lies das Auto ausrollen. Nach einigen Sek./Min., Gang war eingelegt, zog der Motor wieder an. Weitere Reisegeschwindigkeit ca. 140 km/h. Ich benutzte die Mittelspur. Als vor mir von der rechten Fahrspur ein Fahrzeug zum Überholen ausscherte, gab ich Gas und überholte mit ca. 150 - 160 km/h ca. 4000 U/min im 5.Gang. Kurz nach dem überholen ca. 100 - 150 Meter schaltete sich der Motor wieder ab - kam aber wieder. Ich versuchte die Beschleunigung noch 2 mal und immer erfolgte eine Abschaltung des Motors und aufleuchten der EPC-Leuchte. Auf der Landstraße bei ca. 90 - 100 km/h im fünften Gang versucht . Abschaltung, nach einigen Sek./Min. zog er wieder an. In der Audi-Werkstat erfolgte Speicherabruf mit folgenden Fehler: 17428 P 1020 002 Kraftstoffdruckregelung, Regelgrenze überschritten, sporadisch - 17861 P 1453 001 Geber 1 für Abgastemperatur (G235), Unterbrechung/ Kurzschluss nach Plus. Es wurde eine Reparatur vorgenommen: 13320955 Flansch ersetzt, 90608855 Temperaturfühler ersetzt, 99890755 Reparatursatz für Ventileinheit + Kraftleitungen, Druckventil, Verteiler, Temp-Sensor, Kosten: 1055,63 €, Km-Stand 51283 Nach der Reparatur wurde größtenteils Landstraße gefahren ca. 1399 km. Am 06.06.10 von der Rückfahrt von Jena auf der A9 vor der Abfahrt Bitterfeld/Halle bei ca. 140 km/h beschleunigte ich zum überholen und wieder ging der Motor kurz nach dem überholen aus - EPC leuchtete auf , Motor kam wieder. Speicherabruf in der Werkstat ergab wieder : Kraftstoffdruckregelung, Regelgrenze überschritten, sporadisch. Die rkstat konnte sich den Fehler nicht erklären. Von der Reparatur bis zum erneuten Fehlerauftritt wurden 1399 km gefahren. Ich sollte genau beobachten und nochmals vorsprechen. Bei jeder Fahrt waren als Verbraucher die Klimaanlage und Radio eingeschaltet. Tank halb voll. Eine solche Abschaltung des Motors auf der Autobahn bei der hohen Geschwindigkeit und Verkehrsdichte ist lebensgefährlich. Vielleicht können Sie mir einen Rat geben. Herzlichen Dank , Damm

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Damm, wenn ich Ihre Frage richtig verstanden habe, bleibt der Motor immer in Momenten "weg", wenn Sie plötzlich Leistung abfordern / kräftig Gas geben. Gekennzeichnet wird das Problem durch: Aufleuchten der EPC-Leuchte Notlauf-Modus / reduzierte Leistungsabgabe, absterbender Motor. Als Ursache kommt in Frage: Probleme der Kraftstoffdruck-Regelung, Defekt am Kraftstoffdruck-Sensor (G247), Defekt am Kraftstoffdruck-Kontrollventil (N276), Kraftstoff-Vorfilter verstopft / zugesetzt. Die Werkstatt hat fast alles in Frage kommende repariert, aber vom Kraftstoffvorfilter bzw. dem Kraftstoff-Filter haben Sie nichts erwähnt. Die von Ihnen beschriebenen Symptome wären damit gut zu erklären....Vielleicht lassen Sie die beiden Filter noch tauschen, und alles wird wieder gut! Viel Erfolg wünscht Der Autopapst


Frage von Tilo Krause:

Sehr geehrter Autopapst, bei heißem Wetter springt mein Golf 3, 55 kW, Baujahr 1995, Automatikgetriebe trotz Parkstellung nach längerer Fahrt nicht an. Nach mehreren Startversuchen mit Vollgas läuft der Motor wieder. Bei Stop and Go (Stau) ging der Motor aus und ging wieder nach mehreren Startversuchen mit Vollgas an. Nach längerer Stehzeit ist er auch schon normal (ohne Vollgas) angesprungen. Die Kraftstoffpumpe hört man bei Zündung ein (nicht defekt). Zündverteiler und -finger wurden bereits erneuert und die Zündkabel wurden auf Oxidation geprüft. Eine Computeranalyse ergab keine Fehler. Frage: Handelt es sich um ein Zündungsproblem, ist es ein Kraftstoffproblem oder ein Problem mit der Automatik? Mfg Tilo Krause

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Tilo, das ist wahrscheinlich der gute alte Zünd-/Anlassschalter, der da spinnt. In großer Hitze und bei vielen eingeschalteten Verbrauchern steigen die Kontakte gerne mal aus. Eine weitere Defektquelle (allerdings modellabhängig) ist das Relais 109 (Steuerung Spannungsversorgung Einspritzung). Beide Teile sind nicht teuer, der Schalter ist aber sehr aufwändig zu wechseln....

