Volvo: Strenge CO2-Grenzwerte als Schub für E-Mobilität

Volvo-Chef Hakan Samuelsson. © dpa

Die von der EU beschlossenen strengeren CO2-Grenzwerte stießen in der deutschen Autoindustrie auf Kritik. Für Volvo können sie den Weg in die E-Mobilität beschleunigen.

„Ja, das kann ein Schub für die Elektromobilität sein“, sagte Volvo-Chef Hakan Samuelsson am Dienstag in München. Volvo hatte in der bayerischen Landeshauptstadt sein neues Vertriebsmodell „Care by Volvo“ vorgestellt.


Die von der EU ab dem Jahr 2021 bis 2030 auf den Weg gebrachten Reduktionsziele von 35 Prozent erachtet Samuelsson dabei im Gegensatz zu Teilen der deutschen Autoindustrie nicht als überambitioniert: „Man kann das erreichen, aber dafür braucht man auch die notwendige Ladeinfrastruktur.“

Volvo will bis 2025 zur Hälfte E-Autos verkaufen

Volvo hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2025 elektrifizierte Fahrzeuge die Hälfte des Absatzes ausmachen sollen. “Ob das gelingt, hängt natürlich von der Nachfrage des Kunden ab“, so Samuelsson. Damit die sich auch für E-Autos entscheiden, müsste es bis dahin eine ausreichende Ladeinfrastruktur geben.

Die Schweden, die im Vorjahr den Abschied vom Verbrennungsmotor verkündet hatten, verfügen bislang noch über kein reines Elektroauto. Bislang kann man seinen Kunden nur Plug-in-Hybride anbieten. Der erste rein elektrische Volvo wird ab 2020 der XC40 sein. Zuvor wird es aber den Polestar 2 als reines E-Auto geben. Dessen Produktion startet Ende 2019.

Commitment für E-Mobilität

Die Studie 40.2 gibt einen Ausblick auf ein künftiges Polestar-Crossover-Modell. Foto: Volvo

Den im Vorjahr bekannt gegebenen Abschied vom Verbrennungsmotor will Samuelsson als Commitment für die Elektromobiltät verstanden wissen. Er wünschte sich, dass man diesen Schritt zur E-Mobilität noch schneller gegangen wäre. „Ab 2019 werden wir kein neues Auto mehr vorstellen, das nicht auch über einen Elektroantrieb verfügt“, so der Volvo-Chef.

Innerhalb der Volvo Group kommt Polestar bei der E-Mobilität eine Vorreiterrolle zu. „Es reicht nicht aus, in ein bestehendes Fahrzeugkonzept einen Elektromotor zu integrieren“, so Samuelsson, „das ist für den Kunden nicht attraktiv“. Doch mit der eigenständig agierenden Performance-Marke Polestar biete man den Kunden attraktive Modelle an. Zudem würde man zusammen mit Polestar die Batteriemodule und Antriebsarchitekturen entwickeln. Das spare Geld, so der Volvo-Chef.

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