Grüne fordern Taten von Dobrindt

Nach Ausweitung des VW-Skandals

Grüne fordern Taten von Dobrindt
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt © dpa

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer vermutet nach der Ausweitung des VW-Skandals ein System hinter den Manipulationen. Der Politiker nimmt aber auch die Bundesregierung in die Verantwortung.

Angesichts der Ausweitung des Abgas-Skandals bei Volkswagen sehen die Grünen auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Zug. «Angesichts der Dimension des Skandals und dem damit verbundenen Schaden für die gesamte deutsche Automobilbranche reicht es nicht mehr aus, Aufklärung als Show zu simulieren», sagte der Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer der Deutschen Presse-Agentur. Dobrindt müsse klare politische Regeln und Kontrollen durchsetzen, um die Auto-Branche vor sich selbst zu schützen. «Wir brauchen endlich umfassende Transparenz und Tests auf der Straße durch eine unabhängige europäische Behörde.»

Weitere 800.000 VW-Modelle betroffen

Volkswagen musste am Dienstag auch Unregelmäßigkeiten bei CO2-Werten einräumen. Dabei geht es um den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) - und damit um den Spritverbrauch. Nach derzeitigem Erkenntnisstand könnten davon rund 800.000 Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns betroffen sein, hieß es in einer Mitteilung vom Dienstagabend. VW bezifferte die wirtschaftlichen Risiken in einer ersten Schätzung auf rund zwei Milliarden Euro. Bisher ging es in dem Skandal um Stickoxid (NOX).

Krischer sagte, der VW-Skandal nehme kein Ende. «Langsam kann niemand mehr behaupten, dass dies alles kriminelle Machenschaften Einzelner gewesen wären. Die Manipulationen bei VW hatten ganz offensichtlich System.» Die Bundesregierung habe die Konzerne sehenden Auges gewähren lassen, Kontrollen habe es nicht gegeben. «Damit trägt die Bundesregierung die Verantwortung dafür, dass sich eine Kultur des Betrugs und der Schummelei ausgebreitet hat.» (dpa)

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