Volvo V60 und S60 mit Spritspartechnik

Schweden bringen Drive-Modelle

Auch der Volvo S60 ist von der Rückrufaktion betroffen. © Volvo

Der schwedische Autobauer Volvo bietet den S60 und en V60 nun mit Spritspartechnik an. Die sogenannten Drive-Modelle sollen nur 4,3 beziehungsweise 4,5 Liter verbrauchen.

Volvo bietet jetzt auch die im September vergangenen Jahres eingeführte Mittelklasselimousine S60 und ihren Kombi-Ableger V60 als Diesel mit der Spartechnik "Drive" an. Beide Modelle fahren mit einem 84 kW/115 PS starken Vierzylinder mit 1,6 Liter Hubraum, verbrauchen laut Norm aber nur 4,3 beziehungsweise 4,5 Liter Diesel. Die Spar-Limousine kostet 27.950 Euro, der Kombi-Bruder 29.150 Euro.

Zur "Drive"-Ausstattung gehören tiefer gelegte Karosserien, Start-Stopp-Automatik, Bremsenergie-Rückgewinnung, Schaltanzeigen und die Verwendung von Leichtlaufölen und längeren Getriebeübersetzungen. Ein Viertel aller S60- und V60-Bestellungen wird nach Unternehmenseinschätzung künftig auf die "Drive" -Versionen entfallen. Auch das Flottengeschäft hofft man damit ankurbeln zu können.

V60 und S60 setzen auf Sportlichkeit

S60 und V60 sind von Haus aus ungewöhnlich sportliche Volvo-Modelle, die es in Sachen Fahrdynamik durchaus mit der 3er-Reihe von BMW aufnehmen können. Kein Wunder, dass die schwedische Marke sie nicht gleich zur Einführung mit dem vergleichsweise leistungsschwachen Dieselmotor nebst "Drive"-Technik angeboten hat, sondern als Einstiegsmodell einen immerhin 110 kW/150 PS starken Benziner präsentierte.

Sicherheit wird bei Volvo groß geschrieben. Serienmäßig ist zum Beispiel eine Technik, die einen Auffahrunfall bis 30 km/h vermeiden oder dessen Folge abschwächen kann. In der Aufpreisliste steht sogar ein System, das per Kamera und Radarsensoren Fußgänger erkennt und im Notfall eine Vollbremsung einleitet. Das funktioniert bis 35 km/h sehr zuverlässig und mildert auch bei höherem Tempo Kollisionsfolgen. Einschließlich aktivem Tempomat verlangt Volvo 1700 Euro dafür. Es empfiehlt sich, gleich das sogenannte Assistenzpaket zu ordern. Dann bekommt man zusätzlich noch einen Übermüdungswarner sowie einen Spurhalte- und Spurwechselassistent und zahlt nur 250 Euro mehr.

Kleiner Kombi-Kofferraum

Mit 4,63 Meter sind S60 und V60 etwa eine Handbreit länger als ein 3er-BMW. Auf den Vordersitzen wirkt sich das Kompaktformat nicht negativ aus. Aber auf der Rückbank wird großen Personen zu wenig Kopffreiheit geboten. Der Kofferraum des S60 ist mit 380 Liter auch nicht gerade üppig. Ein Golf hat nur 30 Liter weniger, ein 3er-BMW 70 Liter mehr. Mit dem V60 bekommt man ebenso wenig den großen Lademeister. 430 Liter Kofferraum und bei umgelegter Rückbank eine Ladefläche für 1241 Liter sind für einen Kombi nicht beeindruckend.

Deswegen bezeichnet Volvo den V60 wohl auch als Sportkombi. Da drängt sich die Frage auf: Sind S60 und V60 mit dem nur 84 kW/115 PS starken Diesel der "Drive"-Version etwa untermotorisiert? 10,9 beziehungsweise 11,3 Sekunden bis 100 km/h und 195 respektive 190 km/h Spitze sprechen nicht dafür. Und wie sie sich fahren auch nicht. Wer sie dennoch so empfindet, den tröstet vielleicht der Verbrauch. Auf unserer flotten Testfahrt zeigte der Bordcomputer durchschnittlich 5,5 Liter an. Dafür lässt man sich gern mal von der Überholspur verdrängen. (mid)