VW-Chef Diess fordert schnelle Kaufanreize für Autos

VW-Chef Herbert Diess (l.) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) beim Wiederanlauf der Produktion in Wolfsburg. © dpa

Herbert Diess hat von der Politik eine rasche Entscheidung über Kaufanreize für Autos gefordert. Unterstützung bekommt der VW-Chef von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

„Baldige kraftvolle Maßnahmen wären wichtig“, sagte der Manager am Montag im Wolfsburger Stammwerk zum Wiederanlauf der Produktion. Um den Nachfrageeinbruch abzufedern, brauche die Branche „so bald als möglich“ Klarheit, ob auch mit staatlicher Hilfe der Absatz angekurbelt werden könne.


Niedersachsens Ministerpräsident und Volkswagen-Aufseher Stephan Weil (SPD) meinte mit Blick auf die am Mittwoch geplanten Beratungen mit seinen Amtskollegen in den beiden anderen Autoländern Bayern und Baden-Württemberg, die Branche sei „von fundamentaler Bedeutung“.

Unterstützung der Politik gewünscht

Die Autohersteller wünschten sich angesichts der Folgen der Pandemie Unterstützung aus der Politik, bekräftigte Diess am VW-Hauptsitz. Dort fuhr der Konzern zum Wochenbeginn die Fertigung nach fast eineinhalb Monaten Zwangspause wieder vorsichtig hoch. In der jetzigen Phase eines negativen Konsumklimas gebe es Sorgen vor Jobverlusten.

„Letztlich geht es darum, die Wirtschaft wieder in Bewegung zu bringen“, sagte Diess. „Wir würden uns freuen, wenn die Politik Konsumanreize setzt. Wir können gleichzeitig einen großen Schritt tun in Richtung Verbesserung der Umweltverträglichkeit.“

Prämienmodell zeitig besprechen

Weil kündigt an, ein mögliches Prämienmodell zügig zu besprechen: „Uns ist bewusst, dass wir eine schnelle Entscheidung brauchen. Eine zu lange Diskussion des Themas dürfte fehl am Platz sein.“ Es gehe dabei nicht nur um große Konzerne. „Wir reden über jede Menge mittelständische Unternehmen überall in Deutschland.“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zur Unterstützung der Autobranche eine Aufstockung der Kaufprämie für Elektroautos vorgeschlagen. Nötig sei eine ökologisch gestaffelte Innovationsprämie, die bis Ende 2021 laufen müsste, sagte Söder am Samstag „Focus Online“. „Wenn wir auf die bisherigen Hilfen von bis zu 6000 Euro für Elektroautos zum Beispiel nochmal etwas drauflegen, wäre das ein echter Kaufimpuls“, erklärte er. „Damit könnte man eine 10 000-Euro-Prämie für hochwertige ökologische Autos finanzieren.“ Zudem könne man damit neben dem wirtschaftlichen auch ein klimapolitische Signal setzen.

Söder hatte bereits mehrfach ein Programm für die Autobranche gefordert, um die Nachfrage anzukurbeln. Der erst im Februar erhöhte sogenannte Umweltbonus ist von der Art des Antriebs und dem Listenpreis des Fahrzeugs abhängig. Am meisten Geld – 6000 Euro – gibt es für batterieelektrische Fahrzeuge bis zu einem Listenpreis von 40 000 Euro. Die Industrie beteiligt sich zur Hälfte daran, der Staat zahlt die andere Hälfte. Allerdings verrechnen die Hersteller ihren Beitrag oft mit Rabatten, die sie üblicherweise ohnehin geben. (dpa)

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