Volvo XC60: Als Gebrauchter eine Empfehlung

Volvo XC60. Foto. Volvo
Der alte Volvo XC60 ist auch als Gebrauchter zu empfehlen. © Volvo

Der erste Volvo XC60 war ein echter Dauerbrenner. Zwischen 2008 und 2017 rollte das SUV im Volvo-Werk in Gent vom Band. Der Schwede hat also den großen SUV-Boom an der eigenen Haut miterlebt und ist auch als Gebrauchter eine gute Wahl.

Doch was gilt es besonders zu beachten, wenn einem der Sinn nach einem XC60 steht? Der erste XC60 basiert auf der „EUCD“-Plattform, die auch das Fundament für V70, XC70, V60, S60, S80 und den Ford Mondeo bietet. Mit einer Länge von 4,63 Meter ist er dem Segment der kompakten SUV längst entwachsen.


Für Autofahrer, die den Überblick im Straßenverkehr schätzen, spricht beim XC60 besonders die im Vergleich zum V70 um 13 Zentimeter höhere Sitzposition. Der Radstand von 2,77 Meter kommt besonders den bis zu drei Passagieren im Fond zugute. Auch für das Gepäck ist mehr Raum als in den meisten Wettbewerbsmodellen. Das Interieur präsentiert sich schwedisch-kühl und sauber verarbeitet, das Bedienkonzept mit seinen vielen Knöpfen und den teils gut versteckten Funktionen verlangt aber ein wenig Gewöhnung.

Im alten Volvo XC60 noch Fünfzylinder

Im Gegensatz zu den aktuellen Volvo-SUVs, die allesamt auf kleine Vierzylindern vertrauen, bekommt man beim ersten XC60 noch drehmomentstarke Fünfzylinder serviert. Diese sind generell nicht nur eine emotionalere, sondern auch eine vernünftigere Wahl. Denn lediglich die durstigen Benziner gibt es mit vier und sechs Zylindern (149 kW/203 PS bis 224 kW/304 PS).

Eine bessere, weil sparsamere Wahl sind die, jeweils mit fünf Brennkammern arbeitenden, Diesel mit ihrem angenehm kernigen Klang. Diese überzeugen auch durch ihre entspannte Gangart. In den ersten Baujahren gab es sie nur mit 2,4 Litern (120 kW/163 PS bis 158 kW/215 PS), später auch mit 2,0 Litern Hubraum (100 kW/136 PS bis 120 kW/163 PS).

Umfangreiche Ausstattung

Nicht erst seit der aktuellen Modellgeneration ist der XC60 für seine umfangreiche Ausstattung bekannt. Schon die erste Baureihe trumpfte unter anderem mit einer im Serienumfang enthaltenen City-Notbremse, die bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h im Ernstfall automatisch eine Vollbremsung einleitet. Gegen Aufpreis ließ sich das lasergestützte System auch mit einer kamerabasierten Fußgängererkennung aufwerten. Weitere Helfer zum Spurhalten, Überwachen des toten Winkels oder für die Abstandshaltung zum Vordermann sind ebenfalls im Angebot.

Insgesamt ist der Volvo in dieser Hinsicht konkurrenzlos. Allerdings ist zu bedenken, dass die Hightech-Systeme auch teure Reparaturkosten nach sich ziehen können – sowohl schon bei kleineren Unfällen als auch bei technischen Defekten. Wo möglich (Totwinkelwarner, Abstandstempomat) sollte die Funktionstüchtigkeit schon bei der Probefahrt überprüft werden.

Ohne Beanstandungen

Die üblichen Komfort-Extras wie Klimaautomatik, CD-Radio, Dachreling und Gepäckraum-Trennnetz sind aufpreisfrei. Lediglich technische Verbesserungen wie das Xenon-Licht oder ein adaptives Fahrwerk mussten extra bezahlt werden und dürften sich daher in einer geringeren Zahl an Gebrauchten wiederfinden. 2008 gab es für den XC60 die Höchstpunktzahl von fünf Sternen im Crashtest von Euro-NCAP.

Neben der Sicherheit ist die Zuverlässigkeit der zweite Glanzpunkt des Schweden. Die erste Hauptuntersuchung absolviert das SUV laut TÜV mit nahezu blütenweißer Weste. Einzig einen minimalen Ölverlust bei Motor und Antriebswelle ist den Prüfern aufgefallen. Auch die Bremsen verschleißen – allerdings typisch für ein derart großes Auto – relativ schnell.
Der XC60 ist ein Volvo wie er sein sollte: Geräumig, sicher und zuverlässig. Allerdings auch nicht ganz billig. Mindestens 15.000 Euro rufen die einschlägigen Onlinebörsen derzeit für ein gepflegtes Exemplar mit vertretbarem Kilometerstand noch auf. (SP-X)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

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