Frage an den Autopapst im Mai 2012

Autopapst Andreas Kessler © Autogazette

Ein Audi hat Probleme. Was kann das sein? Autopapst Andreas Kessler hilft auch hier mit seinem Ratschlag.

Frage von Jürgen Augull:

Hallo lieber Autopapst, ich habe einen 99er Audi A6 Avant mit einer Prins-Gasanlage. Der Elektrolüfter des Autos läuft zu 99 Prozent auf Volllast, obwohl der Wagen nicht unter Belastung ist. Auch im Stand läuft er voll durch. Nur ab und zu regelt er für ein paar Sekunden in die Stufe 1 runter doch danach wieder volle Power. Er hört sich an wie ein Düsenjet, sowohl wenn ich fahre, als auch im Stand. Ich habe schon probiert, bei laufender Klima oder bei ausgeschalteter Klima die Regelung des Lüfters zu beeinflussen, aber es hat nichts genützt. Der Thermoschalter am Kühler wurde schon einmal in der Werkstatt gewechselt, aber das Problem bleibt weiterhin bestehen. Könnte das Innenleben des Elektrolüfters einen Defekt haben, dass ein Bimetall oder ähnliches nicht mehr richtig regeln kann? Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen. MfG Jürgen Augull

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Jürgen, meiner Meinung nach ist der Kühlerventilator beim A6 kein Elektrolüfter, sondern ein vom Riemen getriebener mit Viskokuppung! Und die ist wahrscheinlich defekt.... Dadurch läuft der Lüfter ständig, weil der Multirippenriemen (früher wäre das ein Keilriemen gewesen....) ja auch ständig läuft. Abhilfe schafft eine neue Viskokupplung! Das Problem hat also nichts mit der Gasanlage zu tun....

Frage von Hans-Georg Strobel:

Hallo und Guten Tag, ich besitze einen VW Passat 3C 1,6, EZ 25.06.2008, Tachostand 35.200 km. Im Fahrbetrieb, in allen Gängen bei der jeweils entsprechenden Geschwindigkeit ist aus dem Motorraum ein deutliches Klackern zu hören. Meine VW-Werkstatt, wo auch alle fälligen Inspektionen durchgeführt wurden, meint nach einem Prüfcheck, dass das die Rillenkugellager für An- und Abtriebswelle im Getriebe sind. Die Kosten für den Austausch würden ca. 800,00 Euro betragen. Kann das nach einer so geringen Laufleistung von 35.200 Km wirklich der Fall sein? Kann das auch so ohne Getriebeausbau festgestellt werden? Danke für Eure Antworten

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Herr Strobel, die Diagnose der Werkstatt ist theoretisch schlüssig! Wenn sich die Kugellager aber so lautstark bemerkbar machen, müssten sich Späne im Getriebeöl finden lassen, die von den defekten Lagern stammen. Ich würde zur Untermauerung der Diagnose einen Getriebeölwechsel in Auftrag geben, bei dem das "alte"“ Getrieböl durch einen Filter läuft. Den Inhalt des Filters muss man dann prüfen: Gibt es Späne, trifft die Diagnose höchstwahrscheinlich zu, wenn nicht, ist es etwas anderes. Ersatzweise könnte eine Zweitmeinung helfen (fragen Sie also eine andere Werkstatt!). Ich selbst glaube nicht an diese Variante und würde eher die Antriebswellengelenke als Geräuschquelle vermuten.

Frage von Marianne Schmidt:

Sehr geehrter Herr Kessler, oft schon habe ich Ihr Wissen bewundert. Seit einiger Zeit auch Probleme mit meinem Audi A4, Bj.02. Seit ca. 1/2 Jahr leuchtet immer mal wieder die Kontrolllampe "Motorelektronik"-ohne Leistungsabfall auf. In der Vertragswerkstatt wurde schon ca. 5-6 Fehler ausgelesen, aber die Ursache dafür nicht gefunden. Nach einiger Zeit geht die Leuchte wieder an. Das nervt und kratzt am Sicherheitsempfinden! Seit dem letzten Wochenende leuchtet nun auch noch die Airbag-Leuchte. Und das alles, obwohl das Auto erst Ende März die neue "TÜV-Bescheinigung" erhalten hat. Ist das als normale "Alterserscheinung" zu werten- oder stimmt da evtl. serienmäßig etwas nicht? Ich hoffe auf Ihre Hilfe. MfG M.Schmidt

