Neuwagen-Rabatte sinken nach Ende der Abwrackprämie

VW in Wolfsburg. Foto: dpa
Auslieferungsturm von Neuwagen von Volkswagen in Wolfsburg. © dpa

Lange Zeit hatte die Abwrackprämie die Rabatte für Neuwagen beflügelt. Doch nach derem Wegfall sinkt das Rabattniveau deutlich.

Wie aus dem aktuellen Rabatt-Index des Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen hervorgeht, ist im Juli der Nachlass beim Neuwagenkauf von 15,2 Prozent im Juni auf jetzt 12,6 Prozent gesunken. Im Juli 2017 hatte er noch bei 13,4 Prozent gelegen. Rückläufig ist entsprechend auch die Zahl der Sonderaktionen: sie sank von 561 im Juni auf 471 im Juli.


Der Grund dafür liegt auf der Hand: Nachdem im August eine groß angelegte Abwrackprämienaktion des VW-Konzerns für alte Diesel-Pkw begannn, wurden dieses Prämien ab Juli bei den wichtigsten Autobauern nicht mehr gewährt. VW hatte Neuwagenkäufern eine Prämie von bis zu 10.000 Euro .

Zahl der Sonderaktionen wird weiter sinken

„Wir gehen davon aus, dass sich die Anzahl der Sonderaktionen im August weiter verringern wird und damit sich die Autobauer in die Richtung des früheren Normalzustandes bewegen“, stellte Ferdinand Dudenhöffer fest, zusammen mit Karsten Neuberger Autor der Studie. So wie die Zahl der Sonderaktionen und Rabatte zurückging, ging auch die Zahl der Eigenzulassungen leicht zurück. Nach 27,9 Prozent im Juni waren es im Juli 27 Prozent. Dafür stieg die Höhe des Rabattes bei Internethändlern von 18,2 auf 18,4 Prozent an.

Doch auch wenn das Rabattniveau sinkt, können Autokäufer weiter auf Schnäppchen hoffen. So wirbt Opel beispielsweise „Wechselprämien“. So erhalten treue Kunden beim Kauf bestimmter Modelle eine Inzahlungsnahme-Prämie. Sie beläuft sich beim Corsa ON auf 2400,- Euro, beim Astra Innovation gibt es 4000 Euro Prämie. Im Vergleich zu den Diesel-Verschrottungsprämien liegt der Rabatt aber 1000 Euro niedriger.

Versteckte Rabatte bei VW

Bei VW bewirbt man seine Prämie nach Angaben der Autoren aber nicht öffentlich. So bewegt sich der Rabatt für den VW Golf bei Internetvermittlern um die 14 Prozent. Er kann je nach Konfiguration jedoch weitaus höher ausfallen: Bei der Variante Trendline mit Benzin-Motor gibt es eine Prämie von rund 1800 Euro, wenn ein VW in Zahlung gegeben wird. Handelt es sich um einen Gebrauchtwagen einer Fremdmarke, steigt der Rabatt 2 Prozent an. Insgesamt ergibt sich so ein Rabatt von rund 24 Prozent. Es kann aber je nach Motor und Ausstattungsvariante mehr Rabatt geben: für den Golf mit der Ausstattungslinie Highline und 150 PS Benzinmotor gibt es noch einen weiteren Rabatt von 1800. Damit kommt man auf einen Gesamtnachlass von rund 30 Prozent.

Wie die Studienautoren feststellen, sind die Zeiten der historischen Höchststände bei den Rabatten vorbei. Zudem rechnen sie damit, dass die Neuzulassungen in den nächsten Monaten zurückgehen. Dafür sorgen nicht nur die Probleme bei der WLTP-Zertifizierung, sondern auch der gesättigte Automarkt. „Auf die Partylaune folgt der Kater“, so die Autoren.

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