Kalbfell: Konsolidierungsjahr für Maserati

Neuer Wachstumsschub

Kalbfell: Konsolidierungsjahr für Maserati
Maserati Gransport © Foto: Press-Inform

Maserati konzentriert sich auf einen neuen Wachstumsschub und kämpft gegen Wahrnehmungsprobleme. Die Marke sei weltweit bekannt, «doch mit Blick auf unsere Modellpalette trifft dies nicht zu», sagte Maserati-Chef Karl-Heinz Kalbfell.

Maserati will in den nächsten Jahren sein Engagement auf den Boom-Märkten in Asien und im Mittleren Osten mit Blick auf Absatzsteigerungen ausbauen. «Wir haben in diesem Jahr in den Regionen Mittlerer Osten, Osteuropa, Asien neue Gebietsleiter eingestellt, die diese Märkte direkt vor Ort betreuen. Wenn man selbst nicht vor Ort ist, dann können die Ziele nicht erreicht werden. Vor allem der Mittlere Osten ist sehr, sehr ausbaufähig», sagte Maserati-Chef Karl-Heinz Kalbfell.

Mittlerer Osten sehr, sehr ausbaufähig

Kalbfell setzt zur Absatzsteigerung zudem auf gezielte Marketing-Kampagnen, mit denen potenzielle Kunden für die italienische Premiummarke aus Modena sensibilisiert werden sollen. Bisher sei zwar die Marke Maserati weltweit bekannt, «doch mit Blick auf unsere Modellpalette trifft dies nicht zu», so Kalbfell, der seit dem 1. April 2005 dem Unternehmen vorsteht.

Auch bei der Fertigung der Modelle Quattroporte, Gransport Spyder, dem Coupe oder dem Rennwagen MC 12 glaubt Kalbfell, dass Maserati dort nicht richtig platziert sei. «Viele vermuten hinter dem Namen Maserati eine handwerkliche Fertigung ohne jeden industriellen Hintergrund. Die meisten sind dann überrascht, wenn sie unsere hochmodernen Fertigungsanlagen sehen. Hier stimmen also auch die Vorurteile - überhaupt nicht negativ gemeint - mit der Realität nicht überein.»

Wachstumsschub bis 2009

Kalbfell setzt deshalb zum einen auf die Einführung von neuen Modellen in den kommenden drei Jahren und einem Ziel von 9000 Einheiten pro Jahr, um die Wachstumsphase nach den drastischen Einbrüchen von 1998 fortzusetzen. «Wir haben uns deshalb für 2006 ein Konsolidierungsjahr genehmigt. Wenn wir dieses auf dem Niveau von 2005 abschließen können, betrachten wir das Jahr als gelungen. Wir werden uns in diesem Jahr sehr auf den neuen Wachstumsschub 2007/2008/2009 konzentrieren», sagte Kalbfell.

Zum anderen setzt der Automanager, der zuvor die Marken Alfa Romeo und Rolls-Royce geleitet hatte, auch auf die Konkurrenz: «Je mehr und je erfolgreicher die gesetzten Spieler in den gehobenen Limousinen sind, desto größer ist unsere Chance im klassischen Bereich. Je mehr zum Beispiel S-Klasse-Modelle auf der Straße sind, desto gewöhnlicher wird ihr Auftritt. Da steht Maserati Gewehr bei Fuß.»

Keine Kürübungen

Trotz des Aufschwungs - im letzten Jahr wurde mit 5639 verkauften Einheiten ein Rekord verbucht - verbietet sich für 56-Jährigen, der von 1979 an 27 Jahre bei BMW in verantwortlichen Positionen gearbeitet hatte, jegliche Spielerei. Kürübungen wie ein Jubiläumsmodell zum 100. Geburtstag im Jahr 2014 oder ein Comeback in der Formel 1 ständen außerhalb jeglicher Diskussionen.

«Auch wenn viele Freunde der Marke mit Wehmut an die alten Zeiten zurückdenken, sollte man akzeptieren, dass wir mit Maserati Geld verdienen müssen. Auf Abenteuer können wir uns nicht einlassen. Wir müssen die Zukunft dieser fantastischen Marke sichern.»

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