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Marianne, wenn die Vertragswerkstatt den Fehlerspeicher ausliest, steht auf dem Display des Diagnosecomputers ein sog. Fehlercode, den die Spezialisten durch ihre Erfahrung und gute Ausbildung mit einem Defekt in Verbindung bringen müssen. Hat man Ihnen diesen Fehlercode genannt? Wenn Sie den nämlich kennen, können Sie auch anderenorts nach einer Reparaturmöglichkeit fragen! Das Aufleuchten der beiden Lämpchen hat übrigens nicht unbedingt etwas miteinander zu tun: Wenn die Airbag-Leuchte nicht verlischt, ist die Airbaganlage des Autos außer Betrieb. Ursache sind häufig Kontaktprobleme an den Steckverbindern der Sitzairbags... Ein echtes Sicherheitsrisiko während der Fahrt besteht nicht, der Airbag wird nicht plötzlich „losgehen“. Warum die Motorkontroll-Leuchte an ist und bleibt, kann leider auf Verdacht niemand sagen: Ohne Fehlercode gibt es keine Diagnoseansätze.....

Frage von Klaus Henkel:

Hallo Herr Kessler, habe mit meinem Opel Corsa B, 1,0 l, Ecotecmotor, Bj. 99, folgendes Problem: Vor ein paar Tagen hat es angefangen, beim Abstellen und Zündschlüssel ziehen, dass mehrere Kontrollleuchten im Armaturenbrett noch leicht weiter leuchteten. Danach habe ich den Fehlerstrom gemessen - 0,5 Ampere nach 10 Minuten. Fahren konnte ich noch bis gestern Abend. Heute Morgen sprang er jedoch nicht mehr an, obwohl die Batterie von mir geladen wurde. Was kann das sein? Motorsteuergerät? Besten Dank im Voraus für Ihre Hilfe. MfG Klaus Henkel

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Aus der Erfahrung heraus würde ich auf die Lichtmaschine bzw. deren Regler tippen. Genaues kann Ihnen jeder Autoelektriker, aber auch jede Autowerkstatt mit einem passenden Diagnosecomputer sagen. Achtung: Wenn die Lichtmaschine wirklich die Ursache ist, wird es teuer....

Frage von Carsten Jeserigk:

Guten Tag Herr Keßler, vor 14 Tagen war ich bei einer relativ kurzen Fahrt mit meinem Renault Grand Scenic, Baujahr 2004, in einen Stau mit kurzzeitiger Sperrung geraten. Als es dann Stop-and-Go weiter ging, stieg nach einiger Zeit eine mächtige weiße Qualmwolke aus dem Auspuff auf - just unmittelbar bevor der Verkehr wieder richtig rollte. Bei der Fahrt qualmte es dann wenig aber stetig. Drei Kilometer später war ich am Ziel. Der ADAC riet mir vom Weiterfahren ab. Die Werkstatt hat zwei Tage gesucht und keinen Defekt gefunden. Fahre ich jetzt mit Blick auf einen Motorschaden eine tickende Zeitbombe? Danke im Voraus! MfG

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Carsten, spontan dachte ich: Zylinderkopfdichtung! Das wäre möglicherweise die preiswertere Diagnose.... Es könnte nämlich auch ein Riss im Zylinderkopf sein, der selbigen sofort zu "Kernschrott" mutieren lässt. Lassen Sie in einer Werkstatt den Abgasanteil im Kühlmittel prüfen. Wenn der nicht auffällig ist und es auch keinen Kühlmittelverlust (egal ob -verlust oder -verbrauch) gibt, können Sie weiterfahren. Sollte sich jedoch plötzlich die Kühlmitteltemperatur am Anzeigeinstrument erhöhen, sofort anhalten und das Auto zur Reparatur in die Werkstatt schleppen lassen....