Frage von Roger Voß:

Hallo, mein Nissan Primera P12 1,8, 85 kW, springt schlecht an. Jetzt leuchtet auch noch die Wegfahrsperre beim Fahren, aber nicht ständig. Danach springt er sehr schlecht an. Ich muss öfters starten. Kann man die Wegfahrsperre nicht überbrücken? Ich habe auch das Gefühl das er nicht mehr richtig zieht. MfG Roger Voß

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Roger, die Wegfahrsperre kann nicht überbrückt werden (wäre schön, wenn man als Autodieb unterwegs ist....). Oft sind bei solchen Problemen die Schlüssel bzw. die darin eingebauten Transponder defekt. Oder die Lesespule hinter dem Zündschloss nimmt den Transponder nicht "ernst". Unter dem Strich: "Bring mich Werkstatt!"

Frage von Rudolf Reinisch:

Sehr geehrter Herr Keßler - Sind in der Werkstatt ausgebaute Teile des PKW weiterhin mein - Eigentum und muss die Werkstatt den Eigentümer zur Entsorgung - dessen Zustimmung einholen. In meinem Fall hat die Werkstatt - die Lambdasonde gewechselt, das Problem am Fahrzeug nicht - behoben und die alte Sonde entsorgt, obwohl ich gebeten hatte, - alle ausgebauten Teile in den Kofferraum zu legen. Somit kann - ich nicht prüfen lassen, ob die Sonde wirklich defekt wahr. - Danke für Ihre Bemühungen - Rudolf Reinisch

Autopapst Andreas Kessler anwortet:

Lieber Herr Reinisch, selbstverständlich bleiben Sie Eigentümer der Teile, die aus Ihrem Auto ausgebaut werden. Eine Ausnahme bilden Austauschteile, die gegen die "neuen" / überholten Teile an den Lieferanten gehen. Leider mogeln sich viele Werkstätten um mögliche Probleme herum, indem einfach behauptet wird: "... Schon entsorgt...."! Bestehen Sie in Zukunft auf die Altteile im Kofferraum (möglichst schriftlich auf dem Auftrag festhalten), und verlangen Sie bei Nichterfüllung des Wunsches den Chef! Herzliche Grüße Andreas Keßler

Frage von Ulrich Diebach:

Durch die Nachrüstung von Rußpartikelfiltern profitieren Besitzer von Dieselautos gleich mehrfach: Neben einem guten Gewissen, weil sie nun die Umwelt schonen, dürfen ihre Wagen nun auch eine grüne Plakette tragen und so in die mehr als 40 städtischen Umweltzonen einfahren. Und auch der Aufschlag von 1,20 Euro pro angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum entfällt. Sehr geehrte Damen und Herren, obiges Zitat fand ich auf einer Homepage im Internet. Ich habe bereits 2009 einen Dieselpartikelfilter nachgerüstet, kam aber nur von einer roten auf eine gelbe Plakette. erhalten nun alle Nachrüster eine grüne Plakette unabhängig von Kfz-Alter und Filterwirkung? Dann wären alle, die bereits nachgerüstet haben, erheblich benachteiligt. Wie löst sich das Problem? Danke für eine Info. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Diebach

Autopapst Andreas Kessler anwortet:

Lieber Herr Diebach, Leider sind Sie jetzt erst dran..... Die Textpassage aus der Internetseite ist leider missverständlich: Die Aussage bezieht sich nur auf Dieselfahrzeuge, die serienmäßig mindestens die Euro 3 - Abgasnorm erfüllen. Auf die Plaketten heruntergebrochen heißt das: Wer bereits "gelb" ist, bekommt mit Filter "grün". Wer schon "grün" ist, bleibt auch mit Filter "grün", muss aber den "ohne-Filter"-Aufschlag bei der Kfz-Steuer nicht bezahlen. Für Ihren Fall ist leider nur eine unbefriedigende Antwort möglich: Mehr als "gelb" bekommt ein Auto, welches serienmäßig "rot" war, auch mit Filter nicht! Das Problem der Einfahrt in Umweltzonen stellt sich also bei deren weiterer Verschärfung auch für Autos, die einen Rußpartikelfilter nachgerüstet, damit aber nur "gelb" erreicht haben. Positiver geht es leider nicht.... Herzliche Grüße Andreas Keßler

