Volvo XC90: Auf Level 3 autonom durch Kalifornien

Volvo XC90: Auf Level 3 autonom durch Kalifornien
Volvo präsentierte bereits 2019 zusammen mit Uber einen autonom fahrenden XC90. Beim Nachfolger des SUVS ist der Lidar kaum mehr zu sehen. © Volvo

Volvo startet mit dem autonomen Fahren auf Level 3 – zunächst aber nur in Kalifornien. Die Technik soll im neuen XC90 zum Einsatz kommen. Noch steht die Genehmigung aber aus.

Das „Drive Pilot“ genanntes Assistenzsystem wird dabei erstmals im Elektro-Flaggschiffs der Marke zur Verfügung stehen dürfte. Andere Märkte sollen folgen.


Die Technik ermöglicht das Fahren auf Autonomie-Level 3. Das heißt, der Mensch kann auf geeigneten Autobahnabschnitten die Hände dauerhaft vom Lenkrad lassen und die Augen komplett vom Verkehr abwenden. Für Notfälle muss er jedoch jederzeit eingriffsbereit bleiben. Die Funktionsweise ist zudem auf einen bestimmten Geschwindigkeitsbereich beschränkt, den Volvo noch nicht näher benennt. Der Autobauer Daimler hat unlängst bereits vom KBA die Genehmigung bekommen, auf Autobahnen mit Level 3 unterwegs zu sein. Die Genehmigung bezieht sich auf die S-Klasse, das Flaggschiff des Autobauer. Damit ist Daimler der erste Hersteller in Deutschland, der hochautomatisiertes Fahren in Serie anbietet.

Geschäftsleute als Zielgruppe

„Wir sind stolz, die geplante Markteinführung unseres ersten wirklich unüberwacht, autonom fahrenden Modells in den USA ankündigen zu dürfen. Wir wollen einen neuen Industriestandard setzen, ohne dabei Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen“, sagt Mats Moberg, Leiter der Forschung und Entwicklung bei Volvo Cars. „Der Einsatz der neuen AD-Software von Zenseact und des LiDAR-Standards von Luminar in unserem neuen vollelektrischen SUV ist ein entscheidender Schritt für Volvo Cars, aber auch für die Fahrzeugsicherheit und das autonome Fahren.“

Zur Zielgruppe zählen unter anderem Geschäftsleute, die auf der morgendlichen Fahrt durch den Stop-and-Go-Verkehr bereits Arbeit erledigen wollen. Diese könnten den Drive Pilot künftig im Rahmen einer Art Abomodell gegen Gebühr zeitweise oder dauerhaft freischalten. Zu den Kosten macht der Hersteller noch keine Angaben. Als Sensoren nutzt Volvo neben Radar und Kamera auch einen Laserscanner, eine Technik, die aktuell noch als relativ kostspielig gilt. Die Hardware ist bei jedem gebauten Fahrzeug serienmäßig an Bord, aber nicht aktiv.

Warten auf Genehmigung

Bislang steht die Genehmigung der kalifornischen Straßenverkehrsbehörde DMV jedoch noch aus, wie Martin Kristensson einräumt, der bei Volvo die Entwicklung des autonomen Fahrens leitet. Der Autohersteller sei aber in engem Kontakt, so dass die Freischaltung der Technik zeitnah erfolgen könne. Zum Startzeitpunkt in Europa macht er keine Angaben. Zunächst einmal steht aber die Premiere des XC90-Nachfolges an, der als erstes Modell der Marke mit dem Drive Pilot ausgerüstet wird. Eine Nachrüstung bei anderen Volvo-Pkw ist nicht möglich.

Volvo gehört zu den Vorreitern beim autonomen Fahren. In Deutschland will Mercedes in Kürze Level-3-Autonomie anbieten, Audi hat die nötige Technologie beim A8 bereits seit 2017 an Bord, darf sie bislang unter anderem aus rechtlichen Gründen nicht frei schalten. Weitere Premiumhersteller dürften in den kommenden Monaten ebenfalls Fortschritte bei der Level-3-Technik verkünden. Parallel arbeitet die Branche am vollautomatisierten Fahren auf Autonomie-Level 4; die Technik ist allerdings weniger für den Privatkundenmarkt als für den Einsatz in Robotaxis von Mobilitätsdienstleistern gedacht. Auch Volvo entwickelt diese Technik, unter anderem im Rahmen einer Kooperation mit Google-Schwester Waymo. (SP-X)

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