Frage von Gerd:

Bei meinem Opel Vectra C, Bj.2002, habe ich seit einiger Zeit ein nerviges heulendes Geräusch an meiner rechten hinteren Seite, welches bei ca. 50Km/h anfängt und mit zunehmender Geschwindigkeit lauter wird bei ca. 75-80Km/h. Danach wird es wieder leiser und man hört fast nichts mehr. Radlager habe ich schon tauschen lassen und diese waren nicht die Ursache, das heulende Geräusch ist noch immer da. Auch habe ich eine Sichtprüfung auf meiner rechten hinteren Bremsanlage gemacht, aber kann auch hier nichts Ungewöhnliches finden wie z.B. Schleifspuren oder ähnliches und so langsam geht mein Latein aus, was es noch sein könnte. Es ist auch kein Sägezahn auf dem Reifen drauf, da das Geräusch bei Sommer sowohl auch bei Winterreifen vorhanden ist. Hätten sie eventuell noch eine Idee was es sein könnte? Für ihre Mühen bedanke ich mich im Voraus und verbleibe. MfG Gerd E. aus Köln

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Gerd, keine Ahnung! Ich hatte bislang noch nie das Vergnügen mit einem Vectra C, und bei Geräuschen ist das ohnehin immer so eine Sache.... Ich werde in diesem Fall mal den alten Werkstattspruch bemühen: "Weiter beobachten, ist aber sicher nicht schlimm....." Sorry, hier kann ich nicht helfen!

Frage von Tobias Stahl:

Guten Tag Her Kessler, allmählich frage ich mich, ob Sie evtl. doch eher "Der Auto-Kafka" genannt werden sollten, den seit einem Vierteljahr warte ich nun auf eine Reaktion auf meine Frage, und mittlerweile sind es drei E-Mail an Sie. Da mein Auto seit Mitte Dezember irreparabel in der Werkstatt steht (kein Oldtimer, sondern mittlerweile 3 1/2 Jahre alt), wäre ich äußerst dankbar für Ihre Hilfe. Mit freundlichen Grüßen Tobias Stahl

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Tobias, heute hätten Sie Glück gehabt! Da Sie aber nur über bislang fehlende Antworten lamentieren, ohne erneut auf das Problem einzugehen, wird es leider wieder nichts! Zur Erklärung: Ich beantworte die täglich sehr zahlreich eintreffenden Fragen kostenlos selbst, aber bei weitem nicht alle (das würde auch ein Autogott nicht schaffen!). Da ich kein Spezialisten-Team bezahlen kann, das mir dabei hilft, bleiben eben einige Anfragen auf der Strecke. Vielleicht führe ich mal einen "Premium"-Service ein, der kostet dann aber 5 Euro pro Antwort (was für oft extrem geldsparenden Tipps nicht viel ist!!). So ist das leider.... Es grüßt der Autopapst

Frage von Dan Kiczales:

Bei meinem Nissan Primera Fließheck, Bj. 2003, zeigt das Display nach einem TÜV-Besuch während der Fahrt nur noch die Außentemperatur an. Die anderen Anzeige-Funktionen des Displays funktionieren: Wartungsintervalle, Verbrauch, etc. Vielen Dank für Ihre Antwort

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Dan, das hört sich so an, als ob die Jungs vom TÜV beim Versuch, den Fehlerspeicher auszulesen, die Elektronik durcheinander gebracht haben. Nachzuweisen ist ihnen das sicher nicht; eine Abhilfe des Problems dürfte es nur bei Nissan mit dem geeigneten Diagnosegerät geben.... Schade, diesmal müssen Sie leider selbst bezahlen! Es grüßt Der Autopapst

Torsten Thieme fragt:

