Lkw-Bauer Volvo legt 400 Millionen Euro zurück

Wegen möglicher Kartellstrafe

Der Lkw-Bauer Volvo legt beim Gewinn zu.
Der Lkw-Bauer Volvo legt beim Gewinn zu. © dpa

Der Lkw-Bauer Volvo schafft wegen möglicher Kartellverstöße eine Rückstellung von 400 Millionen Euro. Die EU-Kommission wirft den Schweden Preisabsprachen vor.

Der Lastwagen-Bauer Volvo wappnet sich nach den Kartellvorwürfen durch die EU-Kommission für eine hohe Strafe und legt umgerechnet 400 Millionen Euro zurück. Die Rückstellung über 3,7 Milliarden Kronen werde den Gewinn im vierten Quartal drücken, teilte der schwedische Daimler-Rivale am Dienstag mit. Man werde das Volumen je nach Verlauf der Ermittlungen regelmäßig neu bewerten.

Die Europäische Kommission hat Europas große Lkw-Hersteller wie Volvo, Daimler oder die Volkswagen-Tochter MAN im Verdacht, sich bei Preisen abgesprochen und unerlaubt Informationen ausgetauscht zu haben. Seinen Höhepunkt soll das mutmaßliche Kartell schon vor zehn Jahren gehabt haben.

EU-Kommission informierte über Verdacht

Erste Durchsuchungen dazu hatte es Anfang 2011 gegeben, vergangenen Donnerstag informierte die Kommission die Unternehmen über konkrete Verdachtsmomente. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sprach von "sehr schweren" möglichen Verstößen gegen die Kartellregeln. Das Ergebnis der Ermittlungen sei aber noch offen. Einige der Unternehmen arbeiteten mit der EU-Kommission zusammen.

Daimler hat laut einer Sprecherin schon 2011 eine Rückstellung vorgenommen - äußert sich aber nicht zu deren Höhe. Dagegen gibt es bei MAN bislang keine Rückstellung, wie ein Sprecher sagte. Das laufende Verfahren wollen die Konzerne ansonsten nicht weiter kommentieren. Bei unerlaubter Zusammenarbeit droht Unternehmen in Europa eine Buße von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. (dpa)