Frage von Peter:

Hallo Autopapst, wir haben einen Problem mit unserem Opel Meriva 1,3 CDTI, Bj. 2005. Bei Leistungsabruf im Drehzahlbereich zwischen ca. 2000 bis 2500 U/min leuchtetm die Motorkontrollleuchte auf und das Auto nimmt nur noch schlecht Gas an. Schaltet man die Zündung aus und wieder ein ist die Lampe aus und es geht von Vorne los. Das Auslesen des Fehlerspeichers ergab: P1191 - Rail Druckbereich und P1093 - Kraftstoff Fehlfunktion des Systems. Was könnte die Ursache dafür sein?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Peter, es könnte z.B. die Hochdruckpumpe sein. Oder der Druckregler (war bei Opels Benzinern mal eine Rückrufaktion!). Oder nur ein Sensor, der defekt ist, aber die Motorsteuerung durcheinander bringt. Eine gute Werkstatt müsste neben der bloßen Auslesung des Fehlerspeichers auch in der Lage sein, die Fehlercodes im Auto zu „verorten“, also die eigentlichen Defekte zu lokalisieren und zu reparieren. Die Hochdruckpumpe ist am teuersten, damit würde ich nicht anfangen.....

Frage von Gregor:

Hallo Herr Kessler, mein Lancia Lybra 1.8 (Benzin/LPG), EZ 07/2000, ca. 170.000 km, hat ein "Kaltlaufproblem", d. h. der Motor läuft bei Kaltstart (Benzin) unrund und stottert. Bei Drehzahlerhöhung (ca. 2500 U/min) läuft er normal, ebenso wenn die Betriebstemperatur erreicht ist. Das Verhalten ist unabhängig von Gas-/Benzinbetrieb. Verbrauch ist normal, Leistung ist normal. Verdächtige wurden geprüft (Zündkabel und Spulen) oder getauscht (Zündkerzen). Die Lambdasonde steuert normal (beim Test war der Motor allerdings warm). Temperaturfühler Kühlwasser misst korrekt. Ich hätte nur noch Vermutungen: Heizwicklung der Lambdasonde defekt - ist das möglich? Ist die Drosselklappe, bzw. das Poti auch "beheizt"? Was kann es sonst sein? Viele Grüße von Gregor
 
Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Gregor, lasse an Deinem Auto einen Kompressionstest machen (erst bei kaltem, dann bei warmem Motor). Wenn die Kompression auf einem Zylinder extrem schlecht ist, war es das: Durch den LPG-Betrieb hat sich dann wahrscheinlich ein Auslassventil verabschiedet. Dann muss entweder ein Austauschzylinderkopf her, oder der alter Zylinderkopf muss beim Motorenbauer überholt werden (kostet in etwa dasselbe....). Oder Du kaufst ein neues Auto! (Noch fährt das alte ja, kann also für ein paar Euro an den freundlichen Kärtchenstecker von nebenan verhökert werden).

Frage von Moritz Mihm:

Lieber Andreas Keßler, ich fahre einen Volvo V70 (Benziner mit 121 kW), Baujahr `99,TÜV gerade bekommen und auch eine frische Lamdasonde, aber die Störanzeige des Motors leuchtet weiter, ohne das in der Werkstatt irgendeinen Grund dafür gefunden wurde. Seit einigen Wochen hat der Wagen in unregelmäßigen Abständen Probleme beim Anlassen. Der Motor stottert und geht wieder aus. Nach drei- bis vielmaligem starten und Gas geben läuft er dann wie eine Eins und geht, wenn er erstmal läuft, auch nie aus. Das passiert ohne erkennbares Muster und tritt manchmal tagelang nicht auf, dann wieder in kurzen Abständen mehrfach. Übrigens auch nach dem ich gefahren bin und ihn z.B. an der Tankstelle kurz ausgemacht habe. Es kann also nicht am kalten oder warmen Motor liegen. Was tun fragt sich verzweifelt, Moritz Mihm. Herzlichen Dank für die hoffentlich folgende Hilfe!

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Moritz, da kommen leider sehr viele mögliche Ursachen in Frage. Ich würde zunächst die Zündspulen checken (lassen), dann den oder die OT-Geber (an der Kurbelwelle und / oder der Nockenwelle) und schließlich das Zündanlaßschloss. Ganz am Ende bleibt noch der Schlüssel bzw. die Wegfahrsperre als Möglichkeit. Und: Wenn die Motorkontroll-Leuchte leuchtet, ist auch ein Fehler im Fehlerspeicher abgelegt! Am Ende lohnt ein Besuch beim Volvo-Händler, der findet auch die versteckten Untermenüs....