Hallo Herr Keßler, ich fahre einen VW Golf 3, Benzin, 75 PS, Baujahr 1995, ca. 208000 km. Nach einer längeren Autobahnfahrt (ca. 200 Km) ohne nennenswerte Schaltvorgänge lässt sich der 1. Gang schwer oder überhaupt nicht mehr einlegen, d.h. Anfahren ist nur mit 2. Gang möglich. Im kalten Zustand funktioniert die Schaltung einwandfrei. Könnte dies am alten Getriebeöl (wurde seit 11 Jahren nicht gewechselt) liegen oder liegt gar ein Defekt am Getriebe vor? Gern erwarte ich Ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Torsten, das könnte „multicausal“ sein! Vielleicht reicht eine Revision des Schaltgestänges (neue Kunststoffbuchsen, neue Gelenke, neue Splinte, Silikonfett), vielleicht hilft ein Getriebeölwechsel oder vielleicht müssen beide Maßnahmen durchgeführt werden. Wichtiger als frisches Getriebeöl ist überhaupt vorhandenes... Getriebeöl sickert nämlich unbemerkt aus den Gehäusefugen und macht sich schließlich oft nur durch einen Getriebeschaden bemerkbar....

Frage von Tanja Pohl:

Sehr geehrter Herr Keßler, ich habe einen Mercedes Sprinter 214. Man sagte mir, dass es für dieses Fahrzeug keinen sog. Kaltlaufregler gibt. Ich wollte dieses Teil einbauen lassen, um die KFZ-Steuer zu senken. Deshalb habe ich mir überlegt, gleich eine LPG- Gasanlage einbauen zu lassen. Können Sie mir sagen, wie viel so eine Anlage für dieses Modell ungefähr kostet? Und wie viel Liter solch ein Tank ca. fasst? Herzliche Grüße von Tanja Pohl

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Tanja, bei einem Benzinmotor mit der Schadstoffklasse Euro1 und einem Hubraum von 2296 ccm liegt die Steuer bei 348 Euro pro Jahr. Das gilt nur, wenn der Sprinter nicht als LKW angemeldet ist. Bei LKW wird das zulässige Gesamtgewicht besteuert, was beim Sprinter etwa 160 Euro kosten würde. Wenn Sie Ihr Auto also zum LKW machen, ist das wesentlich preiswerter und vor allem wirklich steuersparend. Der Umbau auf LPG / Autogas kostet nämlich zunächst Geld, dann Laderaum für den Tank und bringt steuerlich nichts. Sie müssten, um zu sparen, erst einmal richtig viel fahren, bis Sie im "Sparbereich" landen. Viel Erfolg wünscht Der Autopapst

Frage von Frank Busch:

Sehr geehrter Herr Kessler, mein Toyota Avensis D-4D T25, 85 kW, Baujahr 2003 springt bei Temperaturen um die Null Grad schlecht an. Je kälter es ist, desto schlimmer wird es, bis er gar nicht mehr anspringt. Folgende Reparaturen wurden durchgeführt ohne Erfolg: Glühkerzen, Anlasser und Batterie erneuert, Luftmengenmesser gesäubert. Problem nach wie vor vorhanden. Hätten Sie vielleicht noch eine Idee? Gruß Frank

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Und das Glühsteuergerät? Ich würde den Wagen mal nach kalter Nacht an den Diagnosecomputer hängen. Der wird ganz sicher irgendeinen Temperaturfühler oder das Vorglühsteuergerät als Fehler melden. Allerdings nur dann, wenn alles schön kalt ist (also nicht in die Werkstatt fahren und bei warmem Motor die Diagnose durchführen...).

Frage von Werner Weber:

Hallo Herr Kessler, Sie haben mal gesagt, dass Sie Ihr Auto mit einen kleinen Kippschalter als Wegfahrsperre schützen, den nur Sie kennen. Meine Frage ist (habe Mercedes C-Klasse, Baujahr 2011), an welchem Kabel oder Stelle man den Strom unterbrechen kann, ohne Schäden im System zu verursachen. Stichwort Steuereinheit und andere Verbraucher benötigen ja ständig Strom. Vielen Dank und freundliche Grüße aus Stuttgart W. Weber

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Herr Weber, bitte ändern Sie während der Laufzeit der Werksgarantie nichts am Kabelbaum. Wenn das bei einem möglicherweise auftretenden Defekt auffällt, gibt es Diskussionen! Danach würde ich mich an Ihrer Stelle an einen Bosch-Dienst wenden, der Ihnen sicher gern einen zusätzlichen Unterbrecher mit einem Relais installiert, welches die Stromversorgung der Kraftstoffpumpe und des Steuerteils unterbricht. Durch die inzwischen verwendete CAN-Bus-Elektrik ist das leider nicht mehr so schön simpel wie früher, dafür noch genau so wirkungsvoll. Alles, was den Autodieb aufhält, ist aktiver Diebstahlschutz. Serienmäßige Wegfahrsperren funktionieren wunderbar, sind aber stets vergleichbar ein- und aufgebaut und daher knackbar (früher oder später...)!

