VW und Daimler starten Testproduktion von Bio-Diesel

Sprit aus Abfall statt E10

VW und Daimler testen Sprit aus Abfallfallprodukten © AVD

Bio-Diesel aus organischem Abfall statt dem umstrittenen Super E10? Diese Forschungsvision gibt es schon eine Weile. VW und Daimler machen jetzt ernst. Schon Ende des Jahres könnte in Sachsen die Produktion von echten „Öko“-Sprit starten.

Nach dem Debakel um die Einführung der neuen Benzinsorte E10 wollen die Automobilkonzerne VW und Daimler ihre Forschung in Sachen "Bio-Sprit" beschleunigen. So könnte die nächste Kraftstoff-Generation schon bald aus organischen Abfällen gewonnen werden. Nach Informationen der Branchenblatts "Automobilwoche" sollen dazu Ende dieses Jahres größere Anlagen zur Produktion von Biodiesel der zweiten Generation ihren Betrieb im sächsischen Freiberg aufnehmen. Dort wird in den Laboren des Unternehmens Choren, an dem VW beteiligt ist, aus Reststoffen gewonnenes Synthesegas zu sogenanntem "Sun Diesel" verfeinert.

Sprit aus Bruchholz und Strohresten

"Wir sind fest davon überzeugt sind, dass die biogenen Kraftstoffe der zweiten Generation künftig einen wichtigen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen leisten können", so VW-Konzernforschungschef Jürgen Leohold gegenüber der Zeitung. Auch Daimler unterstützt das Engagement der Sachsen.

Anders als Biokraftstoffe der ersten Generation wie E10, deren Ethanol-Anteil aus potenziellen Nahrungsmittel-Pflanzen wie Getreide gewonnen wird, werden Bio-Kraftstoffe der sogenannten "zweiten Generation" ausschließlich aus Abfallprodukten wie Bruchholz oder Strohresten gewonnen. Erste Versuche in diese Richtung gibt es bereits. Bisher fehlt es allerdings an wirtschaftlich rentablen Verfahren zur großindustriellen Produktion. (mid)