Frage von Kreussel:

Ich besitze einen Chevrolet Evanda, Baujahr 2005. Das Auto war fällig zur 120.000Km-Inspektion. Einen Tag vor dem Termin Ausfall des Motors auf der Autobahn. Ursache laut Werkstatt die Wasserpumpe. Die Wasserpumpe besitzt ein seitliches Führungsblech, welches durch Punktschweißen am Antriebsritzel angebracht ist und verhindern soll, dass der Zahnriemen vom Antrieb der Wasserpumpe rutscht. Dieses Führungsblech wurde durch die seitliche Bewegung des Zahnriemen auf dem Antrieb weggedrückt und zerstört. Teile des zerstörten Führungsbleches wurden vom Zahnriemen erfasst und mitgerissen. Die Abdrücke auf den Zähnen des Wasserpumpenantriebes weisen deutliche metallische Verschleißspuren auf. Dadurch, dass zwischen Zahnriemen und Wasserpumpenantrieb Metallteile geraten sind, kam der Zahnriemen offensichtlich ins rutschen, was dazu führte, dass die Ventile des Zylinderkopfes auf die Motorkolben aufschlugen und deformiert wurden. Der Zylinderkopf musste komplett erneuert werden. Der Zahnriemensatz und die Wasserpumpe mussten natürlich auch ausgetauscht werden. Dies wäre sowieso Inhalt der Inspektion gewesen. Der Zahnriemen und Wasserpumpenwechsel wird alle 60.000 Km durchgeführt. Wie kann es sein, dass so ein Bauteil wie die Wasserpumpe, die für dass Funktionieren des Motors lebenswichtig ist, nach so kurzer Laufzeit defekt sein. Oder liegt hier vielleicht ein Material- bzw. Fertigungsfehler vor? In wieweit kann ich hier Schadensersatzansprüche beim Hersteller geltend machen? Sind Ihnen derartige Vorfälle schon mehrfach bekannt geworden? Obwohl mein Auto gemäß Serviceheft gepflegt wurde, sitze ich jetzt auf einer Rechnung von rund 3200 Euro für den neuen Zylinderkopf. Die Werkstatt ist zu keinerlei Entgegenkommen bereit. Für Ihre Hilfe bedanke ich mich im Voraus. Kreussel

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Kreussel, Sie sind ein Pechvogel! Bei dem Schadensbild und dem Alter Ihres Autos ist von Chevrolet keinerlei Hilfe zu erwarten. Trotz penibler Scheckheftpflege kann der Zahnriemen eben trotzdem reißen.... Und ob das Führungsblech der Wasserpumpe die Ursache des Risses oder nur in der Folge des gerissenen Riemens verbog, kann jetzt ohnehin niemand mehr sagen. Manchmal muss man leider zahlen und möglichst schnell vergessen.....

Frage von H. M.:

Hallo, Herr Keßler, ich habe folgendes Problem: VW Golf 1.6 FSI, Bj. 2004, 105.000 km -alle Durchsichten ohne Beanstandung, auch kein unüblicher Ölverbrauch. Nach Wechsel des Temperaturgebers für Kühlerlüfter leuchtete Ölkontrolle im kalten Zustand, aber nicht im Stand, sondern erst ca.100 Meter nach Fahrtbeginn bis ca.50 Grad. Zwei Werkstätten vermuteten def. Ölpumpe, dritte Werkstatt nach Verkauf (700 Km entfernt) auch, verneinte dies aber dann und stellte angeblich Riss im zweiten Zylinder (Zylinderwand) fest- schlägt Motorwechsel (3500 Euro) vor. Kann das sein, wenn ansonsten keine Probleme bei Leistung, Verbrauch auftraten? Kann Laufbuchse im zweiten Zylinder separat gewechselt werden, eventuell mit Kolben? Vielen Dank im Voraus!

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Der Golfmotor hat keine Laufbuchsen, nur Zylinderbohrungen im Block. Ein Wechsel kommt also nicht in Frage. Einen Riss (wie ihn die Werkstatt diagnostiziert...) halte ich für unwahrscheinlich. Wenn die Ursache für das Aufleuchten der Öldruckkontrolle tatsächlich ein Riss im Motor wäre, müßte entweder Motoröl im Kühlwasser sein oder Öl auf den Boden tropfen. Ich würde während der Fahrt den Öldruck messen (entweder über einen Computer an der OBD-Schnittstelle oder mit einem Manometer am Anschluss des oder eines Öldruckschalters. In der Mehrzahl der Fälle ist entweder ein oder mehrere Öldruckschalter defekt oder die Steuerung der Öldruckkontrolle spinnt (kenne ich eigentlich nur von den Golf II und III....). Wenn die Öldruckmessung normale Werte signalisiert, ist es definitiv die Elektronik (viel Spaß beim Finden der Ursache....)