Ronald Tylla fragt:

Hallo Autopapst, habe eine Fachfrage zu einem Opel Vectra B Caravan, Baujahr 2001, 90 kW Motor, 1.8 Benziner. Muss die Kolben ziehen. Zylinderkopf ist runter, auch der Kat-Krümmer (mit obligatorischem Riss) und Einspritzseite (alles elektrisch, keine Seilzüge). Dachte, der Rest – die Ölwanne ist leichtes Spiel. Alle Schrauben unten sind ab, ebenso die drei größeren von der Getriebeseite. Hab' auch die Schrauben zwischen Getriebe und Motorblock gelockert. Die Wanne ist am getriebefernen Ende locker und will, aber sie kommt nicht. Übermäßige Gewalt will ich nicht anwenden, außerdem ist der Kurbelwellenpositionsgeber im Wege - Schraubklemme ist ab, lässt sich aber nicht ziehen. Wollte mit einem Spachtel (wegen der Dichtmasse) zwischenfahren. Ist die Wanne vielleicht am Getriebe irgendwie untergehängt? Oder gibt's da einen Trick und noch was zu beachten? Bin für einen Rat dankbar. Viele Grüße aus dem Spreewaldgurkenland, Ronald

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Roland, ist lange her bei mir, mit dem Vectra B. Ist die Ölwanne nicht zweiteilig? Ich glaube, das Teil mit den 3 Schrauben auf der Getriebeseite muss ab. Und die dauerelastische Dichtmasse muss man wirklich „durchschneiden“... Manchmal geht es erst überhaupt nicht und dann ganz leicht. Viel Glück wünscht Der Autopapst

Frage von Doer1963:

Mein Mercedes C 200 Kompressor, Baujahr 2000, nimmt bei unter fünf Grad Außentemperatur nach dem Starten kein Gas an. Nach kurzer Fahrt und Abstellen des Motors läuft er ganz normal.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Klarer Fall: Temperatursensor! Nur welcher?? Das ergibt fast sicher die „Star-Diagnose“ bei der Marke mit dem Stern, ggf. im kalten Zustand. Da es jetzt aber erst mal nicht kälter als fünf Grad Celsius wird, ist das Problem ja sicher nicht so dringlich...

Alexander Fuchs fragt:

Hallo Herr Kessler, ich fahre einen VW Passat, 3b, 1,8t von 1998 mit Motor AEB, Turbo ist neu sowie Zündkerzen und Kopf überholt. Es gibt drei Probleme, die ich auch schon vor den Reparaturen hatte, die mir Probleme bereiten. 1. Der Spritverbrauch ist sehr hoch, so 13-14 Liter. 2. Die Leerlaufdrehzahl schwankt beim Anhalten sehr stark, ohne dass er aber ausgeht. 3. Wenn der Motor warm ist, startet er sehr schwer, Anlasser dreht ganz normal und er will auch, kommt dann auch sehr unruhig mit schwankender Drehzahl und pegelt sich erst dann ein, im kalten Zustand kommt er allerdings sofort. Der Fehlerspeicher ist leider leer. Vielen Dank schon mal für Ihre Mühe. Mit freundlichem Gruß

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Spontan fällt mir hier das Abgasregelventil und das Leerlaufregelventil ein. Beide Komponenten hätten bei einer großen Motorreparatur wie von Ihnen erwähnt aber eigentlich geprüft und ggf. erneuert werden müssen. Immerhin würden beide Teile im Defekt- oder Störungsfall die Probleme erklären. Was Sie nicht geschrieben haben, ist die Motorlaufleistung und Ihre Durchschnittsfahrleistung. Wenn Sie gerne mal „drauftreten“ (und dazu verführt der Turbomotor natürlich....) empfinde ich den Verbrauch als nicht zu hoch (allerdings müsste Sie es dann schon ganz schön krachen lassen....).

