Kernmarke VW mit leichten Absatzeinbußen

VW in Wolfsburg. Foto: dpa
Auslieferungsturm von Neuwagen von Volkswagen in Wolfsburg. © dpa

Die Kernmarke VW Pkw musste im August leichte Absatzrückgänge hinnehmen. Der Autobauer litt vor allem unter den schwachen Verkäufen in Europa und China.

Mit weltweit 493.800 Autos lieferte VW 3,8 Prozent weniger aus als im Vorjahresmonat, wie die Wolfsburger am Mittwoch mitteilten. Insbesondere in Europa fiel das Minus mit knapp 10 Prozent deutlich aus.


VW-Markenvertriebschef Jürgen Stackmann führte das auf den Rekordverkaufsmonat im Vorjahr zurück, als VW wegen des anstehenden neuen Abgas- und Verbrauchstestverfahrens WLTP Fahrzeuge mit älteren Prüfverfahren mit hohen Rabatten verkaufte.

China mit 1,6 Prozent Rückgang

Im wichtigsten Einzelmarkt China wurde VW 1,6 Prozent weniger Fahrzeuge los. China hat bei der Marke VW einen Anteil von rund der Hälfte am Verkauf. Seit geraumer Zeit schwächelt der Markt wegen der Zurückhaltung der chinesischen Kunden infolge des Zollstreits mit Washington. In den USA lief es dagegen mit einem Plus von fast 10 Prozent wie bereits bekannt deutlich besser.

Insgesamt habe VW in einem rückläufigen Gesamtmarkt in vielen Regionen Marktanteile ausbauen können, sagte Stackmann. In den ersten acht Monaten steht für VW ein Auslieferungsrückgang von 3,8 Prozent auf 3,98 Millionen Fahrzeuge zu Buche.

Potenzielle E-Autofahrer besser ansprechen

Unterdessen will der Konzern potenzielle Fahrer von Elektroautos stärker ansprechen, um Vorbehalte gegenüber der Technologie abzubauen. «Wir wollen den Privatkunden ein Stück Angst vor der Elektromobilität nehmen», sagte Leasing-Chef Jens Legenbauer am Dienstag auf der Automesse IAA.

Dem Manager zufolge setzt der VW-Konzern bereits 80 Prozent seiner Elektrofahrzeuge über die Finanzsparte Volkswagen Financial Services ab. Autobanken dienen den Herstellern vor allem als Vertriebskanal zu Kunden, die nicht gleich einen Wagen kaufen, sondern über einen Kredit finanzieren, leasen oder auch versichern lassen wollen. Eine Hoffnung der Unternehmen mit Blick auf die Elektromobilität ist, dass Batterie- oder Hybridfahrzeuge so zunächst ausprobiert werden können.

Kontaktfrequenz mit Kunden steigern

Die «Kontaktfrequenz» mit den Kunden solle steigen – über den Autohandel und online sowie über weitere E-Commerce-Plattformen. Im Flottengeschäft – etwa dem Managen von Fuhrparks großer Firmen – wolle man zulegen. «Wir haben dieses Jahr noch einmal deutlich mehr Leasingverträge als im letzten Jahr.» Ziel sei es, weltweit größter Flottenanbieter zu werden. In Europa sei der Marktanteil bereits hoch. Die Internet-Gebrauchwagenplattform Heycar liefere ebenfalls wichtige Beiträge: In Deutschland habe man «erheblich an Volumen gewonnen».

Keine Überlegungen gebe es dazu, die Betankung von Verbrennerautos in das Angebot aufzunehmen – anders als bei Elektrofahrzeugen. «Wir hatten das Thema Strom, der integriert wird», sagte Legenbauer. «Das Thema Benzin/Diesel ist aktuell nicht geplant.» Auf der IAA hat VW gerade sein neues Elektroauto ID.3 vorgestellt, das im Sommer kommenden Jahres auf den Markt kommen wird. (dpa)