Zahl der Verkehrstoten ging 2017 leicht zurück

Gerade Radfahrer sind im Verkehr besonders gefährdet. © dpa

Auf Deutschlands Straßen sind im Vorjahr 3180 Menschen ums Leben gekommen. Das waren 26 weniger Verkehrstote als 2016. Besonders gefährdet sind Radfahrer.

Das ist der niedrigste Stand seit mehr als 60 Jahren, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte. Ebenfalls rückläufig ist die Zahl der Verletzten: sie ging um 1,6 Prozent auf 390.312 zurück. Einen Grund zur Entwarnung gebe es deshalb aber nicht, wie Destatis-Chef Georg Thiel sagte. Denn täglich komme es noch zu 7200 polizeilich erfassten Unfällen, bei denen 1100 Personen verletzt und fast neun Menschen getötet werden.


Besonders gefährdet sind dabei Radfahrer. Deren Verkehrssicherheit versuchen immer mehr Kommunen zu verbessern. So hat Berlin beispielsweise gerade ein Mobilitätsgesetz auf den Weg gebracht, mit dem den Radfahrer bessere Radwege zur Verfügung gestellt werden. Berlin investiert massiv in den Ausbau der Radinfrastruktur.

Mehr Sicherheit für Radfahrer nötig

Ein Aspekt, der mit Blick auf die Unfallzahlen notwendig ist. Denn im Jahr 2017 starben 382 Radlerinnen und Radler auf Deutschlands Straßen und mehr als 79.000 wurden verletzt. „Damit war jede beziehungsweise jeder achte Verkehrstote und jede beziehungsweise jeder fünfte Verletzte im Straßenverkehr eine Radfahrerin oder ein Radfahrer“, so das Destatis. Während die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2010 und 2017 um 13 Prozent zurückging, ist die Zahl der getöteten Radfahrer im Vergleich zu 2010 nahezu konstant geblieben.

Dabei sind Plw nach Angaben der Behörde die häufigsten Unfallgegner von Radfahrern. Allein im Vorjahr nahm die Polizei 46.200 Unfälle mit Personenschaden zwischen einem Fahrrad und einem Pkw auf. Dabei kamen 137 Radlerinnen und Radler ums Leben.

Verkehrspolitik auf Kosten der Radfahrer

„Deutschlands Verkehrspolitik geht auf Kosten der Radfahrenden. Während der Verkehr insgesamt immer sicherer wird, wird Radfahren immer gefährlicher. Insbesondere Kreuzungen sind Todesfallen für Menschen auf dem Rad“, sagte Greenpeace-Verkehrsexpertin Marion Tiemann. „Abbiegeassistenten für Lkw alleine können das nicht ändern. Nur auf breiten, vom Autoverkehr getrennten Wegen bewegen sich Radfahrende in der Stadt wirklich sicher“, sagte Tiemann und fügte hinzu. „Die Verkehrswende gelingt nur, wenn Radfahren sicher wird.“

Nachdem die Zahlen von getöteten oder schwer verletzten Verkehrsteilnehmern seit Jahren nahezu gleich hoch seien, müssten besonders die ungeschützten Verkehrsteilnehmer geschützt werden. „Die Sicherheit der Mobilität von Kindern, älteren und kranken Menschen sowie Zweiradfahrern zu verbessern, ist daher von zentraler Bedeutung. Da mit Assistenzsystemen 40 Prozent der schweren Unfälle durch Lkw vermieden werden können, begrüßen wir ausdrücklich, dass der Verkehrsminister unsere Initiative zu Abbiegeassistenten für Lkw aufgreift“, sagte Daniela Wagner, Sprecherin für Stadtentwicklung der Grünen im Bundestag. (AG)

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