Frage von Daniel Starrost:

Hallo, ich habe einen Leistungseinbruch beim Opel Omega B 2.5 DTI (Y25dt), Automatik, Bj. 2001 + Tauschmotor nach Drallklappenschaden vor ca. 4000 km. Der gute Wagen ist jetzt 200.000 km gelaufen. Eine neue Ansaugbrücke vom M57 wurde ohne Drallklappen verbaut. Das Problem besteht jetzt ungefähr einen Monat. Der Omi läuft ganz normal, wenn man langsam fährt. Der Turbo "heult" ein wenig, auch in niederen Drehzahlen. Das eigentliche Problem tritt auf, wenn man auf der Autobahn oder sehr zügig fährt/beschleunigt. Nach ca. 15-20 Sekunden Volllast nimmt er kein Gas mehr an und es hört sich so an, als wenn der Lader nicht arbeitet. Fährt man eine oder zwei Minuten langsam, gibt es wieder Druck und man kann weiter beschleunigen. Zudem gibt es im Stadtverkehr ein dumpfes Quietschen, wenn ich bei ca. 2000 U/min vom Gas gehe. "Gefühlte" Quelle vorn rechts. Der Speicher wurde ausgelesen und kein Fehler vorhanden. Es geht auch keine Kontrolllampe an. Ein weiteres Phänomen - es kommt zu Drehzahlschwankungen im Teillastbereich. Schwankungen ca. 300-500 U/min, z. B. 60 km/h und leicht bergauf. Wenn man das Pedal ein wenig mehr tritt ist es weg. Das Getriebe muss in diesem Fall aber nicht schalten. Der FOH hat sich das Ganze angeschaut und gesucht - konnte die Ursache/Quelle für das Quietschen aber nicht finden und ist der Meinung, der Lader wäre im Eimer. Ich kann nicht sagen, ob der Druckabfall und die Drehzahlschwankungen miteinander im Zusammenhang stehen. Aber bevor ich den teuren VTG Lader ersetze, möchte ich andere Quellen gern ausschließen. Danke im Voraus. Gruß Daniel

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Daniel, das ist schwierig zu beurteilen.... Spontan dachte ich auch an einen Lagerschaden der Turbinenwelle des Turboladers (hatte ich bei einem Saab 900 turbo auch mal, da klingelte es aber....). Wenn diese Lager zu viel Luft haben, beginnt das Schaufelrad des Laders am Gehäuse zu schleifen. Die dabei entstehenden Geräusche hören sich ganz unterschiedlich an. Ich würde mir mal eine kleine Druckleitung in den Innenraum legen, an die ein Manometer für den Ladedruck angeschlossen wird. Der Ladedruck steht in einem ganz bestimmten Verhältnis zu Drehhzahl, Last und Geschwindigkeit, für das es vom Hersteller Kurven gibt. Wenn die Werte dieser Kurven nicht erreicht werden, hat der FOH recht. Und eine andere Möglichkeit sehe ich durch das Fehlen von Fehlercodes im Speicher leider auch nicht....

Frage von Roman Pfützner:

Hallo lieber Autopapst! Ich besitze einen Renault Megane, Typ I, Phase 2, BJ 2001, 1,4l. Habe folgendes Problem: 1. Die Tachoeinheit geht immer an und aus (Zeiger gehen hoch und runter, Tankanzeige geht an und aus). 2. Zusätzlich aber auch Zündaussetzer, geht auch aus. Dazu sei gesagt, dass ich seit Jahren das Problem habe, alle halbe Jahre meine 4 Zündspulen wechseln lassen zu müssen. Kann eine defekte Armartureinheit so in die Elektrik eingreifen, dass es Zündaussetzer gibt? Die Zündspulen sind es diesmal nicht. Übrigens wurde wegen schlechtem Startverhalten vor sechs Monaten der OT-Geber gewechselt. Vielen Dank für einen Tipp! Roman Pfützner

