Zahl der Verkehrstoten sinkt weiter

Erstmals unter 4000

Die meisten Verkehrstoten gibt es bei Unfällen auf der Landstraße. © dpa

Mit voraussichtlich 3700 Verkehrstoten auf deutschen Straßen rechnet das Statistische Bundesamt bis zum Jahresende. Das wäre die geringste Zahl seit Beginn der Zählung in den 50er Jahren. Grund zur Entwarnung gibt es trotzdem nicht.

Erstmals weniger als 4000 Verkehrstote seit Beginn der systematischen Zählung in den 50er Jahren wird es voraussichtlich bis zum Ende dieses Jahres in Deutschland geben. Laut einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes auf Basis der diesjährigen Daten bis Oktober wird die Zahl der im deutschen Straßenverkehr getöteten Menschen bis zum Jahresende auf 3700 sinken. Das wären rund zehn Prozent weniger als im Vorjahr - und das, obwohl die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle auf Straßen gegenüber 2009 voraussichtlich um knapp zwei Prozent auf rund 2,35 Millionen steigen wird.

Mehr als zehn Verkehrstote pro Tag

Im Vergleich zu 1970, dem Jahr mit den bisher meisten Verkehrstoten, in dem es 21.332 Opfer zu beklagen gab, entspricht dies einem Rückgang um rund 83 Prozent. Eine Entwicklung, die auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) begrüßt: "Wir freuen uns über den erneuten Rückgang. Trotzdem bleiben die Zahlen immer noch erschreckend: Nach wie vor werden täglich zehn Menschen auf unseren Straßen getötet, rund 1000 verletzt. Wir können also noch lange nicht zufrieden sein", kommentiert DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf die Prognose für 2010.

Die Gründe für diese insgesamt positive Entwicklung dürften vor allem in der Einführung der Gurtpflicht im Jahre 1976 und im Aufkommen von Sicherheitssystemen wie ESP und Co. in modernen Neuwagen liegen. Zur Entwarnung gibt es aber auch deshalb keinen Grund, weil die Zahl der getöteten Kinder im Alter bis 14 Jahre gegenüber dem Vorjahr wieder um ein Drittel zugenommen hat. Bis Oktober dieses Jahres starben 82 der kleinsten Verkehrsteilnehmer, das sind 21 mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. (mid)