Frage von Holger Hauser:

Hallo AP, unser Volvo 850 T5 bekam eine neue Batterie (nach Explosion auf Autobahn) und eine neue Original- Lima von Volvo. Nach nun ca 1000 km dreht nur noch der Anlasser, Kraftstoffpumpe fördert, .....habe aber keinen Funken an der Zündspule. Keine Kontrollleuchte brennt mehr...... und keiner weiß warum. Irgendeine eine gute Idee? Wir haben genau den gleichen Wagen nochmals (um eventuell Teile zu tauschen). Danke im Voraus Holger

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Holger, wenn der Akku explodiert ist, hat sich vorher wahrscheinlich der Regler verabschiedet. Dadurch wurde die Batterie mit 30 Volt aufgeladen, was sie natürlich nicht lange mit gemacht hat. Diese extreme Überspannung hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Steuergerät und vielleicht auch ein paar Relais gekillt. Ich würde jetzt einfach Stück für Stück in Frage kommende Teile austauschen (was für ein Glücksfall! Wenn man doch immer ein identisches Auto zum basteln hätte....), bis der Bug entdeckt worden ist!

Frage von Michaela Kohl:

Hallo, bin mit meinem VW Bora 1,9 TDI 500 km gefahren. Nach kurzen Stop sprang er nicht mehr an. Habe ihn zur Werkstatt schleppen lassen. 1. Diagnose Ölpumpe und Turbo. Zweite Diagnose Motor. Jetzt, nachdem ich sagte, kein Austauschmotor, ist plötzlich der Motor doch ok und es liegt „nur“ an der Elektronik, aber was genau kann mir die Werkstatt auch nicht sagen. Jetzt steht mein Kfz bei mir wieder im Hof. Können Sie mir vielleicht weiterhelfen? Viele Grüße M. Kohl

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Michaela, läuft der Motor den wieder / noch? Wenn das der Fall ist, fahren Sie einfach weiter. Am besten zu einer anderen (besseren!) Werkstatt, die dann eine „Zweitmeinung“ zur Problemursache abgeben darf. Wenn es tatsächlich „nur“ ein elektronisches Problem ist, dürfte die Ursache mit einer Auslesung des Fehlerspeichers schnell gefunden sein. Wenn der Motor nicht läuft, muss das Auto zwar zu der anderen Werkstatt transportiert / geschleppt werden, der Rest bleibt aber gleich. Ich tippe hier nur auf eine inkompetente Werkstatt und eine Kleinigkeit als Ursache der Panne....

Frage von Gregorowski:

Sehr geehrter Herr Keßler, in einer Sendung beim MDR sagten Sie, dass sich Ihre Werkstatt in Leipzig befindet. Ich bin Leipziger, teilen Sie mir doch bitte mit, wo sich Ihre Werkstatt befindet. Vielen Dank! Mit freundlichen Grüßen Dieter Gregorowski

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Dieter, ich habe nicht nur in Leipzig, sondern in so ziemlich jeder Stadt Deutschlands eine Werkstatt, nämlich eine Mietwerkstatt! Um die Fernsehfälle zu lösen, mieten wir uns in der Nähe der Autofahrer mit den Sorgenkinder für einen Tag einen Arbeitsplatz und legen los. Die Werkstatt in Leipzig liegt in Plagwitz, aber ich bin leider nicht mehr da.....

Frage von Claudia Zenker:

Hallo Autopapst, bei meinem Opel Zafira, Bj. 2000, musste Anfang des Jahres die Drosselklappe und
das Steuerteil gewechselt werden. Im Anschluss daran musste ich mehrfach in die Werkstatt, um das Gas nachzustellen, da das Auto immer wieder aus ging. Das hat dann auch ein paar Monate ganz gut geklappt. Seit ca. Fünf Wochen (mir fällt es besonders auf, wenn es draußen heiß ist) geht er ab und zu beim Auskuppeln aus. Zum Beispiel, wenn man sich aus einem hohen Gang an eine Kreuzung heranrollen lässt und auskuppelt. Wenn man dann neu startet und nicht gleich losfahren kann, hält er kein Standgas und geht wieder aus. Nach erneutem Losfahren geht er dann fast bei jedem Abbremsen mit Auskuppeln aus, z.B. beim Abbiegen. Das Ganze passiert aber nicht permanent, sondern nur ab und zu, man kann es auch nicht provozieren. Somit konnte die Werkstatt auch nichts feststellen, denn bei deren Probefahrt ging er natürlich nicht aus. Die Werkstatt weiß nicht mehr so richtig was sie noch nachstellen soll, aber es ist kein Zustand, immer mit dem Blick auf den Drehzahlmesser fahren zu müssen und damit zu rechnen, dass das Auto wieder aus geht. Ich hoffe, Sie können mir einen Tip geben. Vielen Dank und viele Grüße Claudia Zenker


Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Claudia, das dürfte die Abgasrückführung bzw. das Abgasregelventil (AGR) sein. Wenn zu viel Abgas in den Ansaugtrakt kommt, sorgt das für Verschmutzungen im Drosselklappenteil und zu Gemischbildungsproblemen. Lassen Sie das Abgasregelventil prüfen und ggf. reinigen bzw. ersetzen. Wahrscheinlich muss das Drosselklappenteil noch einmal gereinigt werden. Anschließend sollte dann alles noch neu kalibriert (an die Motorsteuerung angelernt) werden. Das war es dann (hoffentlich!)

Frage von Martin Fust:

Hallo! Ich fahre einen Skoda Octavia BJ 2007 1.6 75 KW . Ich habe das Problem , dass der Motor im Stand "sägt" und beim Auskuppeln hängt das Gas kurzzeitig bei ca. 1500 U/min. Die Skoda-Werkstatt ist ratlos (2 Unterdruckleitungen, die Lambda-Sonde und die Dichtung Ansaugbrücke wurden gewechselt). Im Motorsteuergerät sind keine Fehler eingetragen. Der Motor läuft sonst auch relativ gut (jedenfalls ist kein offensichtlicher Leistungsverlust spürbar). Der Werkstattmeister sagt , dass der unruhige Motorlauf kein Problem wäre, aber ich weiß nicht, was der TÜV dazu sagt (und besonders zum „hängenden“ Gas). Eine Idee? (Die Drosselklappe wurde übrigens auch schon gereinigt) Danke! Gruß aus Wolfsburg (wo Konzernwerkstätten eigentlich mehr drauf haben müssten)

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Martin, das könnte das Magnetventil der Tankentlüftung sein. Wenn das Ventil hängt, bekommt der Motor ständig unerwartete Benzindämpfe aus dem Tankbereich, die die Gemischbildung und -regelung völlig durcheinander bringen können. Ich würde versuchshalber mal den Stecker abstecken, der das Signalkabel des Ventils mit der Motorsteuerung verbindet. Ich hatte vor einiger Zeit mal einen Golf V, bei dem das 50.000 gut ging. Als der Stecker ab war, war alles schön. Mit aufgestecktem Stecker fing der Motor sofort wieder an zu sägen......,

Frage von Holger Milewski:

Hallo an den Autopapst, der Text ist ziemlich lang, aber da es kein aller-Welts-Problem ist, muss ich etwas genauer schreiben. Es geht um einen Audi A6 Avant 2.5 TDI Quattro mit 180 PS, Baujahr. 02.2002. Der Motor macht merkwürdige Zischgeräusche beim Beschleunigen unter Volllast bei ca. 1.500 - 2.500 Umdrehungen. Dort, wo eigentlich die Stärke eines Turbodiesels liegt! Der extreme Leistungsverlust passierte nach dem Chiptuning. Das Geräusch war vor dem Tuning leicht hörbar, und nervte ein bisschen/Leistung normal/Serie. Nach Chiptuning fiel das Geräusch extrem auf, und die Leistung des Motors ist dementsprechend schlecht. Zwar läuft der Wagen heute etwas besser als Serie aber z.B. vom Drehmomentschub ab ca. 1.500 rpm wie Serie (370 Nm) ist so nichts mehr zu spüren! Erst ab knapp 3000 Touren läuft der Motor etwas schöner hoch und hat etwas mehr Leistung als Serie. V-max liegt nach Tacho z. Zt. bei gut 225 km/h (Serie 221km/h laut Audi). Der A6 eines Freundes läuft nach Tuning gut 245 km/h nach Tacho. Interessanter Weise lief mein Motor eines Tages mehrere Stunden absolut genial! Das versprochene Leistungsplus von 40 PS/ 80 Nm schien mehr als gerechtfertigt! Der Wagen lief ab 1400 Touren mit einem Biss, wie man es sich das wünscht. Ich konnte unter 2000 Umdrehungen hochschalten und der Wagen ging ab wie von der Tarantel gestochen!!! Ab 3000 Touren legte er nochmals mächtig nach, fast untypisch für einen Diesel und stürmte bis in den Begrenzer. In dieser kurzen Zeit war auch kein "merkwürdiges Zischgeräusch" zu hören. Da mein Wagen nicht gut lief, war ich 3 x bei der Tuning-Firma und bemängelte, das der Wagen schlecht läuft. Es wurde immer nachgeschaut und verbessert. Beim 3. Mal nochmals neue Software aufgespielt mit Anpassung obere Drehzahl(ich glaube die haben alles gegeben um mich zufrieden zu stellen, wahrscheinlich Software ausgereizt, deshalb ging der Audi auch das eine mal wie verrückt!). Sofort bemerkt: beste Einstellung bislang, Kraftstoff-Verbrauch ging nochmals runter bei normaler Fahrweise. Plus bis dahin beste Leistung des Wagens. Aber immer noch Zisch und keine echte Power! Somit kann ich einen Softwarefehler fast auszuschließen! Ich habe seit dem schon einiges unternommen, um die Ursache zu finden. Fakt ist, bis heute kann mir keiner sagen warum dieses Geräusch da ist , wo es genau herkommt, und warum dadurch die echte Motorleistung fehlt! Vor einigen Monaten habe ich es mal mit einer AUDI- Fachwerkstatt versucht, da der Meister sehr interessiert an meinem Fall war und selber Chip-Tuning-Fan ist. Haben geprüft ob Ladeluftkühler dicht ist (mit Ultraschallgerät). Alles O.K. So Herr Kessler, vielleicht kommen Sie ja hinter das Geheimnis des schlafenden Wolfes! Bis bald Holger Milewski

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Holger, das ist wirklich ein ganz schöner Riemen. Ich habe den Text mehrfach nach der VTG-Steuerung durchsucht (das ist eine Druckdose, die elektronisch überwacht die Schaufeln des Turbos anstellt und so den Druck und das Ladevolumen variiert (VTG = variable Turbinen-Geometrie). Wenn die Schaufeln bei einer bestimmten Drehzahl nicht angestellt werden, ist dort u.U. der Ladedruck zu hoch und das Wastegate bläst b. Das könnte das Zischgeräusch verursachen. Nach allen Versuchen würde ich jetzt noch mal das Waste-Gate überprüfen und ggf. erneuern; das selbe kommt dann für die Druckdose in Frage. Mehr fällt mir aus der Ferne leider auch nicht ein, weil durch das Chiptuning die „normalen“ Diagnoseparameter ohnehin nicht mehr gelten. Viel Erfolg wünscht Der Autopapst

Frage von Hans-Jürgen Lorenz:

Sehr geehrter Herr Kessler, mein Ford Mondeo MK3, Bj. 2/2004, 96 kW, Automatik, 117.500 km ist liegengeblieben, Lampe mit dem Glühfaden leuchtet, keine Gasannahme, Ruckeln, Motor ausgestellt --springt nicht mehr an, ADAC bestellt. Diagnose:Einspritzsystem baut zuwenig Druck auf; Abschleppen zur Fa. Dinnebier - 1. Diagnose Dinnebier: Einspritzdüsen bzw. Injektoren von Zylinder 2 + 4 defekt; Austausch, Wagen nagelt extrem bzw. extreme Geräusche 2. Diagnose Dinnebier: Auch Injektor 1+3 ausgetauscht: Gleiche Reaktion und plötzlicher Leistungsabfall 3. Kraftstofffilter getauscht: gleiche Problematik, Späne in Filter 4. Kettensteuerung repariert/erneuert. Motor läuft, aber Leistungsabfall 5. Dieselpumpe wird erneuert: Ist noch in Arbeit " Ergebnis offen. Getankt wurde nur Markendiesel (Shell, Total). Das Ganze dauert bereits drei Wochen, voraussichtliche Kosten über 4.000 Euro. Die Werkstatt ist selber am Ende mit ihrem Latein. Ich weiß nicht mehr, was nun zu tun ist und wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir einen Tip geben könnten. Vielen Dank und beste Grüße von Hans-Jürgen Lorenz