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Roman, leider ist das eine Krankheit der Meganes dieser Generation. Da sich die Fälle gehäuft haben, gibt es inzwischen Spezialisten für die Reparatur. Einer ist der hier: http://www.tachopix.de/repair/subnav.33/pagetype.iav/nav.399/subnav.33/colnav.130207/pagetype.iav/
Das Zündspulendilemma ist ebenfalls bekannt. Abhilfe schafft oft die Verwendung anderer Zündspulen (also keine Renault-Teile, sondern passende Teile anderer Hersteller aus dem Kfz-Zubehörhandel). Viel Erfolg bei der Lösung des Problems wünscht Der Autopapst

Frage von Bettina Solka:

Hallo Herr Kessler, ich fahre seit 2004 einen Ford Fiesta, BJ 2003, und bis vor 3-4 Jahren war auch alles ok. Seit ca. 2008 leuchtet die Motorleuchte-Anzeige permanent! Das erste Mal wurde der Fehler in der Werkstatt ausgelesen und gelöscht. Das zweite Mal auch, das dritte Mal war dann nix mehr mit löschen. Da war auch wirklich ein Leistungsverlust in der Beschleunigung wahrnehmbar und die Lambdasonde (vorn) wurde gewechselt. 3 - 4 Wochen Ruhe. Seitdem fährt der Wagen sehr gut, nur die Leuchte kommt wieder! Wieder mal wurde der Fehler gelöscht und dann blinkte nicht nur wieder mal die Leuchte, sondern alle Anzeigen die auf dem Armaturenbrett nur so leuchten konnten. Die Ford-Werkstatt war ratlos und wechselte aus "Verzweiflung" das komplette Steuerteil-Armaturen-Anzeige-Gerät?! War teuer, sieht schick aus und bis zum nächsten TÜV leuchtet glücklicherweise die Anzeige nicht. Das dauerte so ca. acht Wochen, in der Zeit sollte ich die Lampe "beobachten" und im Zweifel ignorieren. Das tat ich jetzt fast zwei Jahre lang. Der Ford läuft ohne Einschränkung, jetzt steht wieder der TÜV an und eine Voruntersuchung hat ergeben, so kommt er nicht durch. Also wieder Werkstatt. Neben der Durchsicht, Zahnriemenwechsel usw. wurde der Fehler wieder einmal gelöscht und eine Probe Abgasuntersuchung war positiv. Jetzt sind zwei Wochen rum und die Leuchte - leuchtet wieder. In einem Monat habe ich TÜV! Ich weiß nicht mehr weiter, mein Ford hat ca. 150.500 km runter, er soll noch lange weiter so gut fahren "klingt lächerlich", ist aber so. Wenn ich jetzt zum Boschservice gehe, das wurde mir empfohlen, wird mit Sicherheit wieder ein teures Teil gewechselt?! Der Kat kann es ja nicht sein, dann wäre ja die Probe Abgasuntersuchung auch negativ gewesen?! In einem Forum habe ich gelesen, dass evtl. was mit Spannung oder Überspannung zu tun haben könnte, da ja jedes Mal bei den Reparaturen die Batterie abgeklemmt war und somit der Fehler auch zu löschen ging, klingt das für mich fast logisch?! Bitte helfen Sie mir!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Bettina, suchen Sie sich eine wirklich kompetente Werkstatt! Die erkennt man daran, dass auch einer Frau verständlich (!!) erklärt wird, was mit dem Auto los ist, warum die Motorkontrolle leuchtet und welche Fehlercodes ausgelesen wurden. Nur "Lampe gelöscht, bitte zahlen Sie an der Kasse" reicht heute nicht mehr. Wenn die Lampe an ist, gibt es im Fehlerspeicher der Motorsteuerung einen gespeicherten Fehlercode. Leider gibt es davon hunderte, ohne eine genaue Bezeichnung des Codes lässt sich wirklich nichts machen. Für die Hauptuntersuchung reicht es zunächst, den Fehlercode zu löschen. Während der HU wird die Leuchte schon nicht wieder angehen... Wenn es dann später wieder gelb leuchtet, gehen Sie in die (andere) Werkstatt und bitten um die Auslesung des Fehlerspeichers. Das Ergebnis lassen Sie sich ausdrucken bzw. wenigstens aufschreiben. Wenn dann (nach professioneller Diagnose und Interpretation des Fehlercodes) immer noch keine Besserung möglich ist (was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann....), müssen Sie das Auto eben verkaufen.

