Verbraucherzentrale: VW muss nicht alle Kosten tragen

Beim Rückruf

Die VW-Werkstätten verdienen praktisch nichts am Rückruf.
Die VW-Werkstätten verdienen praktisch nichts am Rückruf. © AG/Flehmer

VW hat im Zuge des Abgas-Skandals die Kostenübernahme bei der technischen Lösung zugesagt. Trotzdem könnten betroffene VW-Kunden manch anfallende Folgekosten selbst übernehmen.

Die vom Abgas-Skandal betroffenen VW-Kunden könnten nach Einschätzung von Verbraucherschützern mit Folgekosten der Affäre zu kämpfen haben - zumindest teilweise. Ein Rechtsgutachten im Auftrag des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv) komme zu dem Ergebnis, dass VW nach aktueller Rechtslage nicht verpflichtet ist, sämtliche Kosten für die Folgen der Rückrufe zu tragen. Dies teilte der vzbv am Montag in Berlin mit. Dazu zählten etwa Ersatzwagen, Verdienstausfall oder Mängel im Anschluss an die Nachbesserungen des Rückrufs.

So deute sich an, dass ein erhöhter Spritverbrauch, Leistungsabfall oder ein geringerer Wiederverkaufswert infolge der Nachbesserung das Problem der Halter wäre. «Verbraucher dürfen nicht auf dem Schaden sitzen bleiben, den ihnen Volkswagen beschert hat», forderte vzbv-Vorstand Klaus Müller. Problematisch ist laut dem Gutachten auch, dass Gewährleistungsansprüche gegen den Autohändler bereits nach zwei Jahren verjährten.

Diese Frist ist für viele betroffene VW-Kunden schon abgelaufen. Für weiterreichende Schadenersatz-Ansprüche müssten die Verbraucher den Nachweis führen, dass VW beispielsweise betrogen oder vorsätzlich Kunden getäuscht hat. «Diesen Nachweis zu erbringen, wird für Verbraucher schwierig, weil sie keinen Einblick in interne Vorgänge des Unternehmens haben», erklärte der Verband.

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.