VW kürzt Sachinvestitionen um eine Milliarde Euro

Folge des Abgasskandals

VW-Chef Matthias Müller hat es derzeit nicht einfach.
VW-Chef Matthias Müller hat es derzeit nicht einfach. © dpa

Volkswagen kürzt angesichts der Kosten des Abgasskandals seine Sachinvestionen um eine Milliarde Euro. Man fahre auf Sicht, so VW-Chef Müller. Jobs der Stammbelegschaft seien indes nicht in akuter Gefahr.

Angesichts der immensen Kosten für den Abgasskandal kürzt Volkswagen bei den Investitionen. VW werde für das Jahr 2016 die Sachinvestitionen auf maximal 12 Milliarden reduzieren, das sei eine Milliarde Euro weniger als im Durchschnitt der vergangenen Jahre, sagte VW-Chef Matthias Müller am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg.

"Wir fahren in den kommenden Monaten auf Sicht." VW werde aber nicht auf Kosten der Zukunft sparen, sondern sich auf die Technologien der Zukunft konzentrieren. Der Autokonzern hatte bereits angekündigt, die Elektromobilität und die Digitalisierung vorantreiben zu wollen.

Keine Gefahr für Stammbelegschaft

Müller sieht trotz der gekürzten Investitionen wegen des teuren Abgas-Skandals nach wie vor keine akute Gefahr für die Jobs der Kernbelegschaft. «Gemeinsam mit den Arbeitnehmer-Vertretern werden wir weiterhin alles dafür tun, um die Stammbelegschaft an Bord zu halten», sagte der Manager.

VW ist in einer schweren Krise, seitdem der Konzern Mitte September zugegeben hatte, mit Hilfe einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert zu haben. Dabei ging es um Werte für das gesundheitsschädliche Stickoxid. Außerdem hat VW bei 800 000 Autos falsche Angaben zum Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) gemacht. Es drohen Milliardenkosten.

In einem ersten Schritt hatte VW 6,7 Milliarden Euro für technische Nachbesserungen der manipulierten Dieselautos zurückgelegt. Weitere Risiken durch die später hinzugekommenen falschen CO2-Werte wurden zunächst auf 2 Milliarden Euro veranschlagt. Müller hatte bereits kurz nach seiner Amtsübernahme angekündigt, wegen der Krise alle Investitionen auf den Prüfstand stellen zu wollen. Noch vor einem Jahr hatte Volkswagen bis 2019 Ausgaben von 85,6 Milliarden Euro angepeilt. Das Geld sollte in neue Modelle, die Werke sowie umweltfreundliche Technologien fließen. (AG/dpa)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur gelernt. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.