Frage von Jörg:

Hallo Herr Keßler, mein Auto steht seit einem Jahr unbewegt in der Tiefgarage und ich würde ihn gerne wieder "zum Leben" erwecken. Bei mehreren Besuchen am Kfz waren die Bremsen fest und nach mehreren vor und zurück waren diese auch wieder einigermaßen frei. Nun meine Frage. Was muss ich außerdem speziell vor der Inbetriebnahme beachten? Vielleicht können Sie mir ein paar Tipps geben. Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich im Voraus und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Jörg, kritischster Punkt bei "Wiederinbetriebnahmen" sind tatsächlich die Bremsen.... Durch die Alterung sowohl der Bremsflüssigkeit (die ist hygroskopisch und zieht Wasser aus der Luftfeuchte. Das führt zu Korrosion an den Bremszylindern....) als auch der Kunststoffe der Bremsschläuche und Leitungen kommen hier durch bloßes Herumstehen recht teure Probleme auf den "Altauto-Freund" zu. Man kann diesen Bereich eigentlich nur durch regelmäßige Wartung / Erneuerung der genannten Komponenten in den Griff bekommen. Ein weiteres Kapitel ist das Öl im Motor, was sich nach langen Standzeiten chemisch verändert. Das gilt insbesondere für Autos, die nur im Kurzstreckenverkehr unterwegs waren. Alterung spielt auch bei den Reifen eine Rolle: Hier entstehen gerne "Standplatten", die im fortgeschrittenen Stadium die Erneuerung der Reifen erforderlich machen. Zur Batterie ist fast nichts zu sagen: Selbst Akkus, die ständig mit einem Ladungserhaltungsgerät am Netz hängen, sind irgendwann defekt. Wenn ein Auto länger als ein Jahr nicht bewegt wurde, würde ich als erstes versuchen, ob der Motor noch dreht (großen Ringschlüssel auf die Kurbelwellenschraube und drehen....). Danach Startversuch, ggf. vorher den Vergaser -so vorhanden- mit frischem Kraftstoff füllen. Wenn der Motor angesprungen ist, warmlaufen lassen und dann einen Ölwechsel machen. Vor den ersten Fahrversuchen die Bremsanlage und die Reifen analog zu den o.g. Tipps prüfen. Die beste Pflege für ein "Stehzeug" ist nach meiner Meinung eine regelmäßige Ausfahrt bei schönem und trockenem Wetter. Beim Auto handelt es sich schließlich nicht um eine "Immobilie"....




Frage von N.N:

Hallo werter Autopapst, bei meinem VW Golf 4 1.9 TDI, Automatik, EZ 2002, ist der Rückwärtsgang nach einem kurzen Ruck ausgefallen. Der erste bzw. zweite Gang ruckt leicht beim Schalten. Hier meine Fragen: Wie wahrscheinlich ist es, dass die übrigen Gänge auch ausfallen? Wie hoch dürfen die Instandsetzungskosten sein? Wie hoch dürfen die Kosten (freie Werkstatt und VW-Werkstatt) max. sein? Vielen Dank!

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Eine Obergrenze für Reparaturkosten gibt es in Deutschland nicht! Die Kalkulation obliegt dem Unternehmer, der Ihnen dann ein Angebot macht. Wenn Sie sich ein paar (mind. 3!) davon einholen, haben Sie einen guten Überblick der lokalen Marktsituation. Wenn die Automatik tatsächlich defekt ist, würde ich mit etwa 2000 Euro rechnen. Darin ist ein überholtes Getriebe mit Gewährleistung sowie der Ein- und Ausbau enthalten. Die Angebote einer VW-Vertragswerkstatt liegen wahrscheinlich 150 Prozent darüber und bedeuten in Ihrem Fall: Wirtschaftlicher Totalschaden.....Übrigens: Automatikgetriebe beim TDI gehen bei „gechipten“ Motoren besonders oft kaputt!