Zetsche kritisiert Autobranche

Dieter Zetsche © Foto: dpa

Dieter Zetsche glaubt nicht an einen Beschäftigungszuwachs bei den Autoherstellern in Deutschland. Der Vorstandsvorsitzende von DaimlerChrysler sieht ein Versagen der ganzen Branche.

Die Autobranche hat nach Auffassung des Vorstandsvorsitzenden von DaimlerChrysler, Dieter Zetsche, als Jobmaschine in Deutschland ausgedient. «Es ist in der Tat unwahrscheinlich, dass die Beschäftigung bei den hiesigen Automobilherstellern wächst», sagte Zetsche der Hamburger Wochenzeitung «Die Zeit». Das liege an der sinkenden Fertigungstiefe zu Gunsten der Zulieferer und am allgemeinen Rückgang der Industriearbeitsplätze.

Hausaufgaben nicht gemacht

Man müsse sich in der Produktivität mit anderen Standorten messen, deshalb würden bei Herstellern wie VW und DaimlerChrysler in Deutschland derzeit massiv Stellen abgebaut, sagte Zetsche. «Da haben wir als Branche in den vergangenen Jahren unsere Hausaufgaben nicht konsequent erledigt.» Für DaimlerChrysler will Zetsche nichts mehr von den Visionen seiner Vorgänger wissen: «Wir konzentrieren uns auf die Basisarbeit», gab er als neue Devise aus.

Zetsche ergänzte, neben dem bisher geplanten Abbau von 8.500 Stellen bei Mercedes, 300 bei Smart und 6.000 in der Verwaltung von DaimlerChrysler seien derzeit keine neuen Streichungen geplant. «Da ist derzeit nichts in Vorbereitung.»