VW: Software-Integration soll Kernkompetenz werden

E-Auto-Absatz soll steigen

VW: Software-Integration soll Kernkompetenz werden
Ralf Brandstätter ist Chef der Kernmarke VW. © VW

VW will zukünftig seine Kernkompetenzen ausbauen. Dazu gehört u.a. eine Software-Integration ins Fahrzeug. Zugleich wird die E-Offensive beschleunigt.

In den kommenden Jahren soll so die Kommunikation mit den Kunden enger verzahnt und gleichzeitig eine neue Erlösquelle geschaffen werden. Die Kernmarke des größten europäischen Autokonzerns stellte dazu am Freitag die Strategie „Accelerate“ vor. Sie reicht bis 2030.


Ein Hauptelement: Die digitale Ausstattung der Fahrzeuge wird standardmäßig so ausgelegt, dass alle möglichen Funktionen schon grundsätzlich vorinstalliert sind und die Nutzer sie dann je nach Nachfrage und Fahrprofil freischalten lassen können. Die neu geschaffene Projekteinheit ID.Digital soll ab dem kommenden Sommer dazu im 12-Wochen-Rhythmus Software-Updates „over the air“ zur Verfügung stellen.

Kostensenkung angepeilt

Durch dieses Vorgehen soll auch die bislang teure Vielfalt und Komplexität zahlreicher verschiedener Grundvarianten sinken. Vertriebschef Klaus Zellmer sagte, es denkbar, dass ein solches Modell „durchaus dreistellige Millionenbeträge in die Kassen bringen“ könne
Binnen drei Jahren will VW im Gegenzug die Fixkosten um weitere fünf Prozent drücken.

Der Betriebsrat hatte in den Verhandlungen hierzu darauf gedrungen, dass dies nur im Rahmen der schon laufenden Umbau- und Sparprogramme geschieht. Zudem sind neue Geschäfte rund um die Energieversorgung und das Laden von E-Fahrzeugen angedacht. Der reine E-Anteil soll rascher steigen, VW hält jedoch auch an der Neuauflage von Verbrenner-Modellen und den oft umstrittenen Hybridautos fest. Wie VW ankündigte soll bis 2030 der Anteil reiner E-Autos am Absatz in Europa auf über 70 Prozent steigen – eine Verdoppelung gegenüber der bisherigen Planung von 35 Prozent. In den USA und China peilt das Unternehmen im selben Zeitraum einen E-Anteil von mehr als 50 Prozent an.

Zudem gab der Autobauer bekannt, dass die Pläne für ein Elektroauto unterhalb des ID.3 mit einem Einstiegspreis ab 20.000 Euro  um zwei Jahre auf 2025 vorgezogen werden.

„Die E-Mobilität war nur der Anfang, die echte Disruption steht noch bevor. Mit Accelerate erhöhen wir das Tempo auf dem Weg in die digitale Zukunft“, so VW-Markenchef Ralf Brandstätter. „Wir werden Volkswagen in den kommenden Jahren so stark verändern wie nie zuvor“, fügte er hinzu.  (AG/dpa)

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