Diess: VW muss sich zum Digitalunternehmen wandeln

VW-Chef Herbert Diess. Foto: dpa
VW-Chef Herbert Diess. © dpa

Der VW-Konzern hält trotz der Coronakrise an seinen Zielen für dieses Jahr fest. Der Autobauer geht demnach von einem positiven operative Ergebnis aus.

Das teilte der Autobauer am Mittwoch auf der Online-Hauptversammlung in Berlin mit. Die milliardenschweren Zukunftsinvestitionen in die Elektroflotte bekräftigte das Unternehmen. VW-Konzernchef Herbert Diess hob aber auch die Bedeutung des digitalen Wandels für die Branche und den Konzern hervor.


Die im Dax notierte VW-Vorzugsaktie reagierte zunächst kaum auf die Nachrichten und lag am Morgen rund 1 Prozent im Minus, zur Mittagszeit büßte sie zuletzt noch 0,8 Prozent ein. Im laufenden Jahr haben die Titel über ein Fünftel an Wert verloren, auf längere Sicht sieht es mit einem Plus von rund 40 Prozent in den zurückliegenden 5 Jahren aber deutlich besser aus.

Corona bremst Konzern nicht aus

Der Wandel der Antriebstechnik sei der einfachere Weg, den die traditionellen Autohersteller bewältigen müssten. „Viel weitreichender wird es sein, dass das Auto sich in den kommenden zehn Jahren zu einem vollvernetzten Mobilitätsdevice entwickelt“, sagte Diess. VW müsse in der Lage sein, nicht nur die Transporthülle anzubieten, sondern auch das Gehirn, das das Fahrzeug mit Künstlicher Intelligenz sicher steuere. Um das zu erreichen, müsse sich der Konzern hin zu einem Digitalunternehmen wandeln.

„Der Umbau des Unternehmens wird von Corona nicht gebremst, sondern beschleunigt“, kündigte Diess an. Allein 14 Milliarden Euro fließen den Angaben zufolge bis 2024 in den Aufbau der IT-Kompetenz und das autonome Fahren. In den Ausbau der E-Mobilität sollen bis 2024 33 Milliarden Euro fließen. VW will Marktführer bei batterie-elektrischen Fahrzeugen werden.

Kritik von Anlegern

Wegen der nach wie vor schwer einschätzbaren Entwicklungen und der großen Auswirkungen der Corona-Krise auf den Konzern blieb das Management dabei, den ursprünglichen Dividendenvorschlag für das vergangene Jahr um 1,70 Euro auf 4,86 je Vorzugsaktie zu kürzen, um die Kasse zu schonen. Stammaktionäre sollen jeweils 6 Cent weniger bekommen.

Obwohl die Anleger in Berlin nicht dabei sein konnten und das ungewöhnliche Format der Online-Hauptversammlung einen direkten Dialog mit der VW-Führung verhinderte, übten die Aktionärsvertreter mit ihren schriftlichen Einlassungen und Fragen teils deutliche Kritik. So monierte etwa Fondsmanager Ingo Speich von der Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka, dass der Dieselskandal noch nicht ausgestanden sei und „althergebrachte Kontrollschwächen“ die VW-Investoren weiterhin teuer zu stehen kämen. (dpa)

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