Rechenprobleme gefährden General Motors

Rechenprobleme gefährden General Motors
Gähnende Leere in der Abteilung Buchhaltung: GM-Hauptquartier in Downtown Detroit © Foto: dpa

So eine Konzernbilanz ist ganz schön kompliziert – besonders, wenn ein Unternehmen viele Probleme und wenig Personal hat. GM sucht neue Buchhalter.

Der weltgrößte Autokonzern General Motors (GM) hat Probleme mit der Finanzberichterstattung eingeräumt. Der Mangel an effektiven internen Kontrollen der Berichterstattung könnte die Finanzlage und die Durchführung des strategischen Geschäftsplans gefährden, erklärte GM in seinem am Donnerstag bei der amerikanischen Wertpapier- und Börsenbehörde SEC eingereichten Jahresbericht.

Das Unternehmen befindet sich mitten in einer drastischen Restrukturierung seiner schwer angeschlagenen nordamerikanischen Geschäftsbereiche. GM hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von zwei Milliarden Dollar verbucht gegenüber einem Verlust von 10,4 Milliarden Dollar in 2004. Der Umsatz war auf 205 (195) Milliarden Dollar gestiegen.

Buchhalter wanted

Die GM-Aktien waren am Donnerstag um 2,9 Prozent gefallen. Das Unternehmen gab Maßnahmen zur Stärkung der Bilanz- und Buchhaltungssparten bekannt. GM musste die Bekanntgabe seiner Quartals- und Jahresergebnisse für 2006 verschieben und hatte gleichzeitig rückwirkend für mehrere Jahre die Ergebnisse revidiert.

Der Tarifvertrag mit der amerikanischen Automobilarbeitergewerkschaft UAW laufe im September 2007 aus, teilte das Unternehmen mit. GM wolle seine Kostensenkungsziele bei den Tarifverhandlungen energisch vorantreiben. Ein längerer UAW-Streik, der alle oder einen erheblichen Teil der US-Werke einschließe, würde einen nachteiligen Einfluss auf die Geschäfte und die Finanzlage haben, erklärte GM.

400.000 Betriebsrentner

Der Autokonzern verwies in dem Jahresbericht auf die hohen Krankenversicherungskosten. GM muss für mehr als 400.000 US-Betriebsrentner und Angehörige mit Krankenversicherungen und Betriebsrenten aufkommen. GM sieht sich deshalb «wettbewerbsmäßig benachteiligt». Das Unternehmen erwartet für 2007 in den USA Aufwendungen für Krankenversicherungen von 4,7 (Vorjahr: 4,8) Milliarden Dollar. (dpa)

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