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Lorenz, das ist echt eine schwache Leistung von Dinnebier! In der Werbung wird immer von der enormen Service-Kompetenz erzählt; in Ihrem Fall sind offenbar nur Auszubildende am Werke.... Spaß beiseite: Ich würde an Ihrer Stelle zunächst mal zum Kundendienstleiter bzw. dem Geschäftsführer der Werkstatt gehen und mich erkundigen, wie es jetzt weiter gehen soll. Versuchsweise Teile austauschen kann jede freie Werkstatt genau so gut, aber wesentlich billiger. Ich würde folgendes Vereinbaren: Deckelung der Reparaturkosten bei etwa 30 – 40% des prognostizierten Betrages (immerhin sind ja offenbar nicht defektrelevante Teile -also funktionierende Komponenten- ausgetauscht worden (Einspritzpumpe!). Weitersuchen dürfen sie dafür dann so lange sie mögen. Darauf wird sich die Werkstatt nicht einlassen. Wenn das so ist, muss der Fall vor die Schiedsstelle der Kfz-Innung. Das wird man auch nicht wollen und Ihnen daher höchstwahrscheinlich recht weit entgegen kommen. Hoffentlich führt das dann auch zu einer Lösung des Problems. Die ADAC-Diagnose war „Einspritzsystem baut zu wenig Druck auf“. Das riecht für mich nach der Hochdruckpumpe des Common-Rail-Systems. Eigentlich hätte die Werkstatt vor der Teiletauscharie die Diagnose entweder akzeptieren oder selbst neu stellen müssen. Hochdruckpumpen sind öfter mal defekt; die Fehler im Fehlerspeicher können sehr gut Folgefehler sein, die die Werkstatt auf die falsche Spur geführt haben. Das sollten Sie aber nicht bezahlen müssen!

Werner Kaminski fragt:

Guten Tag Herr Keßler, ich habe einen Micra K11, Bj 11.2000, 1.0l , 44 kW,CG10; Wenn der Wagen warm ist und ich zum Stehen komme, läuft er nach ca. 3 Sekunden vom Standgas her immer sehr untertourig (ca. 550 bis 650 Umdrehungen ) und geht mir auch oft aus vor Ampeln, bzw. ist kurz vorm Ausgehen.Auf der Autobahn habe ich das Gefühl, wenn ich Vollgas gebe, dass er bremst und wenn ich dann ein wenig weniger Gas gebe, dass er wieder schneller wird. Den LMM habe ich schon getauscht.Die Werkstatt kann die Drehzahl bei meinem Micra auch nicht erhöhen.Was könnte das sein? Außerdem ging bei mir jetzt schon zwei Mal die Störungsanzeige MI (Abgasreinigungsanlage -Störung-leuchtet ständig ) für mehrere Tage an. Habe dann das Gefühl von Leistungseinbußen. Jetzt zur Zeit ist sie gerade wieder aus. Für Rat wäre ich sehr dankbar. Mit freundlichem Gruß Werner

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Ihre Schilderung hört sich für mich nach einem verstopften Katalysator an! Vielleicht hat sich der Keramikkörper zerlegt und legt sich dem Abgas buchstäblich in den Weg. Wenn das Abgas den Motor nicht schnell genug
verlassen kann, tritt genau das auf, was Sie beschreiben.

Stephanie Kluge fragt:

Hallo, mein Golf 3 TDI, Bj. 94, springt manchmal nicht an. Einmal zuckt kurz der Anlasser beim Starten, aber der Motor wird nicht gestartet. Versuche ich es ein zweites Mal, passiert im Motorraum gar nichts. Bei weiteren Versuchen passiert immer noch nichts. Durch kurz gegen den Gang stoßen half manchmal oder Schläge durch einen Hammer auf den Anlasser, sprang er dann irgendwann mal wieder an. Wenn das alles nicht half, mussten wir den anschieben und so anlassen. Gewechselt haben wir schon den Anlasser (Instandsetztung), Zündanlassschalter und Einspritzpumpe. Ich habe eine zusätzlich eingebaute Wegfahrsperre, weiß nicht, ob es damit noch zusammen hängen kann. Mein Autohaus und Ich wissen langsam nicht mehr weiter, bitte um Hilfe und Rat.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Stephanie, die Wegfahrsperre würde ich jedenfalls vorübergehend still legen. Die Nachrüstanlagen (und um eine solche handelt es sich in Deinem Fall ganz sicher...) geben aus Altersgründen immer öfter auf. Also raus damit! Wenn das nicht hilft, würde ich sämtliche Masseverbindungen im Motorraum prüfen und ggf. erneuern. Alle anderen Möglichkeiten sind ja schon „erledigt“. Viel Erfolg wünscht der Autopapst

Vorheriger ArtikelRetro für die Familie
Nächster ArtikelFliegendes Auto ist Realität
Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